Die Tür des Ballsaals ging auf und Salis kam direkt auf sie zu. In ihrer Begleitung befanden sich Niin, Varric und der Bulle. „Würdet Ihr beiden mit uns kommen?“ Wortlos machten sich die Sechs auf den Weg in den Gästegarten. Es würde nicht weiter auffallen, wenn sich die Inquisition geschlossen die Beine vertrat, denn es gab immer wieder Pausen, in denen die Gäste in den Garten ausschwärmten, sich auf ihren Zimmern frisch machten oder eine Kleinigkeit aßen.
Im Gästegarten wartete Dorian, der als einziger dem Glockenschlag nicht gefolgt war, denn er musste einen großen Sack Waffen verstecken, den die Späher in den Palast geschmuggelt hatten. Er führte sie zu einem kleinen Raum, wo er ihn deponiert hatte. „Bedient Euch. Ist für jeden etwas dabei.“ Er schmollte ein wenig, weil niemandem sein Fehlen aufgefallen war, schon gar nicht dem Bullen.
Sie kramten Waffen hervor und jeder fand, was er brauchte. Die beiden Elfen nahmen sich ihre vertrauten Bögen, der Bulle schnappte sich ein großes zweihändiges Schwert, Varric schloss seine heißgeliebte Armbrust, die er liebevoll Bianca nannte, in seine Arme und Cassandra gab einem Einhänder den Vorzug. Auf einen Schild musste sie verzichten. Sie fand keinen Magierstab und fragte William: „Kommt Ihr ohne aus?“
Er antwortete nickend: „Der Stab fokussiert die Magie zwar, was sich aber eher auf weitere Distanzen auswirkt. In den engen Räumen hier geht es auch ohne.“
Dorian verabschiedete sie verstimmt. Er konnte nicht mitgehen, weil er nach und nach alle Mitglieder der Inquisition mit Waffen versorgen musste und er machte sich trickreich an die Verteilung.
Sie versuchten, so unauffällig wie möglich zur Tür zum Gesindetrakt zu gelangen, was ein recht mühsames Unterfangen war, wenn man von einem riesigen Qunari begleitet wird, aber zumindest lenkte er die Aufmerksamkeit von den anderen ab.
Sie mussten wieder zur Vorhalle des Gästetraktes gehen und von dort führte eine Treppe hinab ins Untergeschoss. Der Schlüssel, den Morrigan gefunden hatte, passte tatsächlich und die Gruppe ließ sich nun von Niin führen, die sich hier sehr gut auskannte. Allerdings blieb sie abrupt stehen, als sie die nächste Tür öffneten und hielt sich die Hand vor den Mund, um einen entsetzten Aufschrei zu unterdrücken.
Mehrere tote Elfen lagen in ihren Blutlachen am Boden. Man hatte sie regelrecht abgeschlachtet. Der Kleidung nach handelte es sich sowohl um Bedienstete, als auch um Brialas Spione. Eine dritte Partei war hier eingedrungen. „Wer, beim Atem des Erbauers, ist dafür verantwortlich?“, fluchte Cassandra.
Vorsichtig traten sie ins Freie. Vor ihnen lag der Garten mit seinen labyrinthartig angeordneten Gängen, die aus Spalieren bestanden, an denen sich Rosen hochrankten. Sicherlich fanden hier in lauen Sommernächten heimliche Treffen Liebender statt. Zumindest dachte sich Salis dies. Der schwere Duft tausender Blüten stieg ihr in die Nase.
Sicherlich hätte sich eine romantische Stimmung verbreitet, wenn da nicht ein toter Adliger mit einem Dolch im Rücken vor einem Brunnen gelegen hätte. Salis beugte sich über den Mann und schaute sich die Waffe genauer an, auf der das Wappen der de Chalons prangte. „Gaspard ist rührig heute Nacht, was?“ Sie stand auf und in diesem Moment wurden sie von vier Venatori angegriffen, die mit gezogenen Schwertern auf sie zu rannten, genau hinein in den ersten Pfeilhagel, den Salis, Niin und Varric auf sie abfeuerten.
Der Bulle ließ seinen Zweihänder einmal kreisen und enthauptete einen der Eindringlinge, dessen Kopf in den Brunnen fiel und das Wasser rot färbte. Cassandra beobachtete aus den Augenwinkeln, dass William einen Dolch gezogen hatte, statt mit Magie zu kämpfen. Drei weitere Venatori kamen hinter einem Spalier zum Vorschein. Sie parierte einen Hieb und trat dem Angreifer seitlich gegen das Knie. Er ging zu Boden und sie schlug ihm den Schwertknauf gegen die Schläfe.
Rechts und links von ihr fielen ebenfalls zwei Gegner um. Den einen hatte der Bulle zur Hälfte aufgeschlitzt und dem anderen ragte ein Dolch aus dem Auge, welchen William sich seelenruhig zurück holte und an der Rüstung des Toten abwischte.
