Cullen machte Salis einen Strich durch die Rechnung sich irgendwo ausruhen zu wollen. Er schien recht ausgeruht, da er bis zuletzt vor der Festung geblieben war. „Lasst uns die Lage besprechen.“ Sie wanderten angesäuert hinter ihm her zu einem großen Zelt, das man vor der Festung errichtet hatte. Salis blieb kurz stehen und betrachtete die gerade aufgehende Sonne.
Dorian flüsterte: „Ich dachte schon, die sehen wir nie wieder.“
Die Elfe hakte sich bei ihm ein. „Ja, geht mir genauso. Ein Grund mehr, Josephine so bald wie möglich vor den Altar zu schleifen.“ Sie grinste schwach.
„Ich hoffe, Ihr lasst die altehrwürdigen Wände der Himmelsfeste mit einer denkwürdigen Feier erzittern?“ Eine Weile schwiegen sie und genossen die zunehmende Wärme, über die sie drei Stunden später sicher fluchen würden, wenn sie die Wüste in einen Hochofen verwandelte. Aus dem roten halbrunden Ball am Horizont wurde eine gleißend helle Scheibe. Cullen trat aus dem Zelt und winkte sie ungeduldig hinein. „Dieser Sturkopf macht sich keine Vorstellungen, was wir im Nichts erlebt haben“, bemerkte Dorian pikiert.
„Dann erzählen wir es ihm, hoffentlich lässt er uns dann in Ruhe.“ Salis schlenderte mit Dorian ins Zelt, in dem sich die anderen um eine kleine Version des Kartentisches versammelt hatten und das sich am Rande seines Fassungsvermögens befand.
Hawke gähnte und Varric hielt sich bei seiner besten Freundin auf. Ab und zu warf er ihr besorgte Blicke zu. Cassandra machte einen ebenso müden Eindruck wie der Champion, sie lehnte sich an Williams Schulter an, der schließlich den Arm um ihre Taille legte. Blackwall hielt sich wieder abseits, ihm war nicht anzusehen, was er empfand oder wie es ihm ging. Der Bulle lächelte Dorian zu und so ließ Salis den Magier wieder los, damit er sich neben seinen Geliebten stellen konnte. Morrigan hatte sich entschuldigt, denn sie wollte sich zuerst von Annabelle verarzten lassen. Harding und Krem kamen zuletzt hinzu, der Hauptmann schaute ab und zu in den Beutel und behielt seine Hand darin, um den Welpen mit sanften Streicheleinheiten zu beruhigen. Es war zwar eine fremde Hand, ein anderer Geruch, aber der wache Verstand des Mabaris sagte ihm, dass nicht Böses von dieser Hand ausging und er hielt ruhig.
Cullens fragender Blick haftete auf Salis und mit einem erschöpften Seufzer begann sie zu erzählen, was sich in Adamant zugetragen hatte. „Ihr habt uns in die Tiefe stürzen sehen. Dieser Abgrund ist so tief, dass man Zeit hat. Ich nutzte diese und erschuf mit dem Mal einen Riss, in dem wir alle verschwanden. Wir landeten im Nichts und wir wussten nicht, wie wir wieder von dort entkommen konnten. Wir sahen von Weitem so etwas wie die Bresche und gingen darauf zu in der Hoffnung, dass es sich um den Riss im Hof handelte. Wir begegneten der Göttlichen Justinia.“
Weiter kam die Elfe mit ihren Schilderungen nicht, denn Cassandra, welche jahrelang im Dienst der Göttlichen gestanden hatte, schrie fast auf. „Die Göttliche? Wie kann das sein?“
Hawke ergriff das Wort, weil Salis gerade ihre trockene Kehle mit einem Becher Wasser anfeuchtete. „Wir wissen nicht, ob es ein Geist war oder ihre Seele. Auf jeden Fall führte uns die Göttliche durch das Nichts.“
Die Dalish Elfe stellte den Becher auf dem Tisch vor ihr ab. „Ohne sie wären wir noch im Nichts gefangen.“ Sie hob die Hand mit dem Mal und schüttelte den Kopf. „Das Mal … es ist magisch, nicht göttlich. Ich kann mich wieder daran erinnern, was im Tempel der Heiligen Asche passierte. Corypheus wollte mit Hilfe der Wächter ein Ritual durchführen. Die Göttliche befand sich in seiner Gewalt. Ich hörte hinter einer Tür Schreie, öffnete und störte das Ritual. Justinia schlug Corypheus jene Kugel aus der Hand, mit welcher er in Haven versuchte, mir das Mal wieder abzunehmen. Dieses Mistding kullerte vor meine Füße und ich griff danach, ohne nachzudenken. So kam ich zu dem Mal und nicht anders.“
Ihr trauriger Blick traf Cassandra. „Ich weiß, wir alle wollten gerne glauben, dass der Erbauer mich gesandt hatte, dass ich wirklich Andrastes Herold bin. Nichts davon trifft zu, aber lasst mich nun fortfahren: Kurz bevor wir unser Ziel erreicht hatten, griff uns ein Dämon an. Die Göttliche, die nur noch eine Gestalt aus Licht zu sein schien, löste sich auf. Sie hatte wohl ihre Aufgabe erfüllt und ich hoffe, sie kann nun ihren Frieden finden. Wir kämpften uns den Weg frei. Dachten wir. Als wir auf den Riss zurennen wollten, versperrte uns ein riesiges Monster den Weg. Ich hoffe, das Ding findet nie hierher. Stroud blieb zurück, lenkte es ab, damit wir entkommen konnten.“ Salis wünschte sich sehnlichst einen Stuhl herbei. Sie fühlte sich ausgelaugt.
Varric nahm Hawke in die Arme und tröstete sie, denn Stroud war ihr stets ein guter Freund gewesen. Es herrschte betretenes Schweigen.
