Haven … Bollwerk, Hoffnung und Rettung. Wäre da nicht dieser gigantische Riss im Himmel um den die Wolken wie um das Auge eines Sturmes rotierten. Hin und wieder zuckten Blitze hervor, wurde das grüne Leuchten stärker. Die ganze Zeit grollte Donner über das Tal und selbst wenn man es wollte, man konnte sich dem nicht entziehen.
Niin saß zusammengekauert auf dem Kutschbock und hielt sich krampfhaft fest. Der dicke Kutscher neben ihr ließ ihr nicht viel Platz, aber er sorgte mit seiner breiten Sitzfläche dafür, dass sie nicht seitlich hinunter fallen konnte, weil er sie gegen die äußere Armlehne drückte. Die Straße war aufgeweicht und selbst ihre Herrschaften im Inneren der Kutsche wurden wild durcheinander gerüttelt. Sie hörte dann und wann einen Fluch, doch nun waren sie fast am Ziel ihrer beschwerlichen Reise. Geflohen aus Redcliff, als die aufständischen Magier dort alle Bewohner vertrieben hatten. Auch das Schloss wurde besetzt, so dass ihren Lordschaften nur Minuten blieben, um das Nötigste zu packen und ausnahmsweise halfen sie Niin dabei, in aller Eile ein paar Kleidungsstücke zusammenzuraffen. Das Nötigste hieß aber immer noch, dass es sich um drei riesige Koffer handelte.
Sie selbst trug nur Socken an den Füßen, eine kurze Jacke über einem dünnen Baumwollkleid und befürchtete, sich bereits die Zehen erfroren zu haben. Viele Elfen trugen keine Schuhe, aber hier war es viel zu kalt. Ihre spitzen Ohren waren recht lang und brachten ihr in Kindertagen den Spitznamen „Fledermaus“ ein. Sie schmerzten, als würde jemand dutzende Nadeln hineinstechen. In ihren großen blauen Augen standen die Tränen vor Kälte, der Wind schlug ihr eisig ins ungeschützte Gesicht. Niin war von hagerer Gestalt, etwas kleiner als die meisten anderen Elfen und so wirkte sie wie ein Häufchen Elend.
Bis zur Schneegrenze war es noch erträglich gewesen auf dem Kutschbock, wenngleich sich der Sommer auch regnerisch gezeigt hatte. Aber Haven lag so hoch, dass hier das ganze Jahr über Schnee lag. Niin zitterte, als die Kutsche schlingernd zum Stehen kam. Haven zog sich einen Hang hinauf, weiter kam man nur zu Fuß durch ein großes Tor. Das Dorf war von Barrikaden aus Holzstämmen umsäumt. Zwei Reihen ragten dem Feind entgegen und das beruhigte die Elfe ein wenig. Vielleicht konnten sie hier wieder ein wenig zur Ruhe kommen?

Ein großer blonder Kerl mit einem voluminösen Fellkragen stellte sich ihnen mit hoch erhobener Hand in den Weg. „Ladet hier aus und bringt die Kutsche weg! Sie stört. Weiter hinten gibt es einen Platz, wo Ihr sie abstellen könnt und einen Stall für die Pferde.“ Er wedelte mit den Armen in die betreffende Richtung.
Niin kletterte mit tauben Fingern von der Kutsche hinab. „Lord und Lady Levevre ersuchen um Schutz und Quartier.“ Ihre Stimme klang zwar rau, aber auch fest und laut genug um die Aufmerksamkeit des großen Kriegers auf sich zu lenken.
Titel und Namen schienen ihn nicht im mindesten zu beeindrucken. „Meldet Euch weiter oben bei Quartiermeisterin Threnn. Sie wird Euch eine Unterkunft zuweisen. Und nun macht, dass Ihr die Kutsche wegbringt! Sie blockiert den Weg!“
Mittlerweile waren die Lordschaften ausgestiegen und Lady Levevre rief empört: „Wer seid Ihr, dass Ihr so einen Ton anschlagt?!“
Er kam näher und stellte sich grinsend vor, dabei bemerkte Niin eine lange Narbe, die längs über seinen Mund verlief. „Mein Name ist Kommandant Cullen Rutherford. Ich befehlige die Streitkräfte der Inquisition.“ Auch jetzt verzichtete er auf jegliche höfische Verbeugungen, was schon einer derben Beleidigung gleich kam. Er drehte sich einfach um und ließ die Gruppe stehen.
