Der Tag war gerade erst angebrochen, da herrschte in der Himmelsfeste schon reger Betrieb. Leliana gab ihren Spionen und Spähern letzte Anweisungen. Ihre Leute standen in Reihe und Glied, abmarschbereit, das Gepäck in Rucksäcken verstaut. Etliche Ochsenkarren warteten in einer Reihe die ganze Brücke entlang.
Salis tat sich wie immer schwer damit, sich von Josephine zu verabschieden und hielt sie diesmal recht lange im Arm. „Ich komme zurück, das verspreche ich Dir, ma vhenan.“ Sie küssten sich und dann schwang sich die Elfe auf ihren Hengst Zuckeröhrchen, während die Botschafterin sich darum bemühte, nicht die Fassung zu verlieren.
Cullen schritt die Reihen seiner Soldaten ab, machte eine strenge Miene und koordinierte das Beladen der Karren. Zum Glück hatte er schon die Hälfte seiner Leute vorausgeschickt und so blieb das Chaos überschaubar. Auch er setzte sich auf sein Pferd und ritt hinter Salis über die Brücke zum Anfang der Kolonne.
Die Kampfmagier verabschiedeten sich von ihren Familien, es gab viele Tränen. Annabelle und Morrigan brachten es fast nicht übers Herz, Kieran und Alina zurückzulassen. Die beiden zogen sich auf die verlassenen Wehrgänge zurück, verwandelten sich und schossen als Raben hinauf in das Blau des Himmels. Sie würden viel früher in den Westgraten ankommen und das Gelände sondieren.
Josephine hatte alle Hände voll zu tun, weinende Kinder zu trösten. Drei Ehefrauen der Kampfmagier blieben in der Feste, ebenso wie die drei Handwerker. Ganz alleine unter Fremden waren die Kinder also nicht.
Die Sturmbullen setzten sich in einen Ochsenkarren und Harding kletterte zuletzt zu ihnen, nachdem sie sich vergewissert hatte, dass ihre Leute alle untergekommen waren. Dreißig Späher, zwanzig Soldaten, acht Templer, zwölf Kampfmagier. Dazu kam die Vorhut mit noch einmal zwanzig von Cullens Leuten und den dreißig Pionieren des orlaisianischen Adels, welche außerdem einen Rammbock besaßen und zwei Triboks. Nachdem die Inquisition Kaiserin Celene gerettet hatte, zeigten sich etliche Adelshäuser außerordentlich kooperativ und so konnte sich Cullen über die Verstärkung seiner eigenen Truppen freuen.
William ritt neben Cassandra an der Spitze her, ihnen folgten Blackwall, Dorian und Solas. Varric hatte sich in den Karren zu den Sturmbullen gequetscht und Fiona gesellte sich zu den Kampfmagiern. Der lange Tross setzte sich in Bewegung. Auch Sera saß auf einem Pferd. Erst unterhalb von Val Royeaux würden sich ihre Wege trennen, denn dort warteten ihre Kontaktleute der Roten Jenny.
Die Wangen der jungen Frau leuchteten rot vor Aufregung. Noch nie in ihrem Leben hatte man ihr eine solch verantwortungsvolle Aufgabe gegeben und sie würde alles tun, um Salis und Cullen zu zeigen, dass man sie zu Recht damit betraut hatte.
„Beeindruckend.“ Die Dalish Elfe drehte sich im Sattel um und besah sich den Konvoi. Die Gesichter aller waren ernst und angespannt. Vom Tal hinauf konnten sie Korporal Vale mit seinen Leuten sehen, der wieder Stellung in der Feste bezog.
Diesmal brauchten sie drei Tage, denn die Ochsenkarren hatten eher ein gemächliches Tempo. Es machte auch wenig Sinn, voraus zu reiten, also ließen sich Salis und ihre Begleiter tagsüber von der Langsamkeit mitreißen und hingen träge ihren Gedanken nach. An jedem Rastpunkt ließen sie Zelte, etwas Proviant und Decken zurück.
Abends wurde es geschäftig, wenn es darum ging, das Lager aufzuschlagen. In der Dämmerung des zweiten Tages kamen zwei Raben angeflogen, umkreisten den Rastplatz und landeten schließlich etwas weiter weg. William meinte zwar, dass die beiden Magierinnen sich diese Mühe sparen könnten, aber ihnen war es lieber, wenn sich ihre Fähigkeiten als Gestaltenwandlerinnen nicht so schnell herumsprechen würden.
Bei Tagesanbruch versammelte Cullen all jene um sich, die beten wollten. Aus allen Truppengattungen knieten sich Leute hin, während er den Gesang des Lichtes rezitierte. Auch Cassandra gehörte zu den Betenden, denn Templer wie Sucher waren einst Teil der Kirche gewesen und dementsprechend gläubig.
Salis glaubte zwar an die Elfengötter und nicht an den Erbauer, aber sie setzte sich so lange auf einen Baumstamm und hörte schweigend zu, während sich zwei Späher zu ihr gesellten, die ebenfalls vom Volke der Dalish waren.