Cullen schubste wieder einige Kartenmarkierungen über den Tisch. Seine Art, die Gedanken zu sortieren. „Ich habe eine Nachricht in die Himmelsfeste geschickt, dass wir mit den Wächtern zurückkehren werden, außerdem erstellen wir gerade eine Liste der Gefallenen. Meine Soldaten nehmen persönliche Gegenstände an sich, die wir den Familien übergeben werden. Wir können die Leichen bei dieser Hitze nicht drei Tage auf Ochsenkarren transportieren, also müssen wir die Toten hier beerdigen. Bei den Wächtern machen wir es genauso. Einige von ihnen bereiten die Begräbnisse vor.“ Er wandte sich an die Sucherin. „Cassandra, könnt Ihr die Andacht übernehmen?“ Er räusperte sich verlegen. „Ihr findet sicher bessere Worte als ich.“
Die Angesprochene nickte lediglich. Nicht zum ersten Mal würde sie Grabreden halten und jedes Mal hoffte sie, dass es die Letzte blieb. Die Plane am Zelteingang wurde zurückgeschoben und ein Späher trat hinein. Er verbeugte sich und stotterte entschuldigend: „Wir sprachen eben mit den überlebenden Wächtern.“ Er holte einen Beutel hervor und legte diesen vorsichtig auf den Kartentisch.
„Was ist das?“ Salis betrachtete den Gegenstand argwöhnisch.
Der Späher leerte den Beutel aus. „Einige der toten Wächter hatten ebenfalls Familien.“
Schockiert starrten alle auf die gesammelten Erinnerungen. Babyschuhe, Medaillons, ein Taschentuch, eine kleine Zeichnung eines Kindes. Dorian nahm eines der Schmuckstücke in die Hand und öffnete es. Darin lag eine Haarsträhne, ihm traten die Tränen in die Augen und er konnte es nicht verheimlichen. Wollte es nicht. Beklommenheit machte sich breit.
„In einem Krieg leiden stets beide Seiten. Hinter den meisten Soldaten stehen Familien. Auf dem Schlachtfeld vergisst man das. Man MUSS es vergessen, sonst kann man nicht kämpfen.“ Cullen konnte nicht aufhören, auf den Babyschuh zu starren. Gedanken an seine jüngere Schwester schwirrten durch seinen Kopf. Am liebsten hätte er sich irgendwo verkrochen, um seinen Gefühlen freien Lauf lassen zu können. Seine Gesichtsmuskeln zuckten unkontrolliert, so dass Cassandra seinen Arm sachte mit der Hand berührte, die stumme Frage in ihren Augen, ob es ihm gut ginge. Er versuchte, zu lächeln.
„Ich dachte, Graue Wächter können keine Kinder bekommen, wegen der Verderbnis, die sie in sich tragen?“ Salis Stimme durchbrach die unangenehme Stille.
„Es scheint Ausnahmen zu geben, außerdem könnte es sein, dass einige der Wächter schon vor dem Beitritt Eltern waren.“ Cassandra dachte an Fiona, die ja schließlich auch als Wächterin einen Sohn zur Welt gebracht hatte.
„Reden wir mit ihnen.“ Hawke machte wieder einmal klar, dass sie keine Freundin vieler Worte war und der Sucherin gefiel diese Einstellung, sie folgte ihr auf dem Fuße. Die beiden trafen Fiona bei den Wächtern an. Auf dem Boden lagen mit Decken verhüllte Körper.
Die ehemalige Großverzauberin wirkte müde und traurig. „Und alles nur, weil sie das Richtige tun wollten.“ Sie ließ kraftlos die Schultern hängen. „Sie waren verzweifelt und ängstlich.“
Salis war den Frauen gefolgt und blickte über die Reihen der Gefallenen. Letztendlich waren die Wächter ihrer Anführerin blind gefolgt, so wie die Templer ihren Offizieren. Geradewegs ins Verderben. Die Elfe wandte sich an einen Späher der Wächter. Einen der letzten Überlebenden, denn diese Truppengattung war der Blutmagie zuerst zum Opfer gefallen. Sie waren entbehrlich gewesen. „Wo sind die Familien der Wächter? Ihre Kinder?“
Der Mann hatte neben einem Kameraden gekniet, um sich von ihm zu verabschieden. Er erhob sich schwerfällig und drehte sich langsam zu ihr um. Tränen liefen über sein vom Staub verschmutztes Gesicht und hinterließen dunkle verkrustete Spuren auf seiner Haut. Es dauerte eine Weile, bis er wieder klar denken konnte. Zu sehr hatte ihn die Trauer von dieser Welt fortgerissen. „Wir ließen sie in unserem Stützpunkt in Montsimmard zurück.“ Er sah die Frauen flehend an. „Wir mussten sie vor dem Blutritual beschützen, also schlossen sie sich ein.“ Der letzte Satz war nicht mehr als ein Wimmern, er fiel wieder auf die Knie und Fiona verabreichte ihm einen Trank.
„Eingeschlossene Kinder? Verdammte Scheiße, wir müssen etwas unternehmen.“ Salis schaute Hawke und Cassandra entsetzt an.
„Verurteilt uns nicht, Inquisitor. Als wir sahen, was Kommandantin Clarel und die Magier vorhatten, mussten wir handeln. Man wollte uns zwingen ihnen zu folgen, wollte dass wir uns opfern. Wir hatten Angst, brachten unsere Kinder in die Kellergewölbe. Es kam zum Kampf mit unseren Schwestern und Brüdern und wir waren in der Minderheit. Die Kinder sperrten sich selbst in den Weinkeller ein, uns legte man in Ketten und schleppte uns hierher in die Festung. Erst als Ihr angegriffen habt, konnten wir uns befreien. Dann kamt Ihr hinzu.“
„Machen wir uns auf den Weg. Was gibt’s da noch zu überlegen? Die Andacht muss nun doch Cullen halten, aber als gläubiger Templer wird er das schon richtig machen.“ Die Sucherin stapfte wieder zurück zum Zelt und informierte die anderen, während Salis und der Champion zu den Pferden gingen. Ihre Müdigkeit war wie weggefegt.
Sowohl Hawke, als auch die Dalish Elfe und Cassandra hatten jeweils ihre Familien verloren. Die Kinder zu retten erschien den Frauen als selbstverständlich, darum überließen sie dies auch nicht ihren Soldaten, sondern machten sich selbst auf den Weg.

