Durchgefroren von der Nacht packten am Morgen steife Finger die Lastentiere und etliche Male fielen Kisten wieder hinunter. Stumm schleppte sich die Karawane durch die Berge.
Es war am späten Nachmittag als sie auf einer Bergkuppe ankamen und die Karawane ins Stocken geriet. Salis bedeutete Blackwall, sie abzusetzen damit sie sehen konnte, was passiert war. Von weitem winkte Solas ihr zu. Sie lief, von Josephine gestützt, so gut es ging, an all jenen Menschen vorbei, die gestern vor ihr knieten und die sie auch jetzt ehrfurchtsvoll ansahen. „Wie können diese Leute etwas Besonderes in mir sehen?“ raunte sie der Botschafterin verwundert zu. „Sie sehen doch, wie ich aussehe. Einen Verband um den Kopf, die Kleidung voll Blut und man muss mich tragen.“
Josephine fasste der Elfe wieder unter den Arm um sie zu stützen. „Aber genau das imponiert ihnen. Du bist keine unnahbare Göttin. Du bist verletzt, Du fluchst … und Du liebst.“ Sie lächelte Salis an und hauchte ihr einen Kuss auf die Wange. „Du hast Dich einem tausend Jahre alten Magister der Dunklen Brut in den Weg gestellt und uns damit gerettet. Sie können sich mit Dir identifizieren.“
„Mit einer fluchenden Elfe?!“ Sie grinste breit.
„Nun, manchmal solltest Du vielleicht weniger ...“, wandte die Botschafterin ein.
„He, das ist Teil meines Charmes.“ Salis kicherte und kassierte einen tadelnden Seitenblick. „Ich möchte mal wissen, warum Solas so eifrig mit den Armen wedelt.“
Kurze Zeit später erreichten sie die Kuppe und in diesem Moment verschlug es Salis den Atem. Sie starrte ungläubig auf die riesige Festung vor ihr, welche aus dem Fels empor zu steigen schien, gewachsen in Jahrhunderten. In Vergessenheit geraten und nun erneut entdeckt. Hinter ihr erschallten Jubelrufe. Endlich war das Ziel in Sichtweite und sie würden die massive Steinbrücke zur Festung bald erreichen. Schutz, Obdach, ein Neuanfang.
„Na, dann lasst uns mal weitergehen“, rief Salis lachend aus. Ihr fiel ein Stein von Herzen. Diese Menschen hatten ihr vertraut und sie wollte dieses Vertrauen nicht enttäuschen. An der Spitze der Karawane wanderten sie und Josephine über den Abgrund. Die Brücke war solide und nicht einmal ein Drache würde sie zerstören können. Kein verschlossenes Tor hielt sie auf, einige Späher liefen voran und sicherten den Innenhof der Feste. Sie blieben alle staunend stehen, Solas meinte lächelnd: „Willkommen zuhause, Herold.“
Allerdings blieben einige der Magier stehen und weigerten sich, weiter zu gehen. Fiona redete auf sie ein und Leliana eilte zu ihr. „Was ist los?“
„Von diesen Mauern geht eine seltsame Magie aus.“ William Trevelyan legte behutsam seine Hand auf die Steine der Mauer. „Sie scheint diesen Ort zu schützen.“
Fiona nickte und winkte die anderen herbei. „Es ist ungefährlich, gehen wir hinein.“
Salis verrenkte sich fast den Hals, als sie vor den hohen Mauern stand und empor blickte. Es gab zwei Innenhöfe, von denen der eine tiefer gelegen war, von dort führte eine Treppe hinauf in den Zweiten. Als sie hier angelangt waren, versammelten sich die Köpfe der Inquisition und standen im Kreis. „Lasst uns zuerst nachsehen, wo wir die ganzen Leute unterbringen können. Es wird bald dunkel. Wir brauchen Schlafplätze und etwas zu essen.“ Cullen drehte sich begeistert einmal um die eigene Achse. „Genau das, was wir brauchen. Wehrtürme, eine hohe Mauer ...“
„... Betten und ein Lazarett. Es kämpft sich nicht mit leerem Magen und schon gar nicht, wenn man verletzt ist.“ Cassandra schaute besorgt auf all die müden Menschen, welche sich im unteren Hof einfach vor Erschöpfung fallen ließen. Sie waren mit ihren Kräften am Ende und sie selbst wollte sich nicht eingestehen, dass es ihr nicht anders ging. Die Kälte forderte ihren Preis. Der Marsch durch den Schnee und die Berge an sich war schon kräftezehrend. Sie hatten fast nichts gegessen und kaum geschlafen.
Niin fiel auf, dass es in der Feste wesentlich wärmer war. Trotz der sie umgebenden Eiswüste wuchsen hier Gräser und Bäume, es lag kein Schnee im Hof. Diese Mauern strahlten etwas Beruhigendes aus. Man fühlte sich geborgen, sicher.