Während sich seine Gattin echauffiert Luft mit einem Taschentuch zu wedelte, fand der Lord leider sehr schnell seine Sprache wieder. „Niin, kümmere Dich ums Gepäck! Wir gehen vor und sorgen für die Unterbringung.“
Die erschöpfte Elfe blickte den Kutscher hilfesuchend an, aber der knurrte nur: „Dafür werde ich nicht bezahlt. Seht zu, wie Ihr das Gepäck abladet.“
Sie seufzte, nestelte an den Gurten herum, welche die drei Koffer hinten auf der Kutsche gehalten hatten. Einer davon polterte hinunter und fiel in den Schneematsch. Na, das gab sicher Ärger! Niin holte tief Luft und wuchtete das schwere Gepäck auf die Treppen. Sie blickte sich hilfesuchend um, aber der große blonde Kerl war gerade mit seinen Soldaten abmarschiert und außer Reichweite. So schleppte sie also Koffer für Koffer die Treppen hoch, bis hinter ihr eine Stimme freundlich sagte: „Keine Frau sollte sich einen Bruch heben müssen!“
Sie fuhr herum und erblickte einen Zwerg, der traurig den Kopf schüttelte. „Deine Herrschaften haben Dich hier einfach alleine gelassen mit ihrem Gepäck, was?“
Sie zuckte mit den Schultern. „Wie üblich, allerdings sind die Umstände recht beschwerlich.“
Er machte eine angedeutete Verbeugung. „Ich bin Varric Tethras und mit wem habe ich die Ehre?“ Es war ungewöhnlich, mal jemanden zu treffen, der noch kleiner war als sie selbst. Der Zwerg hatte seine auffallend roten Haare zu einem kurzen Zopf gebunden und trug ein rotes Hemd, dessen obere Knöpfe offen standen. Niin beschlich der Verdacht, dass er auf diese Art stolz seine Brusthaare präsentieren wollte, denn wer lief bei diesen Temperaturen schon freiwillig so freizügig angezogen herum? Seine Lederstiefel wirkten wegen der kurzen Beine überlang. Am auffälligsten erschien der Elfe aber die große Narbe, welche quer über Varrics mehrfach gebrochener Nase verlief.
Niin errötete. „Wollt Ihr das wirklich wissen?“
„Sonst hätte ich nicht gefragt.“
„Ich bin Niinara Larion und stehe im Dienst von Lord Levevre.“
„Eine nette Umschreibung für das Wort Sklavin.“ Varric runzelte erzürnt die Stirn. Er musterte sie. „Stadtelfe, nicht wahr?“
Sie hauchte gegen ihre Hände damit die Finger nicht auch noch blau wurden. „Ja, ich stamme aus dem Gesindeviertel von Denerim.“
„Da bist Du ja weit herum gekommen.“ Dann blickte er auf ihre Füße. „Kind, hol' Dir Schuhe! Sag der Quartiermeisterin, ich hätte Dich geschickt, dann klappt das schon.“
„Erst muss ich sehen, dass das Gepäck ordentlich verstaut wird.“
Varric zuckte mit den Schultern, wollte schon gehen und fluchte dann: „Ach, Scheiße! Komm', ich helfe Dir.“ Mit diesen Worten nahm er gleich zwei Koffer, stapelte sie übereinander und verschwand dermaßen dahinter, dass man meinen könnte, das Gepäck habe von alleine Beine bekommen.

Lord Levevre kam ihnen entgegen und wie erwartet reagierte er erbost, als er den beschmutzten Koffer sah. „Dumme Pute! Ist Dir klar, was mich die Abendgarderobe meiner Gattin gekostet hat? Das ziehe ich Dir vom Lohn ab! Sei froh, dass ich meinen Gürtel in einem der Koffer habe.“
Niin fiel auf die Knie und stammelte: „Verzeiht mir, Eure Lordschaft. Das Gepäck war so schwer und meine Hände ...“
Er winkte unwirsch ab. „Dein Gewäsch interessiert mich nicht! Bring die Koffer hoch zu dem Gebäude. Dort haben meine Gattin und ich Quartier bezogen.“ Er deutete auf eine Ansammlung von Hütten auf einem Hügel.
„He, jetzt mal sachte, Eure … Dingens … ach, egal! Die Kleine ist durchgefroren, erschöpft und verängstigt.“ Varrics Geduld war am Ende, aber zum Glück stolzierte der Lord nun davon. Der Zwerg drehte sich zu Niin um. „Du solltest abhauen.“
Sie blickte ihn mit Tränen in den Augen an. „Wohin denn?“
„Andraste! Sieh' mich mit Deinen großen blauen Augen nicht an wie ein Welpe!“ Er seufzte. „Du wirst doch was Besseres finden als dieses bornierte Arschloch?“
Niin zog die Nase hoch und strich sich eine störrische kastanienbraune Haarsträhne aus dem Gesicht. „Ich kann nichts. Nicht kämpfen, nicht zaubern, heilen oder kochen. Na ja, doch … kochen schon … aber was sollte ich sonst machen?“
Varric tätschelte ihr beruhigend die Schulter. „Fang' bei der Inquisition an. Wir brauchen Leute, die fleißig sind und das bist Du offensichtlich. Wir werden schon einen Platz für Dich finden.“ Er lächelte und Niin beruhigte sich ein wenig, auch wenn sein Lächeln leicht wölfisch wirkte. Vielleicht lag es auch an der Narbe auf seiner gebrochenen Nase? Der Zwerg reichte ihr ein Taschentuch. „Und rotz' da rein, wenn nötig.“

„Trotzdem muss das Gepäck da hoch.“ Niin nickte seufzend in die gleiche Richtung, in die der Lord davon geeilt war.