Der Bulle packte seine Tasche auf den Karren und flüsterte Varric zu: „Wenn wir sie mit Gebeten besiegen könnten, wäre Adamant jetzt gefallen.“
Der rothaarige Zwerg reagierte erstaunlich unwirsch. „Lass ihnen doch ihren Glauben. Das lässt sie alles besser ertragen.“ Er drehte sich um und stapfte davon. Als er sicher war, dass ihn keiner sah, betete er ebenfalls.
Dorian sattelte sein Pferd in aller Stille. Auch ihm waren während des Ritts alle möglichen Gedanken durch den Kopf gegangen. Sich mit seinem Vater aussöhnen, der nur auf eine Antwort seines Sohnes wartete. Dem Bullen seine Liebe eingestehen. Und was hatte er in der letzten Nacht in der Himmelsfeste stattdessen getan? Mit ihm Sex gehabt, dann ging er ohne ein Wort zu sagen davon. Als wäre er zu einer Hure geschlichen, um sich das zu holen, was er brauchte. Er schämte sich für sein Verhalten. Das erste Mal in seinem Leben.
Solas blickte die Betenden mit einem Gesichtsausdruck an, den man nur als angewidert beschreiben konnte. Salis beobachtete ihn und merkte kaum, dass Blackwall sich neben sie gesetzt hatte. „Ich frage mich, ob alle Elfen den Glauben der Menschen verachten?“
Sie schüttelte energisch den Kopf. „Ich respektiere jede Form von Glauben, wenn er friedlicher Natur ist. Solas reagiert bei der bloßen Nennung der Elfengötter genauso. Ich habe mich recht oft mit ihm darüber gestritten.“
Der Graue Wächter zog eine buschige Augenbraue hoch. „Ist dem so?“
„Was mich noch mehr stört, ist ein Gespräch, das ich nach Winterpalast mit ihm führte. Immerhin hatten wir Kaiserin Celene und Briala, ihre elfische Beraterin wiedervereint. Ich sagte zu Solas, dass es ein großer Fortschritt für unser Volk sei.“ Sie schaute Blackwall an. „Und wisst Ihr, was Solas sagte? 'Unser Volk? Ach so, Ihr meint die Elfen?' Versteht Ihr Blackwall? DIE Elfen, nicht etwa UNS Elfen.“
„Ich weiß nicht, was ich davon halten soll. Ehrlich nicht.“ Er wandte den Blick nicht von ihr ab.
„Mann kann nie sicher sein, wen man vor sich hat.“ Salis stand auf, ging zu ihrem Pferd und ließ den erschrockenen Wächter sitzen. Es dauerte einige Minuten, bis sich Blackwall gesammelt hatte und sich ebenfalls erhob.
Morrigan und Annabelle setzten sich nun in die Ochsenkarren und in etlichen Gesichtern stand die Frage geschrieben, woher sie aus dem Nichts auf einmal wieder aufgetaucht waren. Beide Frauen reagierten auf Varrics Witze und die Zoten des Bullen nach drei Stunden mit wachsender Verärgerung. Lace saß schon wie eine Gewitterwolke im Karren der Sturmbullen und Krem warf seinem Häuptling vergebliche Blicke zu, um ihm zu signalisieren, dass es gleich Streit geben würde.
„Und die wundern sich, warum sie keine Frau abkriegen“, raunte Morrigan ihrer Schwester zu, die breit grinste und nickte. Cullen ritt neben den beiden her und spitzte amüsiert die Ohren. Nun wurde die Magierin etwas lauter. „He, Tethras! Eure dreckigen Witze mögen in den Kaschemmen von Kirkwall vielleicht gut ankommen, aber hier solltet Ihr Euch ein wenig beherrschen!“
„Nur weil ihr das Schoßhündchen der Kaiserin gewesen wart, müsst Ihr nicht glauben, etwas Besseres zu sein“, maulte der Zwerg.
„Schluss jetzt! Alle beide!“ Salis ging verärgert dazwischen, dann hielt sie ihr Pferd an und rief: „Meine Damen, dies ist die letzte Gelegenheit, hinter einem Busch zu verschwinden! Einige Kilometer weiter gibt es nur noch Felsen!“
Der Tross hielt an und etliche Frauen begaben sich ins Gestrüpp. Cassandra drückte William seufzend die Zügel ihres Reittieres in die Hand und auch Salis verschwand im Gebüsch. Dass sie von einem Strauch zum anderen mit der Sucherin redete, störte die beiden nicht mehr. Zu oft waren sie zusammen unterwegs gewesen. Krem dackelte murrend hinter Lace her und bevor Varric ihm etwas hinterherrufen konnte, bekam er vom Bullen einen Tritt vors Schienbein. Schweinische Witze waren eine Sache, das tat keinem weh, aber etwas auf seinen Hauptmann kommen lassen? Niemals! Auch wenn Krem sich als Mann fühlte, pinkeln musste er weiterhin als Frau und wenn ihn das noch so sehr nervte, da musste Varric nicht auch noch eine Bemerkung vom Stapel lassen.