Eine halbe Stunde später bewegte sich eine große Gruppe von Reitern eilig über die Sandebenen. Sie hatten Proviant dabei und drei Wächter, zwei Männer und eine Frau, allesamt Eltern der eingeschlossenen Kinder, die sich in der Festung in Montsimmard auskannten, begleiteten sie. Eigentlich wollte sich Hawke verabschieden, aber die Sorge um die Kinder ließ sie ihr Vorhaben überdenken.
Annabelle und William begleiteten sie, da sie beide hervorragende Heiler waren. Varric kam eher wegen Hawke mit und der Bulle wegen Dorian, den es dazu trieb, hier zu helfen, da ihm Blutmagie absolut zuwider war. Vielleicht wollte er damit auch beweisen, dass nicht jeder Magier aus Tevinter gleich ein schlechter Mensch war.  Krem verblieb mit den Sturmbullen in Adamant.

Der Morgen in der Himmelsfeste begann eher gemächlich, was an der allgemeinen Müdigkeit lag, denn die meisten Menschen dort hatten die ganze Nacht hindurch auf Nachrichten aus den Westgraten gewartet.
Leliana goss sich eine weitere Tasse Tee ein und hoffte, dass dieser sie ein wenig wacher machen würde. Sie saß im unteren Hof vor der Küche, starrte Löcher in den Himmel, um jede Krähe rechtzeitig zu erspähen. Um diese Tageszeit war es noch recht frisch innerhalb der Festung, aber dennoch sank die Temperatur nie unter zehn Grad. Niemand dachte mehr darüber nach, warum das so war. Elfenmagie eben …
In einem der drei Zelte der Kampfmagier schien sich Leben zu regen. Die Meisterspionin hörte Gemurmel und die Stimme ihrer besten Freundin. Josephine hatte mit den Kindern zur Ablenkung eine Märchennacht veranstaltet. Dazu wurden kurzerhand die Feldbetten entfernt und durch ein riesiges Lager aus Stroh ersetzt, auf dem sich alle nach Lust und Laune herum lümmeln konnten.
Damit man keine Kerzen anzünden brauchte und Gefahr lief, die trockene Schlafunterlage versehentlich zu entzünden, ließen Kieran und Nathaniel abwechselnd einen kleinen Lichtzauber über dem Vorleser schweben. Am Vorabend wechselten sich Leliana und die Botschafterin zusammen mit Niin ab, die gerade von der Plünderung der Küche zurück kam und gehofft hatte, ungesehen in ihr Quartier gelangen zu können.
Leliana erwischte die Elfe beim Vorbeischleichen und verdonnerte sie dazu, ein ganzes Kapitel vorzulesen. Für eine Stunde ließ sich die Meisterspionin ebenfalls auf dem Lager nieder, um Niins weicher Stimme zu lauschen, welche ihr, dem Lied eines Barden gleich, Schauer über den Rücken jagte. Wenn es nach ihr ginge, könnte sie der Stimme ihrer Liebsten den ganzen Tag zuhören, außerdem machte es ihr Freude, dass Niins Genesung so große Fortschritte machte.