„Gut, ich helfe Dir ein weiteres Mal, dann musst Du zusehen, wie Du klar kommst.“ Varric jonglierte wieder seine zwei Koffer vor sich her. „Sag' mir bitte zeitig, wenn die Treppe kommt“, murmelte er und taumelte weiter voran.
Vor der Hütte angekommen ließ er das Gepäck einfach fallen und hämmerte mit der Faust an die Tür. Lord Levevre öffnete und es schien ihn nicht im mindesten zu beeindrucken, dass seine Magd in Begleitung war. Er schrie sie an: „Habe ich Dir nicht ausdrücklich gesagt, dass Du aufpassen sollst?! Das Gepäck ist total durchweicht! Dämliches Stück!“ Seine Faust landete in Niins Gesicht noch ehe Varric reagieren konnte. Sie fiel nach hinten auf den Rücken und blieb benommen liegen.
„So, das reicht jetzt!“ Einen Zwerg wütend zu machen, war keine gute Idee, wie der Adlige gleich darauf feststellte. Ein Elf, welcher die Szene einige Meter entfernt beobachtet hatte, kam herbei und half Niin auf die Beine. Sie hielt sich die Hand vors Gesicht und Blut sickerte durch ihre Finger.
„Ihr habt diese Elfe das letzte Mal misshandelt!“ brüllte Varric und die Zornesröte auf seinen Wangen passte auf unheimliche Weise zur Haarfarbe.
Der Lord verschränkte die Arme vor der Brust und lachte höhnisch. „Was wollt Ihr tun? Sie ist meine Dienstmagd. Niemand hat sie dazu gezwungen.“
„Hiermit requiriere ich Niinara Larion.“
„Unsinn! Man requiriert Kühe oder Schafe, aber doch keine Lakaien,“ winkte Levevre lässig ab.
„Ihr befindet Euch auf dem Boden der Inquisition und ich ziehe diese Frau hiermit ein. Punkt.“
„Ihr seid kein Grauer Wächter und habt kein Konskriptionsrecht.“
„Solas?!“ Varric drehte sich fragend zu jenem Elfen um, der ihnen eben zu Hilfe gekommen war. Dieser trat hervor, legte den Kopf ein wenig schief und kniff die Augen zusammen. Der Lord bemerkte den Magierstab auf dessen Rücken und wich ein wenig zurück. Solas sagte sonst nicht viel und blieb lieber für sich. Im Gegensatz zu Niin machte es ihm nichts aus barfuß zu laufen, überhaupt erschien ihr seine Kleidung recht dünn für dieses Klima. Er trug nichts weiter als eine lange grüne Hose und ein Hemd aus beiger Wolle. Seine spitzen Ohren stachen wegen des vollkommen haarlosen Kopfes besonders hervor. Das Kinn lief spitz zu und die Augen kniff er oft zusammen, was ihm eine strenge Miene verlieh.
„Auch der Inquisition steht das Recht zu, Soldaten in ihre Dienste zu nehmen und wir machen hiermit von diesem Recht Gebrauch. Alles Weitere könnt Ihr gerne mit Lady Leliana besprechen, die dort vorne nahe der Kirche Quartier bezogen hat.“
Der Elfenmagier schob Niin einfach davon, während Varric den Lord dreckig angrinste. „Sieht so aus, als müsstet Ihr Euch einen anderen Arsch zum rein treten suchen.“

Er wanderte hinter den beiden her und rief: „Wo wollt Ihr denn hin?! Der Heiler ist in der anderen Richtung.“
Solas hielt an. „Ich habe keine Ahnung, was dringlicher ist. Ihre gebrochene Nase oder ihre Füße. Am besten, wir teilen uns auf. Ihr geht zum Heiler und besorgt eine Wundsalbe und wir machen uns auf den Weg zur Quartiermeisterin wegen neuer Kleidung. So erfriert sie uns in spätestens einer Stunde. Diese Fetzen schützen … gar nichts.“ Es lag so etwas wie Bedauern in den Augen des Elfs, aber auch Wut.
Sie gingen weiter, schließlich setzte er Niin auf eine Kiste und fing an, auf eine Frau einzureden, die ihm offensichtlich die begehrte Kleidung vorenthalten wollte. Die Elfe kauerte sich zusammen, zitterte nun noch heftiger und das Blut lief ihr das Kinn hinab, um von dort auf ihr schäbiges Kleid zu tropfen.