„Ja, das Mannsein hat seine Vorteile.“ Cullen lächelte William verschmitzt an, der geduldig mit den Zügeln zweier Pferde in der Hand wartete.
Der Magier schmunzelte. „Wenigstens bleiben uns Begegnungen mit Schlangen, Skorpionen und giftigen Pflanzen erspart. Meistens zumindest.“
Salis tauchte wieder auf und schwang sich in den Sattel von Zuckeröhrchen. „Jetzt können wir mit Fug und Recht behaupten: die Inquisition war hier.“ Sie prustete lachend los, offensichtlich waren Elfen in Sachen Toilettenhygiene weniger verklemmt. Cullen kicherte dezent und William rutschte vor Lachen fast vom Pferd.
„Wenn es nur so einfach wäre, sein Territorium zu markieren.“ Cassandra versuchte, sich das Lachen zu verkneifen. Erfolglos.
„Dann würden wir Cullens Leute aussenden ...“ Die Dalish Elfe konnte nicht aufhören, zu lachen. „Wie bekomme ich bloß dieses Bild wieder aus meinem Kopf?“
„Denkt an einen bestimmten rothaarigen Zwerg.“ Morrigan ging an ihr vorbei. „Nackt.“
„He, Gelbauge! Ich wusste, dass Ihr auf mich steht!“ Varric grinste breit und zwinkerte der Magierin zu, die von Annabelle auf ihren Sitz gezogen wurde.
„Ich weiß schon, warum ich auf Zwerge allergisch reagiere“, knurrte Morrigan und dachte wieder an Oghren, den ständig besoffenen Zwerg aus Orzammar.
Salis drehte sich um und ritt die Reihen der Ochsenkarren ab. „Alle wieder aufgetaucht?“ Dann zogen sie weiter und bald ging das Getrappel der Pferdehufe in rotem Sand unter.

Es war noch hell, als sie das große Lager der Vorhut erreichten. Hawke und Stroud warteten hier. Einen Teil der beiden Triboks hatte man bereits aufgebaut und würde diesen bis zu einem Hügel vor Adamant ziehen. Von dort aus versprachen sich die Pioniere freies Schussfeld. Die Ochsen wurden ausgespannt und für diesen Transport eingesetzt. Soldaten wie Späher würden den restlichen Weg zu Fuß zurücklegen.
Sie stärkten sich am Lagerfeuer mit etwas Brot und Dörr- oder Stachelrückenfleisch, aber Salis schien einmal mehr der Magen verknotet zu sein. Sie legte das Brot weg. „In mich geht kein Bissen mehr rein.“
Cassandra, die neben ihr auf einem Stein saß, kaute lustlos auf einem Stück Stachelrückenfleisch herum. „Das wir einmal hier landen würden … es ist so viel passiert in den letzten Monaten, dass ich es nicht verdauen kann. Man findet kaum Zeit, einmal darüber nachzudenken.“
William rieb sich müde die Augen. „Unser aller Leben steht Kopf und es wird nie wieder so sein, wie zuvor.“ Er lächelte die Sucherin liebevoll an. „Aber ich möchte mein altes Leben auch nicht wieder haben.“ Er küsste Cassandras Wange und seine Lippen hinterließen eine Gänsehaut.
Dorians ohnehin schon schlechte Laune erreichte einen neuerlichen Tiefpunkt. Er musste etwas unternehmen, sonst war es vielleicht schon bald zu spät. Er stand auf, seufzte, ging zum Bullen und zog ihn beiseite. Salis sah ihn auf den Qunari einreden, der ihm geduldig zuhörte. Der Magier aus Tevinter gestikulierte wild herum, er war aufgeregt und dass der Bulle ihn nun anlächelte, spornte ihn noch weiter an. Plötzlich zog der Qunari Dorian an sich. Der Worte waren wohl nun genug gesprochen worden. Sie lagen sich in den Armen.
„Na, endlich.“ Die Dalish Elfe machte Cassandra mit einem Schubser ihres Ellenbogens auf die beiden aufmerksam, dann stand sie auf, denn Cullen bedeutete ihr mit einem Nicken, dass die Vorbereitungen abgeschlossen waren. Späher und Soldaten stellten sich in  Reih und Glied auf, die schweren Belagerungsgeräte nahmen sie in die Mitte. Lace ging an der Spitze ihrer Leute und Krem hielt sich an ihrer Seite, so lange er konnte.
Es war ein schweigender Marsch. In jedem Einzelnen wuchs die Anspannung, da konnte man ein noch so erfahrener Soldat sein. Auch Cullen bemerkte, wie sein Hals trocken wurde. Er durfte sich jetzt keine Schwäche erlauben. Annabelle hatte ihn noch überreden können, einen ihrer stärkenden Tränke zu sich zu nehmen. Für ihn ging es nicht nur um Adamant, die Wächter, sondern auch darum, dass er sich selbst bewies, die Position als Kommandant weiter innehaben zu können. Sollte dies nicht der Fall sein, würde er die Inquisition verlassen.