Leliana rieb sich müde die Nasenwurzel. „Lasst uns die Zelte hier aufbauen für die ersten Nächte und nachschauen, wie viele Leute wir in den Räumen unterbringen können.“ Sie wies Leutnant Harding an: „Schwärmt aus und erkundet die Feste.“ Ihre Späher trabten müde davon.
Josephine hatte sich abgekämpft auf eine Mauer gesetzt, welche den oberen Hof umgab. Von dort schaute man hinunter auf das Haupttor, den Hof und weiter hinten schien sich eine verfallene Stallung zu befinden. „Wir sollten so schnell wie möglich darüber nachdenken, an Vorräte zu kommen. Wir haben nichts. Weder Nahrung, noch Kleidung. Zu wenig von allem.“
Die Meisterspionin wollte am nächsten Tag einige Jäger losschicken in der verzweifelten Hoffnung, dass es in dieser Eiswüste etwas gab, das man jagen konnte. Sonst blieb ihnen nur der mühsame Abstieg ins Tal, wobei sie einen großen Bogen um Haven schlagen mussten.
Cassandra stellte sich ebenfalls an die Mauer und sagte entsetzt: „Die Leute können nicht einfach da liegen bleiben. Kommt!“ Sie eilte die Treppen hinunter und Cullen scheuchte seine Soldaten bereits schreiend umher. Er sicherte das Tor und besetzte die Wehrgänge.
Leliana wandte sich an die Botschafterin. „Bleib beim Herold. Ihr geht besser in das Hauptgebäude. Niinara und ich sehen mal, was wir da unten im Chaos tun können.“ Die beiden Frauen liefen der Sucherin hinterher.

Salis hing mehr in Josephines Armen, als dass sie selber ging. Ihre Lippen waren zusammengepresst, man sah ihr die Schmerzen an. Mit jedem Schritt verließen sie die Kräfte mehr, das spürte die Botschafterin. Endlich überwanden sie die Treppe und traten ein in den großen hallenartigen Hauptraum. Überall lagen Holzbalken herum und lose Steine. Salis setzte sich auf einen Holzstapel, lehnte mit dem Rücken gegen die Wand und schloss die Augen. Sie spürte Josephines Hand auf ihrer Stirn, hörte ihre Stimme, aber es fühlte sich so weit weg an. Schließlich schlief sie ein und die Botschafterin begann verzweifelt, eine Tür nach der anderen zu öffnen. Es gingen Etliche von diesem Raum ab in die Nebengebäude.
Harding kam ihr entgegen. „Wenn Ihr eine Schlafgelegenheit sucht, hinter der letzten Tür links habe ich einen großen Raum gefunden. Geht die Treppen hoch.“ Sie warf einen skeptischen Blick auf Salis und rief einige ihrer Leute herbei. Sie trugen die Elfe hinauf und Josephine staunte. Wer hatte hier wohl einst gelebt?
Zum Quartier ging es in einen Turm hinein und etliche Treppen hinauf. Josephine schaute über das Geländer hinunter auf einen Berg von Bauschutt. Wider Erwarten kamen sie in einem großen Raum mit Kamin an, verstaubte Bücherregale standen an der Wand. Ein Späher kam mit einem Heuballen an, den sie im Stall gefunden hatten. Sie bauten daraus ein Nachtlager und die Botschafterin warf eine Decke über die Schlafstätte. „Legt sie vorsichtig hin“. Sie kniete sich daneben, ihr Handrücken strich sanft über Salis Wange und diese öffnete die Augen. „Na Du?“
Die Elfe lächelte matt. „Na?“
„Gleich kannst Du in Ruhe schlafen. Ich organisiere nur noch ...“ Jemand reichte ihr von hinten eine weitere Decke. Sie drehte sich überrascht um und Leliana lächelte sie an. „Ihre Wunden versorgen wir besser auch noch. Harding macht gerade Feuer. Lag ziemlich viel Holz herum in der Halle. Wir bringen dort gerade die Verletzten unter. So sind sie besser vor der Kälte geschützt und das alte Stroh aus dem Stall sorgt für eine weiche Unterlage. Der Rest von uns schläft … irgendwo.“
Niin kam die Treppen hoch gerannt mit Salben und Verbandsmaterial. „Das war alles, was ich kriegen konnte“, meinte sie entschuldigend, doch Leliana legte ihr beruhigend die Hand auf die Schulter.
„Na, dann lasst uns mal widerspenstige Elfen einsalben.“ Josephine krempelte die Ärmel hoch, aber der erwartete Protest blieb aus. Salis schwieg und zuckte nur dann und wann vor Schmerz zusammen. Sie zogen ihr die Kleidung wieder an.