Josephines zerzauster Haarschopf kam zum Vorschein. Sicher musste man die Kinder der Magier nicht mehr rund um die Uhr beaufsichtigen, aber sie hatte dafür gesorgt, dass die Mädchen und Jungs für eine Zeit lang von der Angst um ihre Eltern abgelenkt wurden. Die Botschafterin streckte sich, schaute in die Runde und erblickte Leliana, die ihr zuwinkte. „Du siehst etwas … mitgenommen aus, Josie.“ Die Meisterspionin rührte gelassen ihren Tee um, in welchen sie drei Würfel Zucker hineingetan hatte.“Wie war die Nacht?“
Die Botschafterin gähnte ungeniert. „Prachtvoll. Alina hat ihre Tage bekommen und Kieran leidet immer noch an Verstopfung.“
Lelianas Augen wurden groß vor Erstaunen. „Ah … oh … das ist … ärgerlich. Beides.“ Sie versuchte ernst zu bleiben, aber ihre Gesichtsmuskeln wollten es anders und sie musste lachen.
Das wirkte ansteckend und Josephine begann, ebenfalls zu grinsen. „Du hättest die Jungs sehen sollen. Sie drängelten sich verschreckt in einer Ecke des Zeltes zusammen. Es hat allerdings eine ganze Weile gedauert, bis ich Alina beruhigen konnte. Sie wusste zwar, was es mit dem monatlichen Schrecken auf sich hat, aber dass er bei ihr so zeitig Einzug halten würde, war nicht abzusehen. Und versuch' mal, mitten in der Nacht Damenbinden zu organisieren.“ Leliana verschluckte sich am Tee und spuckte ihn, vor Lachen prustend, quer über den Tisch. „Und Deine Manieren waren auch schon mal besser, meine Liebe.“
Die Meisterspionin wischte sich die Tränen aus den Augenwinkeln. „Beim Erbauer! Das hätte ich gerne gesehen.“
Josephine kicherte amüsiert. „Allein Kierans panischer Gesichtsausdruck war goldig. Der Ärmste. Morrigan hatte wohl bei seiner Aufklärung einiges ausgelassen?“
„Sieht ihr gar nicht ähnlich. Normalerweise ist sie nicht zimperlich bei der Umschreibung menschlicher … Funktionen. Und warum kann Kieran nicht aufs Klo?“
„Er ekelt sich vor den Latrinen. Kein Wunder, denn er ist im Palast aufgewachsen. Da war alles aus Marmor und Porzellan. Hier ...“, sie seufzte. „...ist es eher rustikal. Ich habe auch lange gebraucht, um mich daran zu gewöhnen. Nie hat man seine Ruhe und so mancher ferkelt den Abort dann noch zu. Zum Glück haben wir nun Bedienstete, die öfter mal saubermachen.“
Leliana grinste. Gerade kam Niin die Treppe hinab, wie immer nahm sie den Weg durch die Küche, allerdings hatte sie sich eine Zeitung unter den Arm geklemmt und verschwand damit in einer der Toiletten. Aus dem Zelt kam Nathaniel heraus und trieb seinen Freund Kieran zur Eile an.
„Ah, klappt's endlich?“ Josephine beobachtete die Jungs interessiert. Am Abend hatte eine Heilerin Morrigans Sohn noch ein leichtes Abführmittel verabreicht.
„Fanfare bitte.“ Leliana lehnte sich zurück und verschränkte die Arme vor der Brust.
„Ist das nicht ein wenig ekelhaft, beim Frühstück die Klos zu beobachten?“ Die Botschafterin rümpfte die Nase, konnte aber nicht aufhören, in die gleiche Richtung zu starren.
Ihre Freundin zuckte gleichgültig mit den Schultern. „Nö, nicht mehr, als meinen Vögeln im Turm beim scheißen zuzusehen.“ Sie schmunzelte verschmitzt. „Und glaube mir: die machen das wirklich ausgiebig und ständig. Meine armen Späher und ich sind rund um die Uhr damit beschäftigt, die Käfige sauber zu halten.“ Natürlich hätte sie ihren Untergebenen diese Drecksarbeit überlassen können, aber Lelianas Tierliebe sorgte dafür, dass ihr die riesigen Krähen am Herzen lagen, wenngleich diese nun wirklich nicht gerade zum Streicheln einluden, so wie ihre Nugs.