Salis Finger glitten über die Verzierungen ihres Verlobungsringes. Sie wünschte sich nichts mehr als ein ruhiges Leben an Josephines Seite, eine linke Hand ohne das Mal, ein Ende des Kampfes, Friede. Konnte es diesen überhaupt je geben? War da nicht immer einer, der Gewalt über andere brachte? Nach Macht strebte? Würde es immer so weiter gehen? Sie hatten sich in ihrer letzten gemeinsamen Nacht lange unterhalten, Pläne geschmiedet, teilweise aberwitzige, so dass sie lachen mussten, aber am Ende lag Josephine weinend in ihren Armen.

Salis riss sich zusammen. Vor ihnen tauchte Adamant auf, beeindruckend und beängstigend zugleich. Wie sollten sie eine solch große Festung bloß stürmen? Die Mauern ragten massiv empor wie Felsen an der Küste Kirkwalls. Man sah den Lichtschein etlicher Fackeln innerhalb der Festung  hin und her tanzen. Die Wächter wussten, was da auf sie zukam.
Eilig wurden die Triboks in Stellung gebracht und der Rammbock unterhalb des Hügels montiert. Es wäre eine zu gefährliche Sache gewesen, brennende Geschosse auf die Festung zu schleudern. Dank der Alchemisten nahmen sie Gefäße aus Ton, die mit einer hoch brennbaren Flüssigkeit gefüllt waren, die sich beim Aufprall entzündete. Jeder Tribok konnte so zwanzig Geschosse pro Schuss abfeuern und Adamant erleuchtete bald lichterloh.
Nun wurde es Zeit für Hardings Bogenschützen, welche die Wehrgänge mit Pfeilhageln bedeckten, sodass die Pioniere mit dem Rammbock und Cullens Soldaten mit ihren Leitern vorrücken konnten. Die Zwergin und ihre Leute verließen ihre Position und folgten ihnen, während Salis und ihre Begleiter darauf warteten, dass der Rammbock das Haupttor einriss.
Die Verluste unter den Pionieren waren hoch, denn sie befanden sich direkt unterhalb der Wehrgänge und die Grauen Wächter warfen alles, was sie fanden, hinab. Endlich zerbrach das massive und uralte Holz, der Eingang war frei.
Zeitgleich erklommen die Soldaten auf den Leitern die Wehrgänge, aber die Anzahl der Feinde war zu riesig, viele Leitern wurden einfach wieder nach hinten weggestoßen und die Soldaten stürzten schreiend in die Tiefe. Cullen rannte zu Salis und schrie: „Ihr müsst die Wehrgänge sichern! Meine Leute können sich dort nicht lange halten!“
Die Sturmbullen stürzten sich zuerst ins Innere der Festung. Sie stießen kaum auf Gegenwehr, Salis folgte ihnen und zuletzt kamen Cassandras Leute hinzu. Adamant war verwinkelt, enge Gänge führten sie weiter hinauf, sie hörten Schreie. Rauch und Dunkelheit erschwerte ihnen die Orientierung, da die Wirkung der Brandgeschosse nicht lange genug anhielt. Sie kamen in einen weiteren Hof und dort kämpften Graue Wächter gegeneinander.
„Es gibt also doch noch Vernunft!“, brüllte Blackwall gegen den Kampflärm an.
Die Magier der Wächter wurden von den Kampfmagiern der Inquisition schnell ausgeschaltet, ebenso wie die beschworenen Dämonen. Misstrauisch beäugten jene Wächter, die sich zur Wehr gesetzt hatten, die Ankömmlinge.
„Wir werden Euch nicht daran hindern, zu gehen!“ Stroud trat nach vorne, er trug seine Wächterrüstung.
Einer seiner Brüder sah ihn dankbar an. „Wir wollen mit all dem nichts zu tun haben. Was hier passiert, ist falsch, Clarel hat Unrecht.“
„Wo ist sie jetzt?“ Salis spürte, dass ihr die Zeit davonlief.
„Sie versammeln sich auf dem Paradeplatz.“ Einer der Wächter deutete weiter hinauf. „Wir werden Euch helfen.“ Die Männer sahen sie entschlossen an. „Um zumindest einen Teil dessen wieder gut zu machen, was unsere Schwestern und Brüder verbrochen haben.“
Cassandra nickte. „Kommt mit uns, vielleicht werden einige Eurer Kameraden zu uns überlaufen, wenn sie Euch an unserer Seite kämpfen sehen.“
Sie setzten sich wieder in Bewegung. „Scheiße, noch mehr Treppen!“ stöhnte der Bulle und hechtete aufwärts, Krem, Stroud, Blackwall und Hawke blieben ihm dicht auf den Fersen, gefolgt von Salis, Dorian und Solas. Hinter ihnen ging ein Tor auf und eine Gruppe Grauer Wächter verwickelte die Kampfmagier in ein kurzes Gefecht.