„Sie tragen die typische Rüstung der Venatori. Nun wissen wir also, dass sich hier die Anhänger von Corypheus herumtreiben. Sie scheinen sich mit Brialas Spionen heftige Kämpfe zu liefern. Aber wer ist der Drahtzieher?“ Salis murmelte ihre Mutmaßungen vor sich hin.
„Sehen wir uns um. Hier sind sicherlich noch mehr von diesen Schweinehunden.“ Varric blickte Niin auffordernd an und sie übernahm wieder die Führung.
„Hier geht es zu den herrschaftlichen Gemächern.“ Am Ende des Gartens stand eine Tür offen und die Stadtelfe blieb abrupt stehen. „Das sollte nicht so sein.“
Vorsichtig schaute Cassandra um die Ecke und entdeckte noch mehr Leichen. Sie und der Bullen traten ein und die drei Fernkämpfer folgten ihnen. William ging vor einem toten Elf in die Hocke und versuchte, an dessen Hals den Puls zu fühlen. Er schüttelte den Kopf.
Salis hörte einen Raum weiter Stimmen und deutete dem Bullen mit einer Kopfbewegung an, dass er voraus gehen solle. Wenig dezent stürmte er brüllend in den Raum und Cassandra hechtete ihm fluchend hinterher.
Diesmal blieb William auf Abstand und verpasste einem Bogenschützen, der am Ende des Raumes auftauchte, einen elektrischen Schlag, der diesen gegen die Wand schleuderte.
„Heilige Scheiße, Magier!“ Varric lachte rau auf. „Ihr habt einen mächtigen Bumms drauf. Auch ohne Euren Stab.“ Anerkennung schwang in der Stimme des Zwerges mit.
Sie kamen durch ein Treppenhaus hinauf in den ersten Stock. In einem Nebenraum überraschten sie drei Venatori, die gerade damit beschäftigt waren, Schränke und Truhen zu durchwühlen. Durch die Plünderei abgelenkt, waren sie leicht zu überwältigen.
Salis entdeckte eine Tür. „Laut Plan haben wir hier Celenes Schatzkammer vor uns.“
Sie machte mit ihren Fingern einige Lockerungsübungen und holte ihr Einbruchswerkzeug aus ihrer Schärpe. Cassandra schmunzelte. „Ich hatte anfangs noch über unsere Uniformen geflucht, aber sie scheinen doch recht praktisch zu sein.“
Die Dalish Elfe grinste breit. „Ohne Dietriche gehe ich nie aus dem Haus.“ Dann kniete sie sich hin und wollte das Türschloss aufbrechen. Sie bekam einen Schlag und fiel rückwärts auf ihr Hinterteil. „Die Tür ist magisch verriegelt. Eine Art Barriere.“ Sie rappelte sich wütend auf und wandte sich an William. „Die Tür gehört Euch, Sir Trevelyan.“
Er streckte vorsichtig die Hand aus, um die Energie zu erspüren. „Kein großer Zauber. Eine einfache Sicherung.“ Er konzentrierte sich und aus seinen Händen trat ein gleißend heller Schein, der kurz darauf die Tür einhüllte. Nach zwei Minuten brach er ab und lächelte Salis an. „Versucht es nun, Inquisitor.“
Etwas misstrauisch machte sie sich wieder ans Werk und nach kurzer Zeit öffnete sich das Schloss mit einem leisen Klicken. Salis schubste die Tür auf und alle machten lange Hälse, um zu sehen, was die Kaiserin an Reichtümern hortete. Lediglich Niin und Varric drehten ihnen den Rücken zu, um den Flur nach beiden Seiten abzusichern.
Sie traten ein und begannen mit der Suche. Der Bulle hielt ein mit Diamanten besetztes Diadem in den Händen. „Alleine dieses Ding ist ein Vermögen wert.“ Seufzend legte er es an seinen Platz zurück und Salis grinste ihn an. „Passt eh nicht auf Deinen Kopf.“
Cassandra entdeckte einige interessante Dokumente, die für Leliana sicher von großem Interesse sein dürften und sich als Druckmittel gegen einige Adlige einsetzen ließen. Man wusste ja nie, wie lange ein Verbündeter loyal blieb. Hinter ihr klickte es wieder verdächtig und Salis stöberte in einer Schatulle herum. Sie fand ein elfisches Amulett und hielt es in die Höhe, um es im Schein von Williams Lichtzauber genauer betrachten zu können. „Ihr seid wirklich sehr vielseitig“, bemerkte sie schmunzelnd und steckte das Schmuckstück ein.
„Inquisitor! Legt das wieder zurück!“, rief die Sucherin empört, aber Salis schüttelte den Kopf. „Das ist ein Beweisstück. Ich sprach vorhin mit Briala und ich glaube, es gehört ihr. Warum hat Celene es hier aufbewahrt? Wenn es jemand gefunden hätte, dann wäre ihre Beziehung aufgeflogen.“
„Wäre das so schlimm gewesen?“, fragte Niin.