„Josie, Du bleibst bei ihr. Am besten legst Du Dich neben Mylady Lavellan. Du kannst selbst kaum noch stehen. Das Kaminfeuer brennt und Ihr habt es angenehm warm.“
Salis rutschte ein wenig zur Seite um der Botschafterin Platz zu machen. Sie hatten nur diese Decke und ihr wurde heiß als Josephines Körper sich an sie schmiegte. „Gute Nacht, Salis.“
Wie gerne hätten ihre Arme sie umschlungen, festgehalten. So blieb es bei einem behutsamen Gutenachtkuss.

Niin und Leliana halfen dabei, die Verletzten in den Haupttrakt zu bringen und organisierten Decken. Die Heiler der Magier hetzten durch die Räumlichkeiten und hin und wieder hörten sie Cassandra oder Cullen laut Befehle erteilen. Es war schon weit nach Mitternacht als sie unschlüssig in der Haupthalle standen. Späherin Harding hatte sich in einer Ecke zusammengerollt, Leliana legte ihr eine Decke um und schmunzelte. „Das ist das erste Mal, dass ich sie so sehe. Sonst sprüht sie vor Energie. Wie sieht's mit Dir aus?“
Niin zuckte mit den Schultern und gähnte. „Ich weiß nicht, ob ich schon schlafe oder noch wach bin.“
„Komm, wir suchen uns einen Schlafplatz, so lange ich noch einigermaßen denken kann.“ Lelianas Beine schienen aus Blei zu sein, aber sie mussten aus der Haupthalle hinaus. Hier war jeder freie Fleck belegt. Sie öffnete eine Tür auf der rechten Seite und stieß auf Solas. „Auch schon besetzt?“ murmelte sie resigniert.
„Hier ist genug Platz, Schwester Nachtigall. Ich habe noch zwei Decken.“
Sie schüttelte den Kopf. „Aber dann habt Ihr keine mehr.“
Er lächelte wieder undefinierbar. „Ich finde schon etwas. Ihr braucht Euren Schlaf nötiger als ich.“ Solas deutete nach oben. „Vielleicht findet Ihr dort noch eine Schlafgelegenheit. Die meisten waren zu müde, um die Treppen hochzusteigen.“
Die beiden Frauen schleppten sich ein Stockwerk höher und trafen Dorian, der zwei alte Sessel zusammengeschoben hatte und im Halbschlaf murmelte: „Hab' ich zuerst gesehen.“
Niin kicherte leise hinter vorgehaltener Hand und Leliana fluchte. „Hier ist auch nichts. Ich habe keine Lust, dass heute früh alle über mich stolpern.“
Die Elfe deutete in die Höhe. „Da rauf und nachsehen.“ Also torkelten sie noch eine Treppe hoch, aber zu ihrem Erstaunen hatte sich hier noch niemand eingenistet. „Endlich!“ Dieser Turm war in der Mitte offen, man konnte bis zu Solas hinunter sehen. Der kletterte gerade auf ein Holzgerüst und machte es sich bequem. Er winkte und rief. „Was gefunden?!“
„KSSSSCHT!“ zischte es unter ihnen. War das Dorian?
Niin hob den Daumen und winkte zurück, während Leliana einmal in die Runde lief um einen guten Schlafplatz zu finden. „Das hier ist perfekt.“ Sie schob ein paar Kisten zur Seite und bildete so eine Art Blickschutz. Ein verpackter Heuballen wurde kurzerhand aufgerissen und der Inhalt auf dem Boden verteilt, nachdem Niin daran gerochen hatte und entschied, dass es nicht mehr dazu geeignet war den Maultieren als Futter zu dienen. Sie legte eine Decke darüber dann setzte sie sich auf eine der Kisten und zog die Stiefel aus. Die Elfe ließ sich daneben nieder und tat es ihr gleich. „Jetzt haben wir nur noch eine Decke“, stellte sie unzufrieden fest.
Leliana lehnte sich an Niins Schulter an und murmelte: „Ist mir scheißegal, ich will endlich schlafen.“
Der wurde jetzt erst klar, dass die Meisterspionin fast am zusammenbrechen war. Sie stand auf, half ihr hoch und aus der robenartigen Rüstung. Leliana trug ein Leinenhemd darunter, ebenso wie Niin, die beiden kuschelten sich fröstelnd aneinander, schliefen aber schnell ein.

Cassandra rutschte regelrecht an der Wand hinunter und blieb benommen sitzen. Neben ihr erging es William Trevelyan nicht anders. Er streckte die schmerzenden Beine aus. „Sind jetzt alle versorgt?“, fragte die Sucherin schlaftrunken.
„Ja, alle außer uns. Wartet hier.“ Er stand ächzend auf, ging in den Hof und kramte aus einer Kiste die letzten Decken hervor. Dann taumelte er zurück und fand Cassandra schlafend vor. Sie waren den ganzen Abend hin und her gerannt. Hatten Verletzte getragen, Vorräte verteilt und nun waren sie selbst am Ende mit ihren Kräften. William weckte die Sucherin sanft. „Hier.“ Er gab ihre eine Decke und sie hüllte sich darin ein, während er sich die seine um die Schultern legte.