„Weiter!“, schrie die Dalish Elfe. Endlich waren sie alle auf den oberen Wehrgängen angekommen. Nun wussten sie, warum Cullens Soldaten hier nicht Fuß fassen konnten. Es wimmelte vor Dämonen und  Hardings Bogenschützen konnten hier nichts mehr ausrichten. Die Zwergin war mit ihren Spähern nun ebenfalls durch das Haupttor in die Festung vorgedrungen und musste sich dicht hinter Cassandra befinden, die gerade die letzte Treppe erklommen hatte und die Kampfmagier verteilte.
Was folgte, hatte William noch nicht einmal in Ostagar erlebt. Die Magier der Wächter wurden von den Templern in den Reihen der Inquisition am Ausüben ihrer Magie gehindert, indem diese ihre Zauber stetig unterbrachen. Sie kamen nicht dazu, neue Dämonen zu beschwören und wurden von den Nahkämpfern niedergestreckt.
Williams Kameraden hingegen ließen die Kampfstäbe kreisen, welche die Dämonen nur so mit Zaubern überzogen. Einige dieser Abscheulichkeiten waren immun gegen Feuer, wie Dorian fluchend feststellte. Immerhin war diese Schule der Magie jene, die er am besten beherrschte. Solas vereiste derweil zwei Bogenschützen der Wächter.
Salis stoppte abrupt, als ein Rabe vor ihnen landete. Einige Sekunden später stand Annabelle vor ihnen, außer Atem, das Haar zerzaust. „Ich flog eben über den Versammlungsplatz. Das Ritual hat begonnen. Beeilt Euch! Ich zeige Euch den Weg an.“ Flatternde Flügelschwingen drangen ein in den Nachthimmel.
Ein Stück weiter hinten zückte Lace ihren Bogen und legte einen Brandpfeil auf die Sehne, um Cullen das erwartete Zeichen zu geben, dass die östlichen Wehrgänge nun sicher waren. Sie schoss fast waagerecht in den Nachthimmel, bemerkte aber nicht, dass einer der Raben über ihr kreiste, der laut kreischte, als der Pfeil durch sein Schwanzgefieder drang. Das große Tier stieß herab auf die völlig verdutzte Zwergin, krallte sich in deren Haare und hackte ein paar Mal auf ihren Schädel ein, dann verschwand es wieder mit kräftigem Flügelschlag. „Tut mir leid!“, schrie Harding entsetzt hinterher, während sie schnell versuchte ihre Frisur zu sortieren. Einige Haarsträhnen hingen ihr über die Schultern und ihre Späher kicherten hinter vorgehaltener Hand.
Sie liefen die Wehrgänge weiter entlang, da Cullens Soldaten nun keine Unterstützung mehr benötigten. Hardings Miene hellte sich auf, als sie Krem wohlbehalten erblickte, wenngleich ihr auch leicht übel wurde, bei der Geschwindigkeit, die er und der Bulle an den Tag legten. Das war das erste Mal, dass sie den Hauptmann kämpfen sah, die Kraft seiner Schwerthiebe war ebenso beeindruckend, wie die Schnelligkeit, mit welcher er den Schild als Waffe einsetzte. Lace sicherte den Wehrgang mit einigen Bogenschützen und folgte dem Inquisitor mit dem Rest ihrer Truppe.

Sie hatten die Wächter ins Innere der Festung zurückgedrängt. Dorthin, wo sie Clarel wussten und sie folgten dem Raben. So gelangten sie endlich in den großen Innenhof und blieben erschrocken stehen. Vor ihnen waberte das grünliche Licht eines großen Risses. Salis war sich sicher, dass hier etwas Größeres beschworen wurde, denn dieser Riss erinnerte sie an jenen im Tempel der Heiligen Asche. Was damals zum Vorschein kam, jagte ihr heute noch Alpträume ein.
Auf einer Empore entdeckte sie Clarel, die Kommandantin der Grauen Wächter von Orlais und neben ihr stand höhnisch grinsend Erimond, der feige Magister. „Clarel, hört mit diesem Wahnsinn auf, noch ist es nicht zu spät“, schrie die Elfe. „Erimond belügt Euch! Macht Euch nicht zu Corypheus Handlanger! Er will Thedas mit einer Dämonenarmee vernichten und Tevinter zu alter Macht verhelfen. Er hatte nie vor, Euch zu helfen.“ Sie wartete auf eine Reaktion und es schien wirklich so, als würde Clarel nachdenken. Jedenfalls blickte sie Erimond zweifelnd an.