Sie hörte Schritte, schaute aber nicht hoch. Eine energische Stimme sagte: „Threnn, jetzt rückt endlich ein paar Sachen raus!“ Jemand ging vor ihr in die Hocke, eine Hand hob ihr Kinn an und eine Frau schaute sie neugierig an. Dieses Gesicht! Niins Atem ging schneller. „Ihr seid es!“ rief sie aufgeregt. Die roten Haare, diese blaugrünen Augen.
Ihr Gegenüber blickte sie verwirrt an. „Ich bin … was?“
Niin stotterte: „Ihr seid die Frau aus Denerim!“
Die Augen der Frau wurden zu Schlitzen und sie musterte die Elfe misstrauisch. „Denerim?“
„Ihr wart dort während der Verderbnis, nicht wahr?“
Währenddessen traf Varric ein mit einer kleinen Schale, in der sich Salbe befand. Er lachte. „Tja, Schwester Leliana ist viel herumgekommen.“
Der Gesichtsausdruck der Frau war kaum zu deuten. Er wechselte stetig zwischen fassungslos und … schmerzvoll. „Ja, ich war dort. Mit der Heldin von Ferelden. Wo habt Ihr mich gesehen?“
„Im Gesindeviertel“, erzählte Niin eifrig. „Ihr habt uns gerettet.“ Sie zog die Nase hoch, aber das Blut tropfte weiter hinab.
„Das könnt Ihr mir alles später erzählen. Wir müssen erst zusehen, dass die Blutung gestoppt wird. Hier rennen so viele eifrige Kirchenschwestern herum und wenn man mal eine braucht ...“, sie stand auf und blickte vergebens umher. „Bitte bringt sie in die Kirche, Varric.“
„Was denn, habe ich die Kleine jetzt adoptiert und es nicht mitbekommen?“, brummte der Zwerg, aber da war er schon dabei, sich die warme Kleidung unter den Arm zu klemmen und Niin aufzuhelfen. „Komm, wir packen Dich erst einmal warm ein, dann sehen wir weiter.“ Er musste die Elfe stützen, sie war am Ende mit ihrer Kraft und ließ sich auf eine Kirchenbank fallen. Dann wurde es dunkel um sie.

Varric betrachtete Niin und musste an Merrill denken, das naive Gänseblümchen. Sein Gänseblümchen. Und an Kirkwall. Er wusste nicht, was mehr schmerzte. Dort hatte er den Champion kennengelernt. Marian Hawk. Sie und die scheue Dalish Elfe Merrill waren ein Paar. Solche Freunde fand man nicht oft.
Kirkwall, Stadt der Ketten, sie wurde wegen des regen Sklavenhandels so genannt, welcher der Stadt Reichtümer einbrachte. Varric war dort geboren, er lebte vom Handel und versuchte sich später als Schriftsteller.
Marian und Merrill flohen nach dem Aufstand der Magier und auch er tauchte eine Zeit lang unter. Jedoch war er es irgendwann leid. Er schrieb ein Buch, dies war seine Art mit den Ereignissen umgehen zu können. Nie hätte er erwartet, dass es ein so großer Erfolg werden würde. Ein Erfolg, der ihm die Festnahme durch Sucherin Cassandra Pentaghast bescherte. Man verhörte ihn und brachte ihn schließlich nach Haven, um ihn dort der Göttlichen Justinia vorzuführen, doch dazu kam es nicht mehr.

Ein Flüstern, Raunen … so viele Stimmen … Wärme … Schmerz …
Niin schlug die Augen auf, das Licht tat weh. Dann kam ein weiterer Schmerz hinzu. Sie tastete ihre Nase vorsichtig ab, dann schaute sie sich um. Sie war nicht mehr in der Kirche, sondern in einem Zelt. Eine warme Decke umhüllte sie.
„Endlich seid Ihr wach.“ Ein freundliches Gesicht reichte ihr einen Becher mit Wasser und Niin trank vorsichtig.
„Wo …“ ihre Stimme versagte und sie schloss die Augen, die sie einfach nicht offen halten konnte.
„Ihr seid in unserem Lazarett, keine Angst.“ Diese Stimme war ein sanftes Wispern.
Fast mit Gewalt öffnete Niin wieder die Augen um zu sehen, wer da mit ihr sprach. Eine Priesterin? Sie lächelte die Elfe an. „Ich bin Mutter Giselle. Varric hatte mir erzählt, was vorgefallen war.“ Diese freundliche Frau musste etwas Besonderes sein, wie Niin anhand der Robe aus edlem Stoff feststellte. Auf dem Kopf trug sie eine weiß-rote Haube und ihre Körperhaltung betonte den Eindruck, dass sie eine hohe Position innerhalb der Kirche bekleidete.
Langsam traten die Erinnerungen hinter einem gnädigen Schleier unsanft zum Vorschein. „Wie lange liege ich hier?“, krächzte Niin leise.