„In Zeiten der politischen Wirren kann jeder Skandal tödlich sein.“ Cassandra betrachtete den Reichtum der Kaiserin angewidert. Wie viele Arme wären mit dem Erlös des Schmucks satt geworden?
Sie verließen den Raum und bewegten sich weiter durch den Flur voran, als sich ihnen weitere Venatori in den Weg stellten. Der Letzte fiel vor ihren Augen einfach um, ein Dolch ragte aus seinem Hals und hinter ihm kam Briala zum Vorschein. „Ich hätte nicht gedacht, Euch so schnell wiederzusehen, Lady Lavellan.“
Salis lächelte höflich. „Hier ist heute außerhalb des Palastes mehr los als im Ballsaal selbst.“
„Lasst uns zusammenarbeiten. Wir haben beide das gleiche Ziel: Celene retten.“ Die Spionin der Kaiserin trat auf einen Balkon und alle folgten ihr. Sie schaute hinunter in den Garten, in dem einige Schatten umher huschten. „Meine Leute sichern die Umgebung. Ich hoffe, Ihr findet Beweise für Gaspards Unterfangen, den Thron an sich zu reißen.“ Sie verbeugte sich und sprang über das Geländer.
„Flinke Frau“, murmelte der Bulle anerkennend.
„Gehen wir wieder in den Ballsaal.“ Salis zermürbte dieses Herumgerenne langsam und auch die anderen waren nicht mehr allzu gut gelaunt. Es schien nicht ratsam, der Spionin im Dunkeln zu folgen, also liefen sie wieder den ganzen Weg zurück und durchquerten den Garten, vorbei an den Bogenschützen Brialas.

Bevor sie in den Ballsaal gingen, verstauten sie ihre Waffen wieder bei Dorian, der unzufrieden anmerkte, dass er nur ein paar Waffen in den Ballsaal hatte schmuggeln können.
„Irgendwie müssen wir sie hinein bringen. Hierher zu rennen, wenn wir sie benötigen, ist Schwachsinn.“ Salis setzte sich seufzend auf eine Parkbank und Niin deutete auf das Spalier. „Wenn Dorian und ich dort hoch zur Bibliothek klettern, befinden wir uns direkt über dem Ballsaal. Ist natürlich auch nicht gerade elegant, Euch die Waffen auf die Tanzfläche zu schmeißen.“ Sie kicherte leise und fand ihre Idee selbst absurd.
„Na ja, so kommen wir wenigstens binnen Sekunden dran.“ Dorian zwirbelte wieder an seinem Schnauzer herum und den Bullen wunderte es langsam, dass dort überhaupt noch ein Barthaar wuchs.
„Unsere eigenen Waffen nehmen wir eh mit uns und verstecken sie in der Nähe des Eingangs zum Ballsaal.“ Salis teilte den Rest auf Dorian und Niin auf. Es handelte sich nur um zwei Bögen, einen Einhänder für Cullen und einige Dolche.
„Lasst uns die Bibliothek absichern und die Waffen dort deponieren.“ Cassandra hatte die Warterei satt.
„Und wer lenkt die Gäste jetzt ab?“, fragte der Tevinteraner frech grinsend.
„Macht Euch bereit“, sagte die Sucherin und bevor William wusste, wie ihm geschah, hatte sie ihn am Kragen geschnappt und zu sich heran gezogen, um ihn zu küssen. Er riss die Augen ungläubig auf, während er zu realisieren begann, dass Cassandras Lippen die seinen berührten.
Salis rempelte Niin sanft an der Schulter an, die den beiden fasziniert zusah, und scheuchte sie hinter Dorian das Spalier hoch. Wieder starrten die Gäste auf das willkommene Schauspiel.
Jetzt oder nie! William erwiderte den Kuss, schlang seine Arme um die Taille der Sucherin und presste sie an sich. Salis erinnerte das ein wenig an einen Ringkampf, den die beiden da vollführten und sie verkniff sich nur mit Mühe ein Lachen. Ein Blick zur Seite zeigte ihr, dass auch Varric und der Bulle sich prächtig amüsierten.
Cassandra versuchte erst William mit einer Hand von sich weg zu schieben, weil sie seine Erwiderung überrumpelt hatte, aber dann strich sie über seine Schulter und sein Genick. Die beiden vergaßen offensichtlich alles um sich herum.
Salis räusperte sich laut. „Wir sollten wieder hinein gehen.“ Keine Reaktion. „Cassandra, William?“
„Schütte den beiden doch einen Eimer kaltes Wasser über“, empfahl Varric breit grinsend.
„He, Schluss jetzt!“ Der laute Ruf des Inquisitors zeigte Wirkung und die beiden lösten sich langsam voneinander, auch wenn sie etwas verwirrt wirkten und außer Atem waren.
„Das könnt Ihr später klären.“ Salis zog die Sucherin am Arm mit sich ins Vestibül, William eilte hinterher und kollidierte fast mit einer Bediensteten. Offensichtlich war er immer noch nicht Herr seiner selbst.