„Kommt schon, Wächter!“, rief Stroud. „Viele von Euch habe ich ausgebildet. Seid vernünftig!“
Nun meldete sich Fiona zu Wort. „Ich war einst eine Graue Wächterin und einige von Euch kennen mich noch. Stellt Euch auf unsere Seite!“
„Wir haben einige Wächter ziehen lassen.“ Salis hoffte auf Überläufer, sie drehte sich zu ihrem bärtigen Begleiter um. „Blackwall, vielleicht findet Ihr bessere Worte als ich?“
Einer von Clarels Leuten kam vorsichtig näher. „Blackwall? Ich kenne Blackwall. Wo ist er?“ Er schaute sich suchend um, schüttelte dann aber enttäuscht den Kopf.
Salis Blick schien Blackwalls Stirn zu durchdringen, der Wächter schaute unter sich und wagte es nicht, den Blick zu erwidern. „Wenn das alles hier vorbei ist, haben wir beide miteinander zu reden.“ Er nickte beklommen, dann galt ihre Aufmerksamkeit Erimond, der wieder große Reden schwang. Er hob die Hand und die Elfe hört hinter sich ein rauschendes Geräusch. Alle Köpfe fuhren herum. Corypheus Drache flog heran! Von weitem hörte man das Kreischen der Raben. Offensichtlich hatten die beiden Gestaltenwandlerinnen zeitig das Weite gesucht.
„Mein Meister hat mir etwas mitgegeben.“ Der Magister lachte gackernd und suhlte sich im Entsetzen der Menschen. Er merkte nicht, dass Clarel hinter ihm eine Entscheidung getroffen hatte. Endlich war ihr klar geworden, dass man sie und die Wächter getäuscht hatte. Der Drache landete auf einer Mauer, Steine bröckelten in die Tiefe und einige Wächter sprangen in letzter Sekunde zur Seite. Ein Blitz fuhr an Erimond vorbei und traf das riesige Tier. Clarels Magierstab leuchtete und knisterte noch, als er sich zur ihr umdrehte und sie ungläubig anstarrte. Dann ergriff er abermals die Flucht und rannte eine Treppe hinauf, welche wieder hinaus auf die Wehrgänge der Festung führte. „Helft dem Inquisitor!“, schrie Clarel und folgte ihm, um ihn zu stellen. Der Drache erhob sich und zog seine Kreise über dem Innenhof, den er mit Feuerstößen eindeckte.
Fast zur selben Zeit trat ein gigantischer Dämon durch den Riss und er war in der Tat von der gleichen Art wie jener damals im Tempel. Salis riss die Augen auf. „Scheiße!“ Ihnen war klar, dass sie keinen Magier der Grauen Wächter retten konnten. Diese waren besessen und konzentrierten sich unbeirrt auf das Ritual. Sie mussten getötet werden.
Die fünf Nahkämpfer, unter ihnen Krem, der Bulle und Blackwall, nahmen sich den Dämon vor, während die Kampfmagier unter Cassandras Kommando wieder versuchten, die Magier der Wächter auszuschalten. Hardings Bogenschützen deckten den Drachen mit einem Pfeilhagel ein, um ihn vom Hof fernzuhalten.
Als der Dämon besiegt war, machten sich Salis und ihre Gefährten unverzüglich an die Verfolgung des feigen Magisters. Irgendwo über ihnen mussten er und Clarel stecken. Unterwegs gingen sie etliche Male vor dem Feueratem des Drachens in Deckung. Die Wehrmauer hatte etliche Nischen, in die sie sich zu dritt oder zu viert hineindrückten.

Endlich schienen sie die oberste Ebene von Adamant erreicht zu haben. Der Weg war hier zu Ende. Früher einmal führte eine Brücke über die Schlucht, an deren Abhang die Festung gebaut war, aber davon war nur noch eine Rampe zu sehen und auf dieser standen sich Clarel und Erimond gegenüber. Die Kommandantin riss den Magister mit ihrer Magie von den Beinen und schleuderte ihn meterweit in Salis Richtung. Diese näherte sich langsam mit dem Bullen, Blackwall, Stroud, Hawke und Dorian.
Die Elfe hörte den Drachen heran nahen, sie und ihre Begleiter warfen sich Deckung. Vor ihren Augen wurde Clarel von diesem riesigen Untier in die Höhe gerissen, nur noch ihre Beine ragten aus seinem Maul, er kreiste über ihren Köpfen und spie die leblose Gestalt wieder aus.
Der Drache landete nun so, dass er Salis den Rückweg versperrte und sie an den Rand der Rampe drängte. Dabei lief er achtlos über Clarel hinweg, die trotz ihrer klaffenden Bauchwunde einen letzten Zauber in die Höhe jagte. Das getroffene Tier sprang auf Salis zu, verlor den Halt und rutschte in die Tiefe.
Dorian schrie schon triumphierend auf, da erbebte der Boden unter ihren Füßen. Das Gewicht des Drachen hatte die Steine der maroden Brücke gelockert und sie begann zu zerfallen.
„Salis!“ Cassandra erfasste zuerst, in welch bedrohlicher Lage sich die Gruppe vor ihr befand. Sie rannte ein Stück weiter nach vorne, wurde aber von William zurück gerissen, da der Drache sich mit einem donnernden Schrei in die Höhe schraubte und knapp an ihnen vorbei in den Himmel schoss.