„Fünf Tage machten wir uns große Sorgen. Heute ist der sechste Tag und endlich geht es Euch besser.“
Niins Oberkörper ruckte hoch. „Meine Füße … was ist mit ihnen?“
„Keine Sorge. Wärt Ihr ein Mensch, so hätten wir Eure Zehen amputieren müssen. Euer Elfenblut hat Euch davor bewahrt. Aber offensichtlich kann nicht jede Elfe barfuß herumlaufen, so wie Solas es tut.“
„Der Magier?“
„Ja, der Magier. Richtig.“ Es klang ein wenig abfällig, wenngleich sich die Mutter zu beherrschen wusste.
Niin rappelte sich auf und schwang die Beine über die Bettkante. Kurz wurde ihr leicht schwindelig, aber sie wollte sich selbst davon überzeugen, dass es ihren Füßen gut ging. Sie steckten in Salbenverbänden und die Elfe tastete sie ab.
„Wir können die Verbände jetzt abnehmen.“ Mutter Giselle holte eine große Schale, stellte sie vor Niins Lager auf und füllte sie mit warmem Wasser. Sie nestelte die Verbände vorsichtig ab.
„Warum tut Ihr das, Ehrwürdige Mutter?“, fragte Niin verwundert.
„Tue ich was?“, kam die irritierte Gegenfrage.
„Die Füße einer Elfe baden. Ist das nicht unter Eurer Würde?“
Mutter Giselle blickte kurz hoch. „Vor dem Erbauer sind wir alle gleich, mein Kind.“ Sie tupfte Niins nasse Füße sorgsam mit einem Handtuch ab, dann blickte sie zu Niin hoch. „Ich weiß, Ihr Elfen glaubt an Eure Götter, nicht wahr?“
„Ich glaube an den Erbauer, so wie Ihr“, antwortete Niin wahrheitsgemäß. Eigentlich sprach sie nie gerne über ihren Glauben.
Die Priesterin lächelte sie an. „Das hätte ich nicht erwartet, aber es freut mich.“ Sie griff nach der Kleidung, die für Niin auf einem kleinen Beistelltisch bereitgelegt worden war. „Zieht das an. Wenn Ihr wollt, könnt Ihr Euch vorher dort vorne ein wenig waschen. Wir haben das Zelt abgeteilt.“

Die Elfe trat nach einiger Zeit hinter der Abtrennung aus Laken hervor, frisch gewaschen und neu eingekleidet. Sie setzte sich aufs Bett, um vorsichtig die Socken aus Wolle anzuziehen. Niin zuckte zusammen, als ihre Finger die Zehen berührten.
„Es wird noch ein paar Tage schmerzen“, bemerkte Mutter Giselle mit fachkundigem Blick und reichte ihr ein Salbengefäß. Sie schien oft mit Verwundeten zu tun zu haben. „Reibt damit abends vor dem Zubettgehen die Füße ein.“
Niin schnupperte angewidert daran. „Warum stinkt die beste Medizin immer so sehr?“
Die Priesterin lachte amüsiert auf. „Damit die Menschen glauben, dass es noch besser hilft.“
Endlich steckten Niins ramponierte Füße in bequemen Lederstiefeln. Sie trug die Uniform eines Spähers der Inquisition und das bereitete ihr ein wenig Sorge. „Aber ich bin doch gar kein Soldat. Wenn mich nun jemand dafür hält?!“
Die Priesterin klopfte ihr auf die Schulter. „Den Schulterschutz aus Metall hat man abgenommen ebenso den an den Stiefeln. Eure Uniform sieht also ein wenig anders aus. Der Stoff ist robust und Ihr hattet nur ein dünnes Kleid an … und Socken. Wie konnte Eure Herrschaft bloß?!“, entfuhr es ihr erbost. Man sah ihr an, dass sie sich beherrschen musste. „Aber das ist nun vorbei, mein Kind. Ihr seid frei und Eure Herrschaft wurde höflich gebeten, gen Val Royeaux weiterzuziehen.“ Ein Grinsen zuckte über ihre Lippen, das Niin vermuten ließ, die Weiterreise habe nicht auf eigenen Wunsch stattgefunden. „Habt Ihr Hunger? Dann solltet Ihr in die Taverne gehen.“
Niin stand unsicher auf und machte ein paar vorsichtige Schritte. Die Schmerzen hielten sich in Grenzen. „Danke, ehrwürdige Mutter.“ Sie machte eine leichte Verbeugung und verließ das Zelt. Einen Moment lang blinzelte sie ins gleißende Sonnenlicht. Vor ihr lag ein Übungsplatz und viele Soldaten fochten hier Scheinkämpfe aus. Mittendrin stand dieser große Mann, der sich als Kommandant Cullen vorgestellt hatte. Er brüllte Befehle und korrigierte die Soldaten schroff.
Niin mochte seinen Ton nicht. Man konnte jemandem Ratschläge geben ohne zu schreien. Hier war es ihr zu laut und sie ging weiter.