Niin trat aus der engen Kabine des Aborts, klemmte sich wieder das Val Royeaux Journal unter die Achsel und wusch sich an einem der Waschtische die Hände. Wie immer fehlte das Handtuch und so schüttelte sie sich stoisch die Hände trocken. Nach ihr kamen Kieran und Nathaniel zum Vorschein.
„Siehste. Ich hab' doch gesagt, es geht. Jeder gibt Laute von sich. Das ist normal.“
Williams Sohn verstummte, als die Stadtelfe ihn grinsend anschaute. „Laut, aber wirkungsvoll.“ Mit diesen Worten ließ sie die Jungs stehen und setzte sich nach Lelianas Begrüßungskuss zu den beiden Frauen. „Guten Morgen Botschafterin. Ihr seht recht ...“
„… mitgenommen aus.“ Josephine schmunzelte und erzählte von den Ereignissen der Nacht. „Ich würde gerne wieder in meinem Bett schlafen“, murmelte sie gähnend und die Meisterspionin merkte nun auch, wie sehr ihr die durchwachte Nacht in den Knochen steckte.
Niin konnte sie nichts vormachen. „Du solltest Dich ausruhen, Leli“, sprach sie mit besorgtem Blick und legte ihren Arm um die Schulter der Meisterspionin, die ihren Haarschopf an den Hals der Elfe schmiegte und einen Moment lang die Augen schloss. Niins Hand wanderte in Lelianas Genick und begann damit, die kurzen Haare zu kraulen, was der Rothaarigen einen wohligen Laut entlockte. Sie lächelte zufrieden.
Josephine beobachtete die beiden schmunzelnd. Endlich hatte Leliana jemanden an ihrer Seite, bei dem sie sich nicht verstellen musste, der nichts von ihr verlangte. Niin liebte Leliana bedingungslos und umgekehrt war es genauso. „Ihr zwei seht entzückend aus.“
Die Meisterspionin öffnete ein Auge und brummelte: „Du weißt ja, dass 'entzückend' der kleine Bruder von 'zum kotzen' ist, oder?“ Sie zwinkerte der Freundin zu.
Die Antivanerin seufzte lachend und schüttelte den Kopf. „Du bist unmöglich, aber danke, dass Du mich so gut abgelenkt hast.“
„Wir sind alle mit den Gedanken in Adamant, Josie.“ Leliana erhob sich widerwillig und Niin stand mit ihr auf. „Ich beziehe wieder meinen Posten.“ Ein strenger Blick. „Und Du, mein Schatz, gehst brav in Dein Bett.“
„Mir geht’s gut“, versicherte Niin protestierend, aber sie wusste nur zu gut, dass allzu langes auf den Beinen Sein einen Schwächeanfall hervorrufen könnte. Leliana brachte sie deshalb auch bis zur Tür ihres Quartiers und verabschiedete sich mit einem Kuss auf die Wange der Elfe, welche ihre Arme um den Hals der Meisterspionin schlang und sie an sich zog.
„Denk' an das, was Annabelle gesagt hat, Nari.“ Leliana löste sich vor Bedauern seufzend aus der Umarmung. „Mindestens zehn Tage keinen Sex, am besten vierzehn Tage.“
„Wenn mich etwas umbringt, dann die Warterei“, murrte Niin trotzig und pustete sich verärgert eine graue Haarsträhne aus der Stirn. Sie legte sich dennoch brav ins Bett und war schon eingeschlafen, als Leliana gerade damit fertig war, sie sorgsam zuzudecken.

Die Meisterspionin eilte wieder hinunter in die Haupthalle und fluchte erneut darüber, dass es von den Quartieren aus keinen direkten Zugang gab. Immer musste man die Seite über die Empore wechseln. Sie durchquerte die große Halle und staunte, wie schnell die Handwerker mit der Renovierung fertig geworden waren. Nun wurde der lange Raum für die Hochzeit geschmückt. Josephine hatte sich bei der Bestellung der Dekoration in Unkosten gestürzt.
Leliana öffnete das Arbeitszimmer der Botschafterin schwungvoll, fand ihre beste Freundin allerdings nicht vor und entdeckte den Stapel ungeöffneter Briefe auf dem schweren Schreibtisch. Da die Schreiben meistens offizieller Natur waren, ging sie diese durch und sortierte jene von privater Natur aus. Jedenfalls Josephines persönliche Post. Die anderen Briefe wanderten vorher zu ihren Spionen. Es gab kein Dokument, das ungelesen zu seinem Adressaten kam. Zu groß war die Angst vor Spionen in den eigenen Reihen und die Botschafterin reichte die Post jeden Morgen an die Meisterspionin weiter.
Eigentlich sah es der Botschafterin nicht ähnlich, das Arbeitszimmer unverschlossen zu lassen. Die Meisterspionin blickte sich um, begann sich zu sorgen, hörte aber dann eine energische Stimme, welche ein paar arme Bedienstete herum scheuchte. Offensichtlich eine neue Lieferung aus Val Royeaux.
Neugierig trat Leliana in die Halle. „Josie, Du bekommst noch einen Nervenzusammenbruch.“ Sie schüttelte lachend den Kopf, während ihre Freundin hektisch in einigen Kisten herumwühlte und eine Flasche hervorholte.
„Das ist Wein von unserem Gut.“ Josephine starrte ungläubig auf das Etikett.
„Na, dann kann die Feier ja beginnen.“ Die Spionin schnappte sich eine weitere Flasche und hielt sie prüfend in die Höhe. „Von wem sind die?“
Die Botschafterin zuckte mit den Schultern. „Sie wurden in Val Royeaux aufgegeben.“ Erneut tauchte ihre Hand tief in die Kiste hinab und fingerte ein Schreiben hervor.