„Das Drecksvieh hat überlebt!“, rief Krem wütend und bedeutete den Sturmbullen, sich in Sicherheit zu bringen. Er starrte gebannt nach vorne, wo Salis und die anderen um ihr Leben rannten. Immer mehr Steine stürzten hinter ihnen in die Tiefe, der Boden wackelte, schließlich konnten sie das Gleichgewicht nicht mehr halten und fielen hin. Sie sackten mit der Rampe in den Abgrund.
„Nein!“ Cassandras verzweifelter Schrei drang William durch Mark und Bein und rüttelte ihn wach, da er wie gebannt auf die Szenerie vor sich gestarrt hatte.
„Wo ist der Drache?“ Der Magier hatte Mühe, die Übersicht zu behalten, aber Krem zuckte mit den Schultern.
„Das Mistvieh ist auf und davon.“ Der Hauptmann und die Sturmbullen schnappten sich den bewusstlosen Erimond und fesselten ihn. Ein schwacher Trost. Er wagte sich vorsichtig an den Rand der Brücke und schaute wie die Sucherin mit feuchten Augen in die Tiefe, dann fiel er verzweifelt auf die Knie und schluchzte: „Bulle.“ Eine Hand legte sich auf seine Schulter, strich sanft über seinen Kopf. Durch einen Schleier aus Tränen erkannte er das Gesicht von Lace.

Über der Schlucht kreisten zwei Raben, die langsam an Höhe gewannen, bis sie neben den Kampfmagiern landeten. Einige Sekunden später standen zwei total erschöpfte Frauen vor ihnen. Annabelle holte tief Luft. „Dort unten ist ein Riss entstanden. Salis muss ihn erschaffen haben, von ihr und den anderen fehlt jede Spur.“
Sie rang nach Atem und so fuhr Morrigan fort: „Wir nehmen an, dass der Inquisitor nebst Begleitern in diesem Riss verschwunden ist. Recht brillant dafür, dass Lady Lavellan so unerfahren mit Magie ist. Wir sollten den Riss im Innenhof im Auge behalten.“ Danach widmete sich die Hexe der Wildnis ihrer schmerzenden Wunde, aber auch nur, bis Solas heran eilte.
„Was soll das heißen? Dass der Inquisitor zum zweiten Mal körperlich ins Nichts eingedrungen ist?“ Seine Stimme überschlug sich vor Aufregung.
„Höchstwahrscheinlich“, antwortete Morrigan in ruhigem Ton. Dieser zappelige Elf ging ihr gehörig auf die Nerven.
Langsam wanderten die Gruppen allesamt wieder hinunter in den Innenhof. Der Riss dort strahlte weiterhin sein grünes Leuchten in den Nachthimmel, waberte und veränderte ständig seine Form. Um ihn herum hatten sich Späher und Soldaten mit gezogenen Waffen postiert und Cassandra wies nun die Kampfmagier an, sich ebenfalls zu verteilen.
William hielt sich dabei stets in ihrer Nähe auf. Ein neues Gefühl für die Sucherin. Da war jemand, der auf sie aufpasste, aber gleichzeitig hieß das, auch auf ihn aufpassen zu müssen. Dennoch überkam sie eine besondere Ruhe. Gewissheit, Sicherheit.
Sie widmete sich den überlebenden Wächtern, die an der Mauer standen und nicht wussten, was sie erwartete. Der Tod? Die Verbannung? Zu ihrem Erstaunen kümmerten sich Heiler um die Verletzten in ihren Reihen. Auch Fiona war unter den Helfern. Es fiel ihr schwer sich zu konzentrieren, weil sie immer noch darüber nachdachte, warum man Blackwall nicht erkannt hatte. Und zum ersten Mal wurde sie Zeuge von Williams Magie. Er war ein gelehriger Schüler gewesen, eifrig und wissbegierig. Nun erreichten seine Fähigkeiten fast die ihren. Magie braucht Zeit um zu reifen, sich zu vervollkommnen. Sie war stolz auf ihn, war er ihr doch mehr ein Sohn, als ihr leibliches Kind.
Eine Hand, welche ihr einen Wundverband reichte, riss sie aus ihren Gedanken. Sie blickte in Annabelles Gesicht, das vom Rauch geschwärzt war. Der Pferdeschwanz hatte sich aufgelöst und das lange Haar hing der Magierin wirr ins Gesicht. An einigen Stellen schien ihre Lederkleidung angesengt zu sein und trotzdem lächelte sie der Älteren aufmunternd zu. Sie bemerkte, dass Cullen sie beobachtete und fragte sich, ob er dies in seiner Eigenschaft als Templer tat oder aus männlichem Interesse. Misstrauen? Zuneigung? Sie wurde nicht schlau aus ihm.