„Kein Bett weit und breit. Also lassen wir uns einfach da fallen, wo wir gerade sitzen.“ Sie seufzte, der Holzboden war hart. William lag hinter ihr, tippte ihr auf die Schulter und als sie den Kopf hob und ihn fragend ansah, schob er seinen Arm vor. „Besser als kein Kopfkissen.“
„Ich bin zu müde zum diskutieren, Trevelyan.“
Er lächelte. „Das werdet Ihr sicher morgen nachholen Mylady.“
Cassandra brummte etwas Unverständliches, fand Williams Arm aber ausgesprochen bequem. Wenig später wachte er auf, weil ihm auf einmal furchtbar kalt wurde. Er tastete vergebens nach seiner Decke und sah, dass die Sucherin diese gerade über sich legte. „He?!“, rief er empört, aber sie reagierte nicht. Sie schlief, stellte er erstaunt fest. William blickte sich um, zuckte dann mit den Schultern und schlüpfte mit unter Cassandras Decken. Sie wachte auf und fuhr herum. „Was soll das?!“
„Ihr habt mir meine Decke gestohlen, Mylady und es ist empfindlich kalt.“
„Oh, nicht schon wieder, oder?“, fragte sie peinlich berührt.
„Ach, das macht Ihr also öfter?“ William grinste sie dreist an.
„Nur, wenn mir kalt ist.“ Ihr war nicht nach diskutieren zumute. „Bildet Euch keine Schwachheiten ein, Trevelyan.“ Damit drehte sie ihm wieder den Rücken zu.
„Keine Unterlage diesmal?“
Cassandra hob wortlos den Kopf an und er schob seinen Arm wieder vor, so dass sie ihr Haupt darauf betten konnte.

„Das ist ja süß!“
Wer sagte das? Leliana wachte auf und öffnete träge ein Auge. Ein verschwommener Schemen stand vor ihr, nicht besonders groß. Sie öffnete auch das andere Auge und blinzelte. Harding! Und diese grinste über das ganze Gesicht.
„Was ist süß?“, fragte die Meisterspionin verschlafen, streckte sich und merkte, dass Niin halb auf ihr lag. Der Arm der Elfe hatte ihre Taille umfasst.
„Direkt idyllisch, wie Ihr beide so da liegt.“
„Niin, geh' von mir runter“, brummte Leliana.
Die Elfe bewegte sich und wachte langsam auf. Sie hob übermüdet den Kopf, schaute die Meisterspionin verwirrt an und schlief wieder ein.
„Das gibt’s doch nicht!“ Leliana pustete sachte in Niins Ohr. „Wach auf, Krümelchen.“
Das saß! Die Elfe schoss hoch und setzte sich in den Schneidersitz. Die Meisterspionin stemmte sich neben ihr ebenfalls in die Höhe. „Guten Morgen, Harding. Schon wach?“
„Der Boden war zu hart. Konnte ja nicht ahnen, dass man es sich hier oben so gemütlich machen kann.“ Sie lächelte verlegen. „Danke für die Decke, Schwester Nachtigall.“ Harding wühlte ein Päckchen aus ihrer Schultertasche. „Eine Kleinigkeit zu essen. Wieder Trockenfleisch, aber zum Glück gibt’s hier genug Wasser zum runter spülen.“
Niin teilte das Fleisch zwischen sich und Leliana auf. Diese kaute schwer auf ihrem Frühstück herum und fragte: „Wasser?“
„Ja, hier befinden sich mehrere Brunnen und unter der Festung läuft ein Fluss entlang. Wir haben unter dem Kerker einen riesigen Wasserfall gefunden. Dort sind die Mauern teilweise eingestürzt. Da der Kerker in zwei große Räume unterteilt ist, dürfte es nicht sonderlich gefährlich sein, so lange man sich dort fernhält.“
„Das schreit ja geradezu nach einem Bad“, seufzte Leliana. „Drei Tage die gleiche Unterwäsche … das ist wirklich ekelhaft.“
Späherin Harding meinte lediglich: „Unterwegs geht es uns oft so. Man gewöhnt sich daran und wenn alle stinken, macht es weniger aus.“
„Wie beruhigend.“ Die Meisterspionin schnupperte an ihrem Hemd. „Igitt, ich kann mich jetzt schon nicht mehr riechen, wie soll das in ein paar Tagen werden?“
„Wir könnten Seife kochen.“ Niin war aufgestanden und zupfte sich einige Strohhalme aus dem Haar. Zwei ratlose Augenpaare schauten sie an. „Das geht leichter, als Ihr denkt. Alles was wir brauchen ist Asche und Fett. Na ja, etwas Duft wäre auch nicht schlecht. Aus einem bestimmten Teil der Asche stellen wir Lauge her und die kochen wir dann mit dem Fett oder Pflanzenöl auf. Ideal wäre die Asche von Tierknochen, es geht aber auch mit Hartholz.“
Leliana rümpfte angewidert die Nase. „Klingt recht stinkig. Und das soll duften?“