Hallo Schwesterchen,
wir dachten uns, dass unser Wein bei einer solch denkwürdigen Feier nicht fehlen sollte. Hoffentlich haben wir großzügig genug kalkuliert.
Deine lieben Geschwisterlein Yvette, Laurien und Antoine

„Das sieht Deinen Geschwistern ähnlich.“ Leliana grinste amüsiert.
„Wie lieb von ihnen.“ Josephine traten die Tränen in die Augen.
„Warte mal, Josie. Hattest Du nicht gesagt, die Kisten wurden in Val Royeaux aufgegeben?“ Die Meisterspionin schob das Kinn nachdenklich vor.
„Vielleicht unser Handelsschiff?“ Sie schaute die Rothaarige ratlos an. „Da wir nun wieder Handel mit Orlais betreiben dürfen, sind meine Brüder Laurien und Antoine sicher nicht untätig geblieben.“ Sie umarmte Leliana kurz. „Vielen Dank, dass Du alle Hürden beseitigt hast, damit die Montilyets nicht länger in Orlais geächtet werden.“
„Hürden und Assassinen, meine Liebe. Wer hätte gedacht, dass Eure Familie vor hundertfünfzig Jahren einmal Streit mit einer Adelsfamilie hatte? Aber das wäre nun ja geklärt. Auf Euch ist nicht länger ein Kopfgeld ausgesetzt.“
„Das war der Untergang des Familienvermögens.“ Josephine blickte sich um. „Ich weiß, ich hätte sparsamer sein sollen, aber ich wollte Salis überraschen und es soll ein unvergesslicher Tag werden.“
Leliana legte den Arm um sie. „Mach' Dir keine Gedanken. Wir legen einfach zusammen. Salis, Niin, Cassandra und ich. Sicher auch Varric. Es WIRD ein unvergesslicher Tag.“
Ein Späher eilte herbei, er war außer Atem und keuchte: „Lady Montilyet, eine Kutsche fuhr eben vor mit einigen Besuchern. Sie sagten, dass sie Euch kennen.“
Und schon rannte Josephine an ihm vorbei, die Treppen hinab in den oberen Hof. Von dort lehnte sie sich über die Mauer, schrie und winkte vor Freude über die Ankömmlinge. Zwei Männer und eine Frau hoben die Köpfe und winkten lachend zurück. Allesamt hatten eine dunklere Hautfarbe, schwarze Haare und die typische Adlernase der Familie.
Die Botschafterin sprang die Treppen hinab und Leliana hatte ihre Mühe, hinterher zu rennen. Die Begrüßung war antivanisch stürmisch, mit großem Hallo und noch mehr Tränen. Einige Soldaten schauten neugierig, was eine Lady Montilyet so aus der Fassung bringen konnte.
Leliana wurde einfach in die Begrüßung mit einbezogen, schließlich kannten Josephines Geschwister sie recht gut. Nachdem sich die Gemüter wieder ein wenig beruhigt hatten, erspähte sie einen vierten Fahrgast in der Kutsche, der offensichtlich etwas eingeschüchtert wartete, bis sich der Tumult gelegt hatte. Sie öffnete die Tür vorsichtig und begrüßte den grauhaarigen Mann. „Darius Aclassi, nehme ich an?“ Sie wusste zwar, dass Krems Vater aus Tevinter abgereist war, nachdem Josephines Beziehungen und nicht zuletzt die Dorians dafür gesorgt hatten, dass er aus der Sklaverei frei kam, aber wann er nun wirklich ankommen würde, das blieb eine Überraschung.
Er lächelte schüchtern und stieg aus der Kutsche aus. Als er vor ihr stand, bemerkte Leliana wie ähnlich Krem ihm war, außer dass der Mann vor ihr von recht hagerer Gestalt schien. Offensichtlich hatte man ihn in Tevinter neu eingekleidet und die Hose schlotterte um seine Beine.
Josephine begrüßte ihn ebenfalls, während ihre Geschwister das Gepäck abluden. Ihr war schleierhaft, warum sie dies nicht den Bediensteten überließen, aber sie wollten unbedingt eine große Kiste persönlich tragen.
„Geh' Du mit Deiner Familie, ich zeige Ser Aclassi seine Unterkunft und erzähle ihm ein wenig.“ Leliana hakte sich einfach bei Krems Vater unter und ihr gewinnendes Lächeln durchbrach seine Zurückhaltung. Er ließ sich mit großen Augen von ihr durch die Festung führen. Die endgültig fertiggestellte Taverne verfügte nun in den beiden oberen Geschossen über einige kleine Zimmer und Darius Aclassi konnte es sich in einem davon gemütlich machen. Vorerst alleine.