Ein wenig abseits bearbeitete eine große Frau ein paar Übungspuppen mit dem Schwert als ginge es um ihr Leben. Die Hiebe ihres Einhänders durchdrangen mühelos das Material. Es waren harte Schwünge, präzise geführt. Allein an der Körperhaltung der Frau konnte Niin die Kriegerin erkennen, selbst wenn sie keine Waffe getragen hätte. Ihre Bewegungen waren schnell und fließend, wie die einer Raubkatze. Sie trug eine dunkelbraune Lederhose, ihre dunklen Stiefel glänzten metallisch. Über dem roten Oberteil trug sie einen Brustpanzer, der hochgestellte Kragen schaute heraus. Ihre Rüstung war ganz auf Beweglichkeit ausgelegt.
Niin starrte sie fasziniert an, bis die Frau sich umdrehte und die Stirn runzelte. „Was ist?“
Sie kam näher! Oje! Was hatte Niin da getan? Das gab sicher Ärger! Die Elfe wäre am liebsten davon gerannt, stattdessen trat sie nervös von einem Bein aufs andere. „Verzeiht, Mylady. Ich wollte Euch nicht stören.“
„Ganz ruhig.“ Die Frau hob die linke Hand und betrachtete sie eindringlich. „Wartet. Ihr seid Varrics Schützling, nicht?“
„Va … Va … Schü …?! Ich …“, stotterte Niin unbeholfen und konnte nicht glauben, dass sich diese große Kriegerin mit einer kleinen Magd unterhalten wollte.
„Sachte, sachte! Ist schon gut. Ich tue Euch nichts.“ Die große Frau lächelte. Zumindest zuckten ihre Mundwinkel leicht nach oben. „Ich bin Sucherin Pentaghast.“ Damit machte sie einen weiteren Schritt auf Niin zu. „Ihr seid wirklich sehr eingeschüchtert, meine Liebe.“ Es klang mitleidig und das machte die Elfe ein wenig wütend.
„Ihr müsst mich nicht bemitleiden“, antwortete die Elfe barscher als beabsichtigt.
„Tue ich nicht. Keine Sorge. Es war lediglich eine Feststellung.“ Die Sucherin zog eine Augenbraue in die Höhe. Auf ihrer linken Wange prangte eine große Narbe vom Kinn bis zur Höhe der Nasenspitze. Die recht breite Kieferpartie unterstützte den Eindruck, dass diese Frau sicherlich über großes Durchsetzungsvermögen verfügte, die leicht schrägen hellbraunen Augen verliehen ihr einen Hauch von Exotik. Das kurze dunkle Haar betonte das eigentlich recht hübsche Gesicht. „Seit wann seid Ihr wach?“
Niin zuckte mit den Schultern. „Seit zwei Stunden vielleicht.“ Ihr Magen knurrte laut vernehmlich und die große Frau lächelte. „Ihr solltet dringend etwas essen. Wahrscheinlich stoßt Ihr unterwegs auf Varric, der in der Nähe der Taverne lagert.“
Wieder verbeugte sich Niin und humpelte weiter. Die Sucherin blickte ihr hinterher und musste sich beherrschen, die Kleine nicht zu bemuttern. Ob es Varric genauso erging?
Nicht dass sie viel von diesem gerissenen Zwerg halten würde, mit dem sie eine regelrechte Feindschaft verband. Trotzdem musste sie zugeben, dass er sich rührend um die Elfe gekümmert hatte. Cassandra schüttelte den Kopf. Es war schon kurios, wen man hier traf.
Justinia hätte daran ihre wahre Freude gehabt. Die Sucherin diente ihr lange als rechte Hand. Sie und Leliana hatten die Macht der Göttlichen stetig ausgebaut. Die rechte und die linke Hand ... und nun war die Inquisition wieder ins Leben gerufen worden, um die Schuldigen des Attentates zu finden, um die Ordnung wiederherzustellen.
Auf viele ihrer Mitstreiter wirkte Cassandra zugeknöpft und ernst. Ihr großer Sinn für Gerechtigkeit  ließ sie manchmal starrköpfig erscheinen. Sie diente den Suchern bis sie in die Dienste der Göttlichen trat und kehrte damit dem Orden den Rücken. Lady Pentaghast war adliger Abstammung, aber darauf sprach man sie besser nicht an.

Die ersten Treppen kam die Elfe noch gut voran, aber dann wurden die Schmerzen zu groß, sie setzte sich auf die oberste Treppenstufe und stöhnte leise auf. Vielleicht sollte sie die Schuhe ausziehen?
„He, ich wäre fast über Euch gefallen!“, rief jemand erbost.
Niin fuhr herum, wollte aufstehen. „Au!“ Sie sank wieder auf die Treppe.
Eine Hand legte sich auf ihren Rücken. „Verzeiht, ich wusste nicht, dass Ihr verletzt seid.“
„Geht schon“, presste Niin zwischen den Lippen hervor, konnte aber nicht verhindern, dass ihr die Tränen in die Augen traten. Es tat fast so weh wie die Schläge des Lords.