„Wenn wir Kräuter dazu mischen, dann schon. Wird aber einige Tage dauern. Ich muss ein Gefäß bauen um die Lauge herzustellen. In ein Fass werden unten Löcher gebohrt, innen schüttet man diese mit einer Schicht Kiesel zu, danach folgt Stroh. Den Rest füllt man mit Asche auf und tröpfelt nun Regenwasser drauf. Unten raus kommt die ätzende Lauge. Diese kocht man einige Stunden mit dem Fett auf. Die ganze Prozedur ist nicht ungefährlich, man sollte die Hände schützen und das Zeug nicht in die Augen bekommen. Die Pampe lässt man dann dreißig bis fünfzig Stunden fest werden.“
„Das klingt nach einem guten Plan, Niin. Besorg' Dir, was Du brauchst. Ich versuche derweil, Ordnung ins Chaos zu bringen und werde einen Trupp Späher nach Redcliff schicken.“ Leliana überlegte kurz. „Vielleicht sollten wir König Alistair um Hilfe bitten?“ Sie setzte sich an einen Tisch, auf den ihre flinken Mitarbeiter Papier und Tusche gestellt hatten. „Ich gebe ihnen ein Schreiben mit. Harding?“
„Mylady?“ Die Zwergin brannte darauf, endlich etwas zu unternehmen. Außerdem wollte sie unbedingt nach Redcliff, um ihre Eltern zu beruhigen, die sicher schon wussten, dass Haven nicht mehr existierte.
„Sind die Jäger unterwegs?“
„Ja, sie hatten sich vor zwei Stunden auf den Weg gemacht.“
„Gut, dann wird es Zeit, dass wir aus diesem Saustall ein Zuhause machen.“ Sie gab Harding das Schreiben. „Wir brauchen mehr Vögel für unsere Nachrichtenübermittlung. Die könnten hier sehr gut untergebracht werden. Das Dach hat oben eine breite Öffnung. Vielleicht sollten wir eine Liste der am dringendsten benötigten Dinge machen?“
Niin verabschiedete sich und machte sich auf den Weg, die abgebrannten Lagerfeuer nach Asche abzusuchen. Leliana gab ihr zwei Späher mit und als sie in die langen Gesichter sah, bemerkte sie: „Hygiene ist wichtiger, als viele denken.“

Auch Josephine schnupperte pikiert an ihrer Kleidung. „Ich möchte da am liebsten gar nicht mehr rein steigen.“
„Du kannst auch gerne nackt gehen. Zumindest hier.“ Salis lächelte unschuldig.
„Dir geht es besser, nicht wahr?“ Die Botschafterin setzte sich auf das Lager und zog ihre Stiefel an.
„Ja, wenn ich wieder Sprüche mache, kann es so schlimm nicht sein.“ Die Dalish Elfe stemmte sich hoch, hielt sich dann aber mit schmerzverzerrtem Gesicht die linke Seite. „Ahhh, Scheiße!“
„Bleib' liegen, Salis. Ich hole uns etwas zu essen und dann stürze ich mich ins Durcheinander.“ Sie hauchte der Elfe einen Kuss auf die Wange. „Wenn ich Dich beim Herumwandern erwische, bekommst Du es mit mir zu tun.“ Sie hob den Zeigefinger drohend, lachte zwar dabei, meinte es aber durchaus ernst.

Der Bulle erwachte inmitten seiner Leute, die sich wie die Wölfe im Schneesturm um ihn geschart hatten. Sie schliefen noch und er traute seinen Augen kaum. Krems Kopf lag auf seiner rechten Schulter und Varric hatte sich von der anderen Seite an ihn gedrängelt. Umzingelt! „Steht auf, Ihr Faulpelze!“, dröhnte es aus ihm heraus. Außer den Sturmbullen sprangen noch einige verschreckte Magier in die Höhe. „Sachte, sachte! Und nichts für ungut. Haut Euch wieder hin.“
Varric erwachte, gähnte laut und streckte sich. Dann erblickte er Cassandra, stutzte und bemerkte lachend:. „So mancher ist morgens schon neben jemandem aufgewacht und hätte es am liebsten ungeschehen gemacht.“
Die Sucherin öffnete die Augen. „Wenn ich mich rühren könnte, würde ich Euch den Hals umdrehen, Zwerg.“ Sie versuchte sich zu bewegen und ächzte: „Mein Rücken!“
William wachte auf und sah sie durcheinander an. Er brauchte offensichtlich eine Weile um sich an die letzte Nacht zu erinnern.
„Ah, dieser Blick nach einer langen Nacht. Ich hoffe, Ihr bereut nichts, Trevelyan?““ Der Bulle prustete lachend los.
William schaute Cassandra an und lächelte: „Guten Morgen, Sucherin.“ Dann versuchte er ebenfalls, sich zu bewegen und stöhnte: „Ich glaube, ich werde alt.“ Er rollte sich auf den Bauch und zog die Knie an.