Die Montilyets zogen laut plappernd durch die Haupthalle in Josephines Arbeitszimmer. Dort verteilten sich ihre Geschwister umgehend auf drei bequemen Sesseln. „Mach' die Kiste auf!“, forderte Yvette sie ungeduldig auf.
Ihre ältere Schwester öffnete das Behältnis vorsichtig und spähte hinein. Sie legte die Hand vor den offenen Mund und konnte nicht glauben, was sie sah.
„Ist von uns allen.“ Laurien war aufgestanden und zog ein weißes Kleid aus der Kiste, wohl darauf bedacht, dass es nirgends festhängen konnte. Er hielt es Josephine entgegen. „Ich hoffe, es passt.“
Yvette musterte die Botschafterin skeptisch. „Du hast abgenommen. Könnte sein, dass es zu groß ist.“
„Ihr seid ja verrückt“, jauchzte Josephine überglücklich. „Natürlich passt es.“
Erneut umarmten sich die Geschwister. „Ich liebe Familienknuddeln. Besonders seit Yvette aufgehört hat, mir gegen die Schienbeine zu treten.“ Antoine war etwas größer als der Rest der Gruppe. Er bändigte sein langes schwarzes Haar mit einem geflochtenem Zopf und trug einen Backenbart. Das brachte ihm den Beinamen „der Pirat“ ein.
Seine jüngere Schwester steckte ihm frech die Zunge heraus. „Ich kann gerne wieder damit anfangen.“
Josephine lachte ausgelassen, wurde dann aber schlagartig ernst, so dass ihre Geschwister sie fragten, was passiert sei. Sie erzählte ihnen, was gerade in den Westgraten vor sich ging.

Am Nachmittag überkam Leliana abermals eine bleierne Müdigkeit. Josephine hatte sich zu ihr in den Turm gesellt, ihre Geschwister ruhten sich derweil von der Reise aus. Sie gähnte und öfter fielen ihr die Augen zu, aber schlafen gehen wollte sie nicht. Je mehr der Tag sich den Ende neigte, desto unruhiger wurde sie.
Niins Haarschopf erschien, vorsichtig Ausschau haltend, im Treppenhaus. Ein Späher lief hinter ihr und hatte etwas Tee und Gebäck mitgebracht, das Leliana dankend entgegen nahm. Immer mehr ihrer Leute fanden sich hier oben ein mit den unterschiedlichsten Ausreden. Jedenfalls waren die Vogelkäfige so sauber wie noch nie.
Dann endlich flatterte eine große Krähe in den Turm hinein und setzte sich auf einen der Käfige, bis man ihr die Nachricht vom Fuße abnahm. Der Zettel wurde eilig an Leliana weitergereicht, die ihn schnell überflog und dann laut vorlas:

Adamant ist gefallen, die Wächter besiegt. Innerer Kreis und Sturmbullen wohlauf. Nicht so viel Gefallene wie befürchtet. Clarel tot. Überlebende Wächter kommen mit uns. Vorerst.
Kommandant Cullen

Jubelrufe wurden laut, die Krähen kreischten verschreckt in ihren Käfigen und Josephine fiel ihrer besten Freundin weinend um den Hals. „Endlich eine Nachricht“, schluchzte sie in Lelianas Haar. Niin stand daneben und streichelte ihr zur Beruhigung über den Rücken.
Die Drei saßen bei Tee und teilten sich das Gebäck mit dem erschöpften Tier, das sich diesen Leckerbissen redlich verdient hatte. Sie waren alle zu aufgedreht, um zu Bett zu gehen.  Niemand hatte mit einer zweiten Nachricht gerechnet. Wieder nahm ein Späher die Nachricht in Empfang, las sie und schaute die Meisterspionin irritiert an. „Ich habe keine Ahnung, was das zu bedeuten hat. Mylady. Ist das ein neuer Code?“
Er reichte den Zettel an sie weiter.

Brechen sofort nach Montsimmard auf. Müssen Kinder der Wächter retten. Reiten nachts durch. Salis Lavellan.