Die Stimme setzte sich neben sie und bekam ein Gesicht. Eine Dalish Elfe! Niin starrte sie gebannt an. Die Frau hatte einen kurzen dunkelbraunen Haarschopf und die Schläfen waren rasiert, was recht verwegen aussah. Sie trug eine traditionelle Tätowierung der Dalish im Gesicht, auf der Stirn zeigte sich ein hellblaues Wellenmuster, das bis zu den Wangen verlief, auch die grünen Augen umrandete und damit betonte. Vom Hals hinauf verlief eine Linie bis zur Unterlippe. Die Kinn erschien recht kurz und verlieh ihr einen leicht trotzigen Ausdruck. Gekleidet war die Elfe ganz in dunkelblaues Leder. Die Kleidung einer Jägerin, leicht und praktisch.
Die meisten Stadtelfen blickten sehnsüchtig und ein wenig neidisch auf die Dalish, welche sich nicht von den Menschen in Gesindeviertel sperren ließen. Diese Viertel waren nach dem „Erhabenen Marsch“ entstanden, dem Krieg der Elfen gegen die Menschen. Die Dales, der ursprüngliche Lebensraum der Elfen, fiel an den Feind. Bis heute gärte dieser Konflikt und äußerte sich in Diskriminierungen und Beleidigungen. So beschimpften die Menschen die Elfen als „Klingenohren“ und die Elfen wiederum die Menschen als „Shemlen“, was man mit „schnelle Kinder“ übersetzen könnte. Eine Anspielung darauf, dass die Altelfen einst länger lebten als die Menschen.
Die Clans der Dalish zogen als Nomaden durch die von Menschen weniger bevölkerten Gebiete des Landes. Sie versuchten, das Erbe der Alten Elfen zu bewahren und hielten an deren Gebräuchen fest. Begegneten ihnen Menschen, dann zogen sie weiter, obwohl sie sich gut zu verteidigen wussten. Jeder Clan folgte einem Hüter, dem Bewahrer der Elfenmagie, und dieser gab das Wissen an seinen jeweiligen Nachfolger weiter. Für die Menschen, und besonders für die Templer, waren Hüter nichts weiter als Abtrünnige und schon deshalb blieb ein Clan nie lange an einem Ort.
Eine Stadtelfe hatte von dieser Lebensweise allenfalls gehört, während sie selbst ihre Kultur durch das Leben unter Menschen verloren hatte. So war auch Niin in einem anderen Glauben erzogen worden und manchmal beschlich sie das Gefühl, ihr Volk dadurch verraten zu haben. Sie kam sich minderwertig vor, wenn sie einer Dalish begegnete. Unvollkommen.

„Ich bin Salis Lavellan.“ Sie streckte der Stadtelfe die Hand entgegen und Niin schüttelte diese zögernd. Sie hatte sich die Dalish immer ganz anders vorgestellt. Distanziert und auch ein wenig arrogant. Diese hier war aufgeschlossen und freundlich.
„Niinara Larion“, erwiderte sie lächelnd.
„Schöner Name. Hallo und willkommen. Ihr seid ...“ sie musterte ihr Gegenüber. „... ein Neuzugang?“
„Ja, … nein, … ich …“ Sie holte tief Luft. „Meine Herrschaften sind ohne mich abgereist. Zum Glück.“
Die Mine der Dalish Elfe verfinsterte sich. „Ach, das waren der Lord und seine Schreihenne?!“ Sie grinste gemein. „Die haben wir … fortgeschickt.“
„Wir?“
Salis Grinsen wurde breiter. „Botschafterin Montilyet kann einem mit honigsüßen Worten sagen, dass man ein verdammtes Arschloch ist.“ Sie lachte, als sie sich daran erinnerte und stand dann auf. „Könnt Ihr laufen?“ Große Augen sahen sie hilflos an. „Warum frage ich auch?“ Sie griff Niin beherzt unter die Arme. „Wohin?“
„Zur Taverne.“ Wieder knurrte der Magen.
„Na, da wird’s aber höchste Zeit.“
Die beiden standen auf und erst jetzt bemerkte Niin, dass Salis wesentlich größer und kräftiger war als sie selbst. Die Haut der Dalish wirkte blasser, während Niin einen dunkleren Teint hatte.
Varric saß gerade beim Essen als die Tür der Taverne aufflog und zwei Elfen ins Innere traten, oder besser gesagt hinkten. Er sprang auf, was bei seiner Körpergröße nicht sonderlich auffiel, weil er immer noch nur knapp über den Tischrand schauen konnte.
„Krümelchen!“, rief er laut, half Niin auf einen Stuhl und begann, einige Speisen vor ihr aufzustapeln. Schließlich setzte er sich neben sie und schob ihr ermunternd einen Teller hin. „Iss. Wir leisten Dir Gesellschaft.“
Salis nahm gegenüber Platz und lud sich ihren Teller ungeniert voll. „Seit ich hier bin, kann ich essen, was ich will. Es setzt nicht an“, erzählte sie lachend.