„Da kann man ja gar nicht hinsehen. Was für ein Elend.“ Varric lachte höhnisch, stand auf und spürte dann am eigenen Leib, was eine Nacht auf hartem Boden mit einem Rücken anrichten kann.
Der Magier rappelte sich auf, hielt Cassandra die Hand hin und zog sie in die Höhe. „Und da heißt es immer, es sei gesund auf dem Boden zu schlafen. Pah!“ Sie machte einige unsichere Schritte, während der Magier sich das Kreuz hielt.
„Der Marsch hat uns nicht umgehauen, aber die Nacht auf dem Boden.“ Er verabschiedete sich. „Ich sehe nach meinen Leuten. Bis später.“
„Na so was, habe ich da eben unsere Sucherin lächeln sehen?“ Varrics Grinsen wurde noch breiter.
„Versucht es mal mit Höflichkeit, vielleicht lachen Euch die Menschen dann auch öfter an, statt Euch umbringen zu wollen.“ Man konnte es drehen und wenden, wie man wollte: diese beiden würden sicherlich nie Freunde werden. Varric konnte sagen, was er wollte, die Sucherin reagierte schon aus Prinzip kratzbürstig. Sie legte die Decken zusammen, dann machte sie sich auf den Weg, um Leliana und Cullen zu suchen.
Im Hof stand ein Späher vor einem Lagerfeuer und rührte in einem Topf mit stinkender Brühe herum. Nicht weit entfernt davon bastelte Niin an einem Fass herum. Cassandra konnte sich darauf keinen Reim machen und kam vorsichtig näher. „Was macht Ihr da?“
„Seife“, antwortete Niin knapp und geschäftig.
„Das riecht ja richtig übel.“ Die Sucherin hielt sich die Nase zu und bedauerte den armen Kerl am Feuer.
„Das ist Tierfett. Eines der Lastentiere musste geschlachtet werden und wir kochen jetzt das Fett aus. Zum Essen hätte es sich nicht geeignet. Der Rest ist gerade in die Küche gewandert. Blackwall hatte das Tier zerteilt und ausgeweidet.“
„Stinkt das nachher auch noch so arg?“ Cassandra konnte sich nicht vorstellen, sich damit zu waschen.
„Man könnte Kräuter beimischen, aber damit kenne ich mich zu wenig aus. Hinter der Haupthalle ist ein kleiner Garten. Verwildert, aber vielleicht findet man da etwas? Dort blühen sogar Blumen.“
„Fragen wir einfach mal die Heiler.“
„Oder jemanden, der sein ganzes Leben in der Natur verbracht hat.“ Niin schaute sie nachdenklich an. „Wie es Salis wohl geht?“
„Da ist Botschafterin Montilyet. Sie kommt gerade die Treppen hinunter. Sicher sucht sie etwas Essbares. Immerhin sollte der Herold möglichst schnell zu Kräften kommen.“ Sie winkte Josephine herbei. „So früh schon wach?“ Cassandra lächelte verschmitzt.
„Ich habe kaum geschlafen, aber alles in allem besser als Ihr, denke ich. Zumindest bequemer, also beschwere ich mich nicht.“
„Was macht Lady Lavellan?“
„Sie liegt hoffentlich brav auf ihrem Strohlager, sonst versohle ich ihr den Hintern“, brummte Josephine unausgeschlafen.
„Meint Ihr, Salis könnte uns nachher einen kleinen Gefallen tun? Sie müsste nur in den Garten gehen und nach einigen Kräutern Ausschau halten.“ Niin zimmerte weiter am Fass herum und füllte die Asche hinein. „So, nun werden wir sehen, ob es funktioniert. Regenwasser haben wir keines, hoffentlich tut geschmolzener Schnee es auch.“ Sie nahm einen Becher, schöpfte ein wenig Wasser aus einem Eimer und goss etwas davon vorsichtig in das Fass. Es dauerte eine Weile, aber dann tropfte unten Flüssigkeit in eine Schale. „Das sollte niemand mit bloßen Händen anfassen. Wir geben es später vorsichtig zum Fett.“
„Und wozu braucht Ihr die Kräuter?“ fragte die Botschafterin total fasziniert.