Der Bulle klopfte ihm freundschaftlich auf den Rücken. „Jetzt dran bleiben und bloß nicht aufgeben.“ Der Magier taumelte einige Schritte vorwärts und fragte sich, was ein Qunari eigentlich für sachte hielt. Krem musste wirklich viel einstecken.

Salis hatte kaum den Ballsaal betreten, als Großherzogin Florianne zielsicher auf sie zusteuerte. „Kann ich Euch helfen?“, fragte die Dalish Elfe höflich.
„Lasst uns tanzen, Inquisitor“, forderte Florianne sie auf.
„Tanzen?!“ Salis Gesichtszüge entglitten ihr.
Die Großherzogin lächelte huldvoll. „Auf der Tanzfläche kann uns niemand belauschen.“
„Nun gut.“ Die Elfe hielt ihr die Hand hin und führte sie aufs Parkett, mühsam darum bemüht, nicht zu Josephine hoch zu blicken, die wie vom Donner gerührt auf der Galerie stand und fast laut geflucht hätte. Sie hörte, wie die Adligen um sie herum tuschelten, als zwei Frauen über die Tanzfläche schwebten. Eines musste man der Dalish Elfe lassen: sie war eine begnadete Tänzerin. Leliana legte ihren Arm um die Hüfte der Botschafterin. „Sie tut es, um an Informationen zu kommen, Josie. Oder sieht Salis etwa so aus, als ob es ihr Spaß macht?“ In der Tat hatte die Elfe die Lippen zusammengepresst und verzog sie sporadisch zu einem schiefen Lächeln. 
„Ich nehme an, dass die Inquisition über unseren Bürgerkrieg informiert ist?“ Florianne machte auf dem Absatz eine vollendete Drehung und landete wieder in den Armen der Elfe.
„Orlais betrifft uns alle“, antwortete Salis kurz.
„Ja, und wir wollen beide nicht, dass es untergeht?“ Die Großherzogin musterte sie lauernd.
„Wollen wir das beide nicht?“ Die Elfe zog eine Augenbraue hoch.
„In vielen Menschen hier weckt Ihr Neugier, Inquisitor … oder Besorgnis. Wem am Hofe vertraut Ihr?“
„Der Inquisition.“ Salis kam sich vor, als würde sie mit einer Schlange tanzen. Diese Person löste ihn ihr Beklemmungen aus.
„Sicherlich habt Ihr schon bemerkt, dass einige Parteien heute Nacht ein gefährliches Spiel treiben?“ Wieder bedachte sie die Großherzogin mit ihrem stechenden Blick.
„Ja, das ist mir schon aufgefallen.“ Der Tanz war zu Ende und Salis verneigte sich artig, dann eilte sie zu Josephine und Leliana, der sie schnell zuflüsterte, wo sich Niin und Dorian befanden.
„Und, habt Ihr etwas herausgefunden?“ Die Meisterspionin brannte auf Neuigkeiten, die sie verwerten konnte.
„Florianne weiß mit Sicherheit, wer hier heute Nacht herum schleicht.“ Salis ließ ihren Blick nervös durch den Ballsaal schweifen.
„Wir brauchen mehr Beweise, die Gaspard belasten. Ihr wart noch nicht im Königlichen Flügel. Seht Euch dort um.“ Leliana war etwas beunruhigt, dass Niin und Dorian in der Bibliothek unerwarteten Besuch bekommen könnten. Die Hälfte des Palastes war zwar abgesperrt, aber das hatte bisher niemanden abgehalten.
„Ich wollte, wir könnten Euch oder Cullen mitnehmen. Lady Pentaghast und Sir Trevelyan sind ein wenig … desorientiert.“ Die Dalish Elfe schmunzelte in sich hinein.
„Was ist ihnen passiert?“, fragte Josephine besorgt.
„Ein Kuss.“ Salis lächelte die Botschafterin hinreißend an. „Und ich wollte, ich könnte Dich jetzt auch küssen, aber leider muss ich das vertagen. Pass auf Dich auf, ma vhenan.“ Sie drehte sich um und die Meisterspionin beobachtete, wie sich Varric und der Bulle auf der anderen Seite des Saales ebenfalls in Richtung Tür bewegten. Sie hatten mit Solas gesprochen um ihn über die nächsten Schritte zu informieren.

„Ihr seid hoffentlich wieder bei Verstand?“ Varric grinste unverschämt breit und seine Frage richtete sich an William, der lediglich nickte, während in seinem Inneren ein Feuer tobte, das sich nicht löschen ließ.
Keine Tür war heute Abend vor Salis sicher und so verschafften sie sich schnell Zutritt zum Flügel, in dem die Kaiserin lebte. Sie schlichen einen Flur entlang, vorbei an etlichen Zimmern und gelangten schließlich ins Erdgeschoss.
Plötzlich hörten sie Rufe hinter einer Tür, die zum Außenbereich führte. Salis riss sie auf und starrte geradewegs auf einen Riss mitten in einem Innenhof, an dessen Rand vier Bogenschützen der Venatori standen.