Leliana machte ein ebenso perplexes Gesicht wie ihr Späher. „Was soll das?“
„Unter den Gefallenen Wächtern befanden sich Eltern?“ Josephine starrte ihre Freundin entsetzt an.
Niin vergaß für einen Moment das Kauen, verschluckte sich dann und trank etwas Tee. „Wie viele mögen das sein? Wir müssen Schlafstätten vorbereiten.“
„Die Ärmsten sind sicher total verängstigt.“ Die Botschafterin stand auf, alle Müdigkeit war verflogen. „Ich kümmere mich um die Unterbringung. Wartet hier auf weitere Nachrichten. Ser Aclassi lasse ich wissen, dass Krem wohlauf ist.“

Sera traf kurz vor Einbruch der Nacht in der Himmelsfeste ein. Sofort teilte man ihr die guten Neuigkeiten mit, sie freute sich zwar, hörte aber nur mit einem Ohr zu. Sie brannte darauf, der Nachtigall von ihren Nachforschungen zu erzählen. Müde rutschte sie aus dem Sattel und war dankbar dafür, dass ein Stallbursche ihr Pferd versorgte.
Sie nahm die Abkürzung durch die Küche und schnappte sich einige Leckerbissen im Vorbeigehen, welche vom Abendessen übrig geblieben waren. Eigentlich hatte der Koch diese für Niin bereit gestellt und dementsprechend schlecht gelaunt machte er sich daran, einen neuen Teller bereitzustellen. „Verfressene Elfen“, knurrte er vor sich hin.
Sera hoffte, die Meisterspionin im Turm vorzufinden und traf sie bei der Pflege der Vögel an. Niin hielt die riesige Krähe aus den Westgraten, welche sie „Barbar“ genannt hatte, auf dem Arm und strich ihr durch das Gefieder. Außer ihr wagte sich keiner näher als zwei Meter an das Tier heran.
Leliana lächelte der elfischen Streunerin freundlich zu und bot ihr einen Platz an. „Wie ist es gelaufen?“
Sera angelte sich den Tee und spülte damit das trocken gewordene kalte Wildbret hinunter, ihre fettigen Finger wischte sie einfach an ihrer Kleidung ab. „Bei Andrastes Titten! Ich hätte nie gedacht, dass wir in einem Hornissennest herumstochern würden. Wir sind den Händlern gefolgt, die rotes Lyrium an Corypheus Mittelsmänner verkaufen und auf etwas gestoßen ...“ Sie holte tief Luft und wurde blass. „Es ist zum kotzen. Ich meine … nicht nur schlimm … nein, echt zum kotzen.“
„Beruhigt Euch.“ Niin schob ihr den Rest des Gebäcks hin.
Sera langte ordentlich zu, stopfte sich fast alles auf einmal in den Mund und strapazierte Lelianas Geduld, als dieser beim Sprechen die Krümel entgegen flogen. „Das Lyrium, es wächst auf Leuten. Sie bauen es nicht nur in einem Steinbruch ab, sondern züchten es auch.“
„Wir wissen, dass es auf einem Menschen zu wuchern beginnt. Salis sah es in der Zukunft. Fiona war mit dem Zeug fast zur Gänze überzogen.“ Die Meisterspionin spürte, wie sich ihre Nackenhaare aufstellten. Sie warf Niin einen schnellen Blick zu.
„Sie kaufen Sklaven.“ Seras Gesicht verzog sich zu einer verzweifelten Grimasse, ihr standen die Tränen in den Augen. „Versteht Ihr? Es gibt einen Sklavenhändler in Val Royeaux, der über Nachschubprobleme jammert. Sie plündern Gesindeviertel, entführen Elfen.“
Niin wurde schwindelig und sie hielt sich an der Tischkante fest, weil sie befürchtete, sonst vom Stuhl zu kippen. Lelianas Hand legte sich eilig auf ihre Schulter. „Wie damals in Denerim ...“ wisperte die Stadtelfe fassungslos. Ihr wurde schlecht.
„Konntet Ihr ermitteln, wer genau die Mittelmänner sind, die Corypheus mit Sklaven versorgen?“ Die Meisterspionin schob ihren Stuhl nahe an Niin heran und legte ihren Arm um ihre Liebste.
„Einige Adlige haben sich nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Diese Bastarde!“ Seras Faust landete krachend auf der Tischplatte. „Allen voran ein gewisser Lord Levevre. Er kauft die meisten Sklaven ein. Keine Sau schert es, wenn ein paar Elfen verschwinden.“
Lelianas Herz krampfte sich zusammen. Was wäre Niin wohl zugestoßen, wenn nicht der Zufall sie in Haven hätte stranden lassen?
„Ihr beide seht aus, als wäre Euch ein Geist begegnet.“ Sera schaute die beiden Erschrockenen abwechselnd an. Niin fand ihre Sprache wieder und erzählte ihr, was damals in Haven geschehen war.

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