„Für den Duft. Es sind Kräuter, die man nicht für Heiltränke und -salben braucht. Keine Angst.“
„Nun gut, wir sehen später mal, was Salis Zustand macht. Ein wenig Bewegung und frische Luft tun ihr vielleicht sogar ganz gut. Besser, als in diesem staubigen Zimmer herumzuliegen. Wo ist Leliana eigentlich?“
Niin deutete auf die Turmspitze des Hauptturmes. „Ganz oben und richtet dort ihren Arbeitsbereich ein.“
Einige Minuten später erschien die Meisterspionin allerdings im unteren Hof um sich zu verabschieden. „Ich werde persönlich mit König Alistair sprechen. Unter vier Augen.“ Der Geruch von kochendem Fett stieg ihr in die Nase und sie wedelte angeekelt mit der Hand vor ihrem Gesicht herum. „Uh! Meinst Du wirklich, dass man das verwenden kann, Niinara?“
Varric gesellte sich zur Gruppe und grummelte missgestimmt. „In einigen Tagen umkreisen uns alle die Fliegen.“
Die Elfe lächelte zuversichtlich. „Ich habe das schon öfter gemacht. Außerdem kann man mit der Seife endlich die Kleidung waschen.“ Sie musterte Leliana skeptisch und ihre Hand schob sich suchend unter die Kopfbedeckung der Meisterspionin, die erschrocken zusammen zuckte und sie irritiert anschaute. „Warte, Du hast da etwas.“ Niin holte einen Strohhalm hervor.
Der Zwerg lachte gehässig. „Mit wem seid Ihr ins Heu gefallen, Schwester Nachti ...“ Cassandra stampfte mit ordentlicher Wucht auf seinen Fuß. „... gaaaaal?“
„Ihr wisst nie, wann man besser die Klappe hält, oder?“ Die Sucherin blitzte ihn entnervt an.
Leliana winkte Stallmeister Denneth herbei. „Wir nehmen sechs Tiere mit und lassen eines hier. Nur für den Fall, dass die Jäger nicht erfolgreich sein sollten. Ich hoffe, wir können einige Ochsenkarren organisieren. Die Liste der Dinge, die wir brauchen, wird immer länger.“
Denneth, ein alter kahlköpfiger Haudegen, seufzte wehmütig. „Mir blutet das Herz, dass ich die Pferde freilassen musste, aber was blieb mir anderes übrig? Nur die Maultiere kamen die steilen Treppen hoch und Mutter Giselle kriegte einen Schreikrampf, als wir die Langohren durch die Kapelle getrieben haben. Sie waren klein genug dafür.“ Er klopfte einem der Tiere zärtlich den Hals. „Ich komme mit und sehe auf meinem Hof nach dem Rechten. Vielleicht sind einige Pferde dorthin zurückgelaufen? Außerdem muss meine Familie wissen, dass es mir gut geht.“
Josephine umarmte ihre gute Freundin zum Abschied. „Pass auf Dich auf, Leliana.“
Die Meisterspionin lächelte verhalten. „Immer doch. Meine Späher haben mir einen breiten Weg gemeldet, den werden wir zum Abstieg ins Tal benutzen. Auf diese Art umwandern wir Haven. Wenn wir diese Straße ausbauen, dann können wir dort unsere Vorräte in größeren Mengen hierher transportieren.“
Niin tippte ihr auf die Schulter. „Ich würde gerne mitkommen, aber hier gibt’s so viel zu tun. Viel Glück.“ Sie drückte Leliana kurz.
William Trevelyan kam angerannt. „Wartet! Ich möchte mitgehen und unsere Familien holen.“
„Jetzt schon? Haltet Ihr das für klug?“ Cassandra schüttelte zweifelnd den Kopf.
„Nach allem, was passiert ist, sind sie hier vermutlicher sicherer.“ Er sah Lelianas skeptischen Blick. „Wir verfügen über zwei Ochsenkarren und drei geschickte Handwerker.“
Die Meisterspionin bedeutete ihm mit einem Kopfnicken, ihr zu folgen. „Dann mal los.“
Beide Seiten winkten sich zum Abschied zu, dann ließ der Maultiertreck die Brücke hinter sich und bog auf den Weg ins Tal hinunter ab.

Josephine sah sich irritiert um. „Gibt es hier so etwas wie eine Küche? Es riecht so gut nach gebratenem Fleisch.“
„Blackwall hat eines der Maultiere schlachten müssen. Unser Koch verwertet gerade alles, auch die Innereien. Eine Küche gibt es gleich gegenüber vom Stall. Sie war komplett eingerichtet.“ Cassandras Magen knurrte bedrohlich. „Verzeihung.“
Die Botschafterin winkte ab. „Mir geht es genauso. Ich werde versuchen, ob ich für Salis und mich ein wenig Essen schnorren kann.“ Sie lachte und wie immer bildeten sich dabei kleine Krähenfüßchen um ihre Augenwinkel. Josephine hatte die Gabe, den meisten Situation noch etwas Gutes abzugewinnen und verlor fast nie ihren Humor.
Sie folgte dem Duft und als sie die Tür zur Küche öffnete, schrie der Koch: „Raus hier! Ich habe doch gesagt, dass es gleich etwas gibt!“ Er erkannte die Botschafterin und verbeugte sich mehrmals. „Verzeiht, Mylady. Ich habe Euch nicht ...“
„Sehe ich so schrecklich aus?“, fragte sie besorgt. „Wäre es möglich, eine Kleinigkeit für Lady Lavellan und mich zu bekommen? Wir sind nicht hungrig, sondern eher ausgehungert.“
Er wirbelte in der Küche herum, schubste einen seiner Helfer mit einem Hüftschwung beiseite und belud einen Teller mehr als großzügig.