„Ihr seid wirklich anhänglich, Inquisitor.“ Ihre Köpfe ruckten hoch. Auf einem Balkon im ersten Stock stand Florianne und lachte. „Und so berechenbar.“
„Wollt Ihr schon wieder tanzen, Großherzogin“, rief die Dalish Elfe ihr entnervt zu.
„Bedaure, aber während ich wieder in den Ballsaal zurückkehren werde um Celene zu töten, werdet Ihr hier Euer Ende finden oder ich halte Euch wenigstens so lange auf, bis mein Werk vollbracht ist.“ Florianne kicherte boshaft. „Corypheus wird mit mir zufrieden sein.“
Salis und die anderen warfen sich Blicke zu. DAS war also die dritte Partei. Florianne agierte im Namen von Corypheus. Mit ihr als Attentäterin würde sicher niemand rechnen, die Kaiserin schon gar nicht.
„Ihr werdet genauso scheitern wie er in Haven.“ Cassandra machte einen wütenden Schritt vorwärts.
„Wie ich sehe, seid Ihr in Feierlaune. Dann werde ich Euch alleine lassen. Ich habe zu tun.“ Mit diesen höhnischen Worten verschwand Florianne, ehe Salis ihren Bogen heben konnte. Ihnen lief die Zeit davon.
Sie verteilten sich, um zuerst die Bogenschützen auszuschalten. William pustete einen davon mit einem Energiestoß von den Beinen, als der Riss sich öffnete und zwei Dämonen ausspuckte.
„Kümmere Dich nur um den Riss, Salis!“, schrie der Bulle und erwischte mit einem Schwerthieb einen Dämon und einen Venatori.
Die Dalish Elfe konzentrierte sich und hob die Hand mit dem Mal. Wie immer, so fuhr auch jetzt ein Blitz aus der Handfläche hinein in den Riss, der seine Form änderte und kleiner wurde, je länger dieser Kontakt aufrecht erhalten werden konnte. Sie musste ihn allerdings unterbrechen, als ihr ein Dämon zu nahe kam. Mit einem Hechtsprung rückwärts brachte sie sich aus der Gefahrenzone und hob erneut die Hand. Endlich hörte das grüne Wabern auf, der Riss war bis auf eine kleine Kugel verkleinert und explodierte dann.
Es fluchte und stöhnte aus einer Ecke und als sie nachsahen, erblickten sie einen Mann, der sich aufrappelte. Es stellte sich heraus, dass er der Anführer der Söldner Gaspards war und sie konnten ihn dazu bewegen, gegen den Großherzog auszusagen.
„Jetzt aber flink in den Ballsaal!“ Sie rannten ohne Rücksicht mit ihren Waffen quer durchs Vestibül, was für einige entsetzte Aufschreie sorgte.

Salis stieß die Tür zum Ballsaal auf und nickte Niin zu, die oben auf ein Zeichen wartete. Florianne befand sich bereits auf dem Weg zur Kaiserin, die sich gerade darauf vorbereitete, eine Ansprache zu halten, damit die Friedensverhandlungen endlich beginnen konnten. Die Dalish Elfe eilte ihr auf der anderen Seite entgegen. Solas hatte die Großherzogin passieren lassen, weil er ahnungslos war.
Derweil kletterte Niin über die Balustrade, hakte sich dort mit den Beinen ein und hing kopfüber hinunter. Dorian reichte ihr die Waffen und sie gab diese an Leliana weiter, die ebenfalls auf der Balustrade ein Stockwerk tiefer stand und von Josephine gehalten wurde.
Die Meisterspionin legte den Bogen an und versuchte, ein freies Schussfeld zu bekommen, aber es waren zu viele Menschen im Saal. Sie stieß einen Fluch aus und rannte Salis hinterher, während die Botschafterin sich mit zwei Dolchen bewaffnete. Cassandra und die anderen waren ebenfalls in Bewegung. Draußen vor der Tür hörte man Kampflärm als Cullens Soldaten den Saal gegen die Venatori verteidigten. Lelianas Späher seilten sich von außen auf einen Balkon hinab. Sofort teilten sie sich in zwei Gruppen auf. Die erste lief zu einer Tür, die bis dahin abgeschlossen war und sicherte diese, die zweite Gruppe folgte Salis und versuchte, in eine geeignete Schussposition zu kommen. Von hier unten aus ein schier hoffnungsloses Unterfangen.
Salis rannte fast mit Florianne um die Wette. Wer hätte gedacht, dass die Großherzogin in diesem verdammten Ballkleid so schnell sein konnte? Die beiden ließen sich nicht aus den Augen und Corypheus Anhängerin hatte einen Vorsprung, der aber stetig abnahm. Sie spürte, dass sie handeln musste, weil sie nicht mehr nahe genug an Celene herankommen würde.
Florianne stoppte abrupt und zog einen Dolch. Salis Augen weiteten sich. Noch war sie einige Meter von der Kaiserin entfernt. Sie ließ ihren Bogen fallen, hechtete auf die Herrscherin zu und riss sie mit einem gewaltigen Sprung von den Beinen. Der Dolch verfehlte Celene nur knapp. Sie landeten unsanft auf dem Marmorboden und die Kaiserin schrie vor Schreck und Schmerz auf.