„So, wie wir herum gescheucht werden, ist das auch kein Wunder, He ...“, auf ihren Wink verstummte Varric.
Niin musterte die Dalish Elfe prüfend. Was sollte Varric nicht sagen?
„Früher oder später erfährt sie es doch.“
„Moment! Was erfahre ich?!“
„Wer der Herold Andrastes ist“, gab Salis mit vollem Mund von sich.
„Ist der hier irgendwo?“ Niin schaute sich unbehaglich um.
„Ja. Ist SIE.“
„Wo denn?“
„Schaut mal geradeaus, Niinara.“ Salis kicherte amüsiert.
„Was denn? IHR seid ...“ Sie wollte aufspringen, aber Varric drückte sie sanft auf den Stuhl zurück. „Verzeiht mir, Herrin Lavellan.“
„Hört bitte auf Euch zu entschuldigen. Das könnt Ihr, wenn Ihr mir mal auf den Fuß getreten seid.“ Salis hielt die Hand hoch und man konnte das Mal leuchten sehen. Jenes Zeichen, das die Risse schloss.
Niin starrte fasziniert darauf und vergaß fast das Kauen. „Das ist … wunderschön.“
„Na ja, vor allem ist es der Grund, warum wir dauernd unterwegs sind. Wir waren gerade in Redcliff um mit den aufständischen Magiern Kontakt aufzunehmen. Dort passieren seltsame Dinge. Seid froh, dass Ihr zeitig geflohen seid.“
„Ich kann mir nicht vorstellen, dass es dort nun noch schlimmer zugeht. Das ist schrecklich“, meinte Niin traurig. Sie wurde sehr müde, jetzt da sie satt war. Ihre Augen fielen ihr fast zu.
Varric wandte sich an Salis. „Wir müssen Krümelchen irgendwo einen Schlafplatz organisieren. Sie muss sich ausruhen. Jeder andere hätte sich auf dem Kutschbock eine Lungenentzündung geholt. Unser unfreiwilliger Neuzugang ist wirklich zäh.“

In diesem Moment trat einer von Lelianas Spähern ein, blickte sich suchend um und eilte auf die Dalish Elfe zu. „Mylady Herold. Schwester Nachtigall wünscht Euren Gast zu sprechen.“
„Niinara Larion ist nicht ansprechbar. Ihr seht doch, dass sie fast vom Stuhl fällt. Aber da ihr schon hier seid: könntet Ihr bitte ein Bett für sie in meiner Hütte aufstellen?“
„Sehr wohl, Herold.“ Der Späher machte eine Verbeugung und wirbelte auf dem Absatz herum.
„Das kann ich nicht annehmen, Mylady“, warf Niin verblüfft ein.
Salis grinste sie an. „Doch, könnt Ihr. Und wenn Ihr mich noch einmal Mylady nennt, schreie ich!“
Der Zwerg flüsterte: „Und glaubt mir, unser Herold kann brüllen wie ein Drache.“ Er fügte lachend hinzu: „Und fluchen wie ein …“
„Zwerg?“
„Ja, Salis, wie ein Zwerg und das will was heißen. Ich hätte nie gedacht, dass zarte Elfen dermaßen mit Schimpfworten um sich schmeißen.“
„Oh, Ihr meint, als Cassandra über eine Zeltschnur stolperte und das Zelt zusammenfiel, während ich in der Wanne saß?“, erwähnte Salis ungerührt.
„Das war denkwürdig.“
„Fragt sich nur, für wen.“ Sie wandte sich an Niin. „Wenn man viel unterwegs ist, hat man auch viel zu erzählen. Aber nun sollten wir Euch in meine Unterkunft transportieren und Ihr ruht Euch einige Tage dort aus. Ich bin eh kaum zugegen, Ihr werdet also sicherlich die nötige Ruhe finden.“ Mit diesen Worten ging sie um den Tisch herum, während Varric Niin auf die Beine half. Auf beide gestützt schwankte sie der Hütte entgegen.
„Zum Glück ist es nicht weit“, ächzte Varric, der die Hauptlast trug. „Ach, eigentlich kann ich Krümelchen auch gleich tragen.“ Ohne Widerworte ließ sich Niin hochheben und schlief noch im selben Moment in den Armen des Zwerges ein. „Sie ist leicht wie eine Feder.“
„Das klang aber eben anders. Ihr habt ganz schön geschnauft.“ Salis öffnete die Tür. Zum Glück hatten Lelianas Leute das Feldbett schon aufgebaut und auch an Decken gedacht. „Na, dann wollen wir sie mal einwickeln, was?“
„Passt auf die Füße auf. Ich habe mit Mutter Giselle geredet. Niin wird noch einige Tage Schmerzen haben.“

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