„Nein! Nicht so viel, guter Mann!“ Josephine legte einige Stücke wieder zurück. „Das reicht uns vollkommen.“
„Der Herold braucht Kraft um gesund zu werden. Und wir wissen doch ...“
„Was Salis alles in sich hineinstopfen kann? Ja, allerdings.“ Die Botschafterin rollte wissend mit den Augen, sie wusste nur zu gut, dass die Elfe einen Riesenhunger entwickeln konnte, aber das war bei ihren großen Taten schließlich auch kein Wunder. „Komme ich von hier aus eigentlich wieder in die Haupthalle?“
„Ja, hinter dieser Tür befindet sich ein großer Saal, in dem sich die Magier breit gemacht haben. Wendet Euch nach rechts, dann kommt Ihr ans Ziel.“ Er fuchtelte mit einer Kelle in der Luft herum um den Weg zu beschreiben.
Josephine bedankte sich und widerstand der Versuchung, einen Happen zu essen, obwohl ihr Magen schon vor Hunger schmerzte. Ein Gefühl, das sie bisher nur aus Erzählungen kannte. Sie wanderte durch die Haupthalle in das Quartier des Herolds und wie erwartet schlief Salis nicht, sondern stand gedankenversunken auf dem Balkon und blickte in die Weite hinaus.
Die Botschafterin stellte das Essen auf einen kleinen runden Tisch nahe des Treppengeländers ab, ging zur Elfe hin und legte ihren Arm um deren Schulter. „Kleiner Dickschädel.“ Ihre Finger strichen liebevoll über Salis Rücken. „Iss eine Kleinigkeit, das wird Dir gut tun.“ Behutsam bugsierte sie ihre Liebste zum Lager, auf das beide sich setzten und nahm ein Stück Fleisch in die Hand.
„Mal was anderes, mit den Händen zu essen, oder?“ Die Elfe lächelte diebisch und schnappte sich ebenfalls ein Stück.
„Wenn man in der Rialtobucht in einem der Häfen isst, machen das alle. Anders lässt sich so eine Platte mit Meeresfrüchten auch nicht bewältigen.“ Sie seufzte versonnen.
„Fehlt Dir Antiva?“ Salis blickte sie traurig an, doch Josephine lächelte lieb.
„Mir fehlt die sanfte Meeresbrise, der Duft und ja … manchmal fehlen mir sogar diese hässlichen kreischenden Vögel. Und was ist mit Dir? Hast Du Heimweh?“
Die Dalish Elfe schmunzelte verschmitzt. „Nicht seit mir eine Botschafterin aus Antiva über den Weg gelaufen ist.“ Josephines helles Lachen erfüllte sie mit Wärme. „Seltsam, dass man sich an den Wind erinnert, oder? Deine Meeresbrise und mein Wind im Grasland. Die Gerüche.“
Sie aßen schweigend weiter, dann holte Josephine ein Taschentuch hervor um sich die Hände abzuputzen. Sie reichte es Salis. „Sei behutsam, es ist das einzige seiner Art.“
Die Elfe nahm es mit spitzen Fingern. „Ich werde es in Ehren tragen.“
„Wenn Du nicht so ramponiert wärst, meine Liebe, dann würde ich ...“ Die Botschafterin überlegte und runzelte nachdenklich die Stirn.
„Dann würdest Du ...“ Salis wackelte voller Erwartung mit den Augenbrauen.
„Ich würde Dir den Hintern versohlen. Ja, das würde ich.“
„Ich stehe jederzeit zur Verfügung, Lady Montilyet. Leider kann ich mich nicht verbeugen, ohne dass mir schwarz vor den Augen wird.“
Josephine schaute sie besorgt an. „Willst Du Dich wieder hinlegen?“
„Nein, lass mich nur einen Augenblick hier sitzen und mein Essen verdauen. Dann geht’s mir besser.“ Salis lehnte sich seufzend zurück an die Wand und die Botschafterin entfernte den Verband, der ihre Wunde am Kopf schützte. Vorsichtig teile sie das Haar. „Das sieht gut aus, aber wir müssen Dir bald die Fäden ziehen. Übrigens hat Niin eine Bitte an Dich und lässt fragen, ob Du im verwilderten Garten nach Kräutern suchen könntest.“
„Was hat sie vor?“
„Seife machen.“ Josephine verzog angeekelt das Gesicht. Der Gestank haftete noch in ihrer Nase.
„Und die soll duften, nehme ich an?“ Salis setzte sich interessiert auf.
„Besser wäre es. Im Moment ist es eher eine stinkende Brühe Fett.“ Die Botschafterin holte tief Luft. Allein der Gedanke …
„Dann lass' uns nachher mal nachsehen gehen, ob wir etwas finden.“

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