Die Großherzogin zog einen weiteren Dolch. Was man doch alles in so einem Kleid verstecken konnte. Sie hob die Hand zum Wurf, dann erstarrte sie, senkte den Arm und starrte fassungslos auf ihr Handgelenk, das von einem Pfeil durchbohrt worden war.
Niin saß rittlings auf dem Geländer der Bibliothek, legte einen weiteren Pfeil auf die Sehne und zielte erneut. Florianne ergab sich und Salis half der Kaiserin wieder auf die Beine. Es war ihr entsetzlich unangenehm, Celene so das Leben gerettet zu haben, die sich offensichtlich den Ellenbogen verletzt hatte und einen Moment sammeln musste. Ihre Maske war heruntergefallen und eine Haarsträhne hatte sich aus der Hochfrisur befreit.
Leliana und ihre Spione öffneten währenddessen die verriegelte Tür, weil sie dahinter Geräusche hörten und trauten ihren Augen nicht. Morrigan und Briala lagen dort fein säuberlich verschnürt und geknebelt. Sie hatten gegen die Tür getreten, um auf sich aufmerksam zu machen. Als die Meisterspionin ihre frühere Gefährtin befreite, konnte sie sich ein Grinsen nicht verkneifen. „Auf die Idee hätten wir damals auch kommen können.“
Morrigan hielt sich die Stirn, auf der eine Beule prangte.
„Was ist mit Celene?“ Briala stand auf und rieb sich die Handgelenke, dann lief sie in den Saal.
Die Kaiserin erhob sich wieder und lächelte Salis an. „Das war recht unkonventionell, aber effektiv, Inquisitor.“
„Ich bin untröstlich, dass Ihr Euch dabei verletzt habt, Majestät.“ Die Elfe verbeugte sich.
Nun kam Großherzog Gaspard hinzu und spielte den unschuldigen Vetter. „Geht es Euch gut, Base?“, fragte er und machte sich wenig Mühe, seine Besorgnis echt klingen zu lassen.
„Dieser Vorfall wird die Friedensverhandlungen nicht stören.“ Celene blieb hartnäckig. „Orlais braucht diesen Frieden, sonst stürzt unser Reich ins Chaos und genau das wollte Corypheus erreichen. Der Bürgerkrieg zwischen dem Kaiserreich und Gaspards Truppen muss aufhören.“
„Friedensverhandlungen?“, Brialas Stimme war der Spott anzuhören. „Euer Vetter hat vor, Euch zu stürzen.“
Er lachte. „Das ist doch lächerlich. Beweist es, wenn Ihr könnt.“
Salis bemerkte grinsend: „Ach, wir hätten da Einiges. Mord an den Unterhändlern der Kaiserin und Ermordung eines Ratsmitgliedes. Braucht Ihr noch weitere Beweise?“
Das Grinsen des Großherzogs war unerträglich breit. „Das kann jeder gewesen sein. Vielleicht war es ja Florianne?“ Er war bereit, seine eigene Schwester dem Scharfrichter auszuliefern, stellte die Dalish Elfe entsetzt fest.
„Ihr habt einen Söldnertrupp in den Palast einschleusen lassen und im Rücken des Ratsmitgliedes steckte ein Dolch mit Eurem Wappen.“ So langsam gingen Salis die Argumente aus.
„Jeder hat hier heute Nacht Soldaten versteckt. Und was ist mit Brialas Spionen?“ Er wurde unruhig und auf einmal war seine Überheblichkeit wie weggeblasen.
„Diese waren bemüht, die Venatori unter hohen Verlusten zu bekämpfen“, meinte Salis, redlich darum bemüht, dem Großherzog keine Ohrfeige zu verpassen.
„Stimmt das?“ Celene blickte ihre einstige Geliebte fragend an.
Briala lächelte. „Einer muss ja auf Euch aufpassen.“
„Inhaftiert Gaspard!“, befahl Celene, dann winkte sie ihre Lebensretterin und ihre Spionin zum großen Balkon, auf dem sie den halben Abend verbracht hatte.
„Oh, fast hätte ich es vergessen.“ Die Dalish Elfe angelte das Elfenamulett aus der Tasche und die Kaiserin nahm es vorsichtig in die Hand. Sie lächelte verträumt.
„Ich kann nicht glauben, dass Du es … dass Ihr es aufbewahrt habt. Wenn es jemandem in die Hände gefallen wäre ...“, Briala seufzte und Celene flüsterte ihr zu: „Ich konnte mich nicht davon trennen. So bist Du immer bei mir gewesen.“
Der hartgesottenen Spionin traten die Tränen in die Augen und sie räusperte sich. „Wir sollten später darüber reden.“
Celene nickte und schaute dann Salis an. „Lasst uns diesen Abend feiern. Außerdem habe ich meine Ansprache noch nicht gehalten.“ Sie schmunzelte und hielt vor den Adligen eine flammende Rede für den Frieden. Zur Überraschung aller erhob sie Briala in den Adelsstand. Danach zog sie sich in ihre Privatgemächer zurück und ließ einige kalte Tücher um ihren Arm wickeln.