Krem war der Letzte, der sich am Abgrund mit den Sturmbullen in Bewegung setzte, Lace musste ihn wieder verlassen, um die Späher zu befehligen. Flicker, der Heiler, klopfte ihm auf den Rücken. „Komm, sehen wir nach, was sich im Hof tut. Hier können wir nichts mehr machen.“
Auf dem Rückweg kamen sie an einer Art Lager vorbei. Zertrümmerte Kisten, Verschläge, in denen man wohl Tiere als Proviant gehalten hatte. Was letztendlich Krems Aufmerksamkeit erregte, waren drei tote Mabaris. Graue Wächter hielten sich gerne diese Kriegshunde und der Hauptmann bückte sich, um sich zu vergewissern, dass die Tiere nicht mehr lebten. Einem schnitt er die Kehle durch. Dem Hund ragte das Gedärm aus der Bauchdecke und die Augen schauten ihm bereits trüb vom Todeskampf entgegen. Eine Träne tropfte auf das Fell des Mabaris.
Krem fuhr herum, als er hinter sich ein Rascheln hörte und zückte sein Schwert. Flicker sprang zwei Schritte zurück. Vor ihnen bewegten sich einige Holzbretter und es winselte leise. Der Hauptmann steckte seine Waffe wieder weg und begann, den Stapel beiseite zu räumen. „Das gibt’s doch nicht!“, rief er überrascht aus, zog einen schwarzen Welpen hervor und hielt ihn in die Höhe.
Der kleine Mabari wedelte freudig mit seinem Hinterteil, Krem lachte und weinte zugleich. Er ließ sich von Flicker dessen Umhängetasche geben, in welcher der Magier normalerweise seine Trankzutaten mit sich nahm und stopfte den Welpen hinein, um ihn vor sich auf dem Bauch tragen zu können. So behielt er wenigstens die Arme frei. Sie gingen weiter und kamen ebenfalls im Hof an.
Lace stellte sich neben ihn, hielt seine Hand und schaute erschrocken zur Tasche, welche sich zu bewegen begann. Krem grinste und öffnete das Behältnis aus grob gewebtem Stoff, so dass die Zwergin den Welpen erblickte, ihn sogleich hochnahm und fachkundig prüfte. „Das Kerlchen scheint gesund zu sein und wenn mich nicht alles täuscht, isst er schon festes Futter. Zum Glück, denn wo sollten wir hier Milch herbekommen?“
Die beiden waren ganz in die Betrachtung des kleinen Mabari vertieft, der sie mit großen Augen musterte und Lace dann das Gesicht ableckte. Um sie herum kamen einige Soldaten näher. Es war wohltuend, sich durch etwas das Herz Berührendes ablenken zu lassen, nachdem der Tod in der Festung gewütet hatte.
„Achtung!“ Cassandras Ruf ließ jeden zusammenzucken und alle starrten auf den Riss, der sich in seiner Form abermals veränderte und außerdem heller zu leuchten schien. Erst erschien eine Hand, dann sprang Dorian hervor und hinter ihm folgten die anderen Begleiter, welche mit ihm in die Tiefe gestürzt waren.
Zuletzt kam Salis zum Vorschein, Varric seufzte erleichtert, bemerkte aber, das einer fehlte. „Wo ist Stroud?“
Blackwall schüttelte traurig den Kopf. „Er hat sich geopfert, damit wir aus dem Nichts entkommen konnten.“ Der bärtige Mann setzte sich erschöpft auf den Boden, lehnte sich mit dem Rücken gegen die Mauer und schloss die Augen.
Hawke schrie den erstbesten Grauen Wächter an. „Es ist Eure Schuld, dass Stroud tot ist!“ Sie schwankte zwischen Trauer und Wut, ballte die Hände zu Fäusten und Salis legte den Arm um sie, damit es nicht noch zu einer unbedachten Handlung kam.
„Was wird nun aus uns?“, wisperte ein Wächter verängstigt.
Rufe wurden laut: „Verjagt sie aus Orlais!“ und „Richtet sie hin!“
Salis stieß einen schrillen Pfiff aus. Sie musste eine klare Entscheidung treffen, sonst gab es gleich Verletzte oder Schlimmeres. „Niemand wird an diesem Tage mehr sterben!“ Sie stieg auf eine kleine Mauer, damit auch wirklich alle ihre Worte hörten. „Wir brauchen die Wächter, aber sie bleiben eine Gefahr, weil wir nicht wissen, ob Corypheus sie erneut manipulieren kann. Doch wenn wir sie jetzt einfach davonjagen, setzen wir Unschuldige diesem Risiko aus. Die Inquisition wird die Wächter aufnehmen.“
Ein Raunen ging durch die Menge. Cassandra blickte ihre Freundin verständnislos an, Blackwall nickte hingegen zustimmend. „Und jetzt lasst uns die Verletzten bergen und uns ausruhen.“ Murmelnd fügte sie hinzu, so dass es nur Hawke hören konnte: „Mir tun alle Knochen weh und etwas essen könnte ich jetzt auch.“

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