Für einen Moment schloss sie die Augen und als sie diese wieder öffnete, stand ihre Spionin vor ihr. „Dem umwerfenden Charme des Inquisitors kann man sich schwer entziehen, oder?“ Briala lächelte verschmitzt.
„Ich habe Deinen Humor vermisst.“ Celene schickte ihre Diener hinaus.
„Nur meinen Humor?“, fragte die Elfe und zog einen leichten Schmollmund.
Die Kaiserin stand auf, legte die Tücher beiseite und stellte sich vor Briala, die das Elfenamulett betrachtete, das Celene um den Hals trug. „Du bist eine Närrin.“
„Weil ich es aufbewahrt habe, oder weil ich Dich immer noch liebe?“ Die Kaiserin schmunzelte und nahm Brialas Gesicht in ihre Hände.
„Wir sind beide Närrinnen.“ Die Elfe schüttelte lachend den Kopf und erwiderte den Kuss, als Celenes Lippen sanft die ihren berührten. Heute Nacht waren sie nicht Kaiserin und Spionin, sondern zwei Frauen, die sich liebten und erneut zueinander fanden.

Salis stand wieder auf dem Balkon und war dankbar für einige Minuten der Ruhe. „Der gefragte Inquisitor macht sich rar?“ Morrigan stellte sich neben sie.
„Der Punsch war alle. Skandalös“, flaxte die Elfe.
Die Magierin lachte lauthals los. „Ich hoffe, Ihr behaltet Euren Humor, wenn Ihr erfahrt, dass ich Euch ab sofort als Beraterin unterstützen werde.“
Salis war zu müde um sich zu ärgern und fragte matt: „Und Kaiserin Celene?“
„Ich trete der Inquisition auf ihr Anraten hin bei.“ Morrigan schien das ebenso wenig zu behagen.
„Und ich soll nun jubeln? Wieso glaubt die Kaiserin eigentlich, Ihr könntet uns von Nutzen sein?“ Die Dalish Elfe musterte ihr Gegenüber.
„Ganz einfach. Corypheus ist der mächtigste Magier in ganz Thedas. Was liegt näher, als eine mächtige Magierin zu konsultieren?“ Das war sie also, die Arroganz, von der Leliana gesprochen hatte. „Ich verspreche Euch, all mein Wissen und meine Fähigkeiten in Eure Dienste zu stellen, Inquisitor.“
Salis zog ein langes Gesicht, aber sie erkannte die Möglichkeiten einer Zusammenarbeit. „Willkommen bei der Inquisition. Und ich hoffe, Ihr vertraut nicht darauf, dass wir Euch eine standesgemäße Unterkunft bieten können.“
„Ich bin in der Wildnis aufgewachsen. So leicht erschreckt mich nichts.“ Morrigan machte sich allerdings um jemand anderen Sorgen, aber das behielt sie für sich.
„Dann packt und kommt morgen mit uns. Vorausgesetzt, Ihr habt nur so viel Gepäck, wie auf ein Pferd geht, es sei denn, Ihr gebt einem Ochsenkarren den Vorzug.“
„Ich wusste nicht, dass es um die Inquisition so schlecht bestellt ist.“ Morrigan runzelte die Stirn.
„Ist es nicht. Dafür, dass wir mit nichts als dem, was wir auf den Leibern trugen, aus Haven geflohen sind, sieht es langsam recht gut aus. Die Betonung liegt auf langsam.“ Salis sah keinen Grund zu lügen.
„Dann bis morgen. Und zwei Pferde wären besser.“ Die Zauberin verneigte sich und entschwand.
Endlich alleine! Salis atmete durch und lehnte sich an das Geländer. Hinter sich hörte sie Schritte und Josephines vertrauten Akzent. „Die Kaiserin gerettet und mit Briala versöhnt. Zwei Verräter dingfest gemacht. Was für ein Abend.“ Sie legte Salis eine Hand auf den Rücken und streichelte dann ihre Wange. „Wie geht es Dir, ma'arlath?“
Die Elfe lächelte sie müde an. „Der Abend war anstrengend.“
„Möchtest Du schlafen gehen?“ Josephine küsste sanft ihre Stirn.
„Nein, noch nicht.“ Salis Augen funkelten. „Lady Montilyet, erweist Ihr mir die Ehre dieses Tanzes?“ Sie streckte der Botschafterin die Hand entgegen, und die beiden tanzen zu leiser Musik unter den Sternen.

Niin war immer noch ein wenig eingeschüchtert, weil ihr jeder die Hand schütteln wollte und Leliana platzte fast vor Stolz. Als die Begeisterung wieder abebbte und sich Varric mit dem Bullen den Getränken zuwandte, während Dorian das Buffet plünderte, sah die Meisterspionin ihre Liebste lächelnd an. Irgendetwas führte sie im Schilde.
„Darf ich um diesen Tanz bitten?“ Leliana hielt ihr auffordernd die Hand hin und verbeugte sich.
„Wi … wirklich?“, stotterte Niin überrascht und fasste zaghaft nach der angebotenen Hand. Ihr Herz schlug schneller vor Aufregung.
„Natürlich, Nari.“ Sie strahlte über das ganze Gesicht, als sie Niin zur Tanzfläche führte und diese vergaß nach kurzer Zeit, dass sich im Ballsaal überhaupt andere Menschen befanden. Sie hatte nur noch Augen für Leliana.

„Nun werde ich wohl mein Versprechen einlösen müssen?“ Cassandra seufzte und tat so, als wäre es ihr unangenehm, aber in Wahrheit schlug ihr Herz jetzt schon schneller, da sie nur diese einfache Frage gestellt hatte.
Für einen Moment funktionierte die Ablenkung. Sie sah es an Williams traurigen Augen, die er zusammen kniff und sie durchdringend anblickte. Er hatte sie durchschaut und grinste. „Ja, Ihr seid dazu verdammt, mit dem schrecklichen Magier zu tanzen und alle werden es sehen“, meinte er in theatralischem Ton.
Er wollte gerade auf die Tanzfläche gehen, aber die Sucherin zog ihn energisch auf einen kleinen Balkon. „Ich habe schon Ewigkeiten nicht mehr getanzt und es ist mir peinlich, wenn mir jemand dabei zusieht.“ Sagte sie nervös und sowohl ihr Akzent, als auch ihr Lispeln verstärkten sich zusehends.
„Ich dachte schon, Ihr wollt nicht mit mir gesehen werden?“ Seine sanfte dunkle Stimme verwirrte sie noch mehr.
„Nein! Das ist es nicht! Ich …“ Sie suchte vergebens nach Worten, fuhr sich fahrig durch das Haar und blickte auf den Marmorboden.
„Dann wollt Ihr mit mir alleine sein?“ Williams Hand schob sich zärtlich unter ihr Kinn, sie hob den Kopf und schaute ihn an.
„Ich benehme mich wie ein Backfisch.“ Cassandra seufzte resigniert.
Er sah die Angst in ihren Augen und versuchte, ihr die Aufregung zu nehmen, indem er sagte: „Und ich verwandele mich gleich in ein zitterndes Nervenbündel. Keine gute Voraussetzung, um mit mir zu tanzen.“ Seine Mundwinkel zuckten leicht in die Höhe.
„Wollen wir das wirklich wagen?“ Zweifel ließ ihre Stimme brüchig werden.
„Was haben wir zu verlieren?“ Er nahm seinen ganzen Mut zusammen und küsste sie sanft. Seine Lippen berührten kaum die ihren, da war der Moment schon wieder vorbei und sie blickten sich  an.
„Wir haben nichts zu verlieren, aber alles zu gewinnen.“ Cassandras Hände strichen über seine Schultern und schlangen sich um seinen Hals. Dieser Kuss ließ ihn fast den Halt verlieren und er taumelte gegen die Balustrade, dann zog er sie zu sich heran. Um nichts in der Welt würde er sie so schnell wieder los lassen.

Die Tür des Ballsaals ging auf und Salis kam direkt auf sie zu. In ihrer Begleitung befanden sich Niin, Varric und der Bulle. „Würdet Ihr beiden mit uns kommen?“ Wortlos machten sich die Sechs auf den Weg in den Gästegarten. Es würde nicht weiter auffallen, wenn sich die Inquisition geschlossen die Beine vertrat, denn es gab immer wieder Pausen, in denen die Gäste in den Garten ausschwärmten, sich auf ihren Zimmern frisch machten oder eine Kleinigkeit aßen.

Im Gästegarten wartete Dorian, der als einziger dem Glockenschlag nicht gefolgt war, denn er musste einen großen Sack Waffen verstecken, den die Späher in den Palast geschmuggelt hatten. Er führte sie zu einem kleinen Raum, wo er ihn deponiert hatte. „Bedient Euch. Ist für jeden etwas dabei.“ Er schmollte ein wenig, weil niemandem sein Fehlen aufgefallen war, schon gar nicht dem Bullen.

Sie kramten Waffen hervor und jeder fand, was er brauchte. Die beiden Elfen nahmen sich ihre vertrauten Bögen, der Bulle schnappte sich ein großes zweihändiges Schwert, Varric schloss seine heißgeliebte Armbrust, die er liebevoll Bianca nannte, in seine Arme und Cassandra gab einem Einhänder den Vorzug. Auf einen Schild musste sie verzichten. Sie fand keinen Magierstab und fragte William: „Kommt Ihr ohne aus?“

Er antwortete nickend: „Der Stab fokussiert die Magie zwar, was sich aber eher auf weitere Distanzen auswirkt. In den engen Räumen hier geht es auch ohne.“

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