Der jahrelange Konflikt zwischen Templern und Magiern eskalierte. In einem letzten verzweifelten Versuch berief die Kirche das Konklave ein um zu schlichten, aber eine gewaltige Explosion riss tausende Menschen in den Tod. Was war geschehen? Und wie fing es an?

Schon vor Kirkwall schwelte die Unzufriedenheit unter den Magiern. Die Orte, an denen sie verwahrt wurden nannte man Zirkel. Dort wurden all jene hingebracht, welche sich magiebegabt zeigten. Mit oder gegen ihren Willen, Kind oder Erwachsener. In diesen Zirkeln lernten sie zwar ihre Magie zu beherrschen, aber ihnen wurde jeglicher Kontakt zur Außenwelt untersagt. Magier durften keine Familien gründen und jeder ihrer Schritte wurde von Templern überwacht.
Der Orden der Templer war eine Institution der Kirche. Sie lebten genauso abgeschottet mit den Magiern zusammen, aber es war kein Miteinander, denn beide Seiten misstrauten sich zutiefst. Die Aufgabe der Templer umfasste nicht nur die Überwachung, sondern auch das Einfangen sogenannter Abtrünniger. Flüchtige Magier, die in Freiheit leben wollten. Sie wurden in die Zirkel verschleppt, exekutiert oder besänftigt, was noch schlimmer war als die Todesstrafe. Eine Besänftigung hieß, dem Magier seine Fähigkeiten zu nehmen, seinen Willen und seine Empfindungen. Es machte ihn zu einem leeren Gefäß.
Und dennoch war diese Prozedur oft nötig, denn jeder Magier lief Gefahr, von Dämonen besessen zu werden, besonders in seinen Träumen. Dann mussten die Templer einschreiten. Es gab zwar Auswahlverfahren und Prüfungen um zu sehen, ob ein Magier genug Kräfte hatte, um sich der Dämonen zu erwehren, aber diese waren keine Garantie. Die Menschen hatten daher Angst vor den Magiern.
Es gab nur eine Institution, die über den Templern stand: Die Sucher. Jeder zuckte zusammen, wenn ein Sucher einen Zirkel betrat. Aber wer kontrollierte die Sucher? Dafür war das Oberhaupt der Kirche zuständig. Die Göttliche. Sie wurde von den Klerikerinnen gewählt und zum Zeitpunkt des Konklaves war es Justinia V.

Die Wut und Verzweiflung der Magier entlud sich das erste Mal vor drei Jahren in Kirkwall in einem Aufstand, welcher die Stadt fast vernichtete. Die dortige Kommandantin der Templer stand in dem Ruf, besonders grausam gegen Magier vorzugehen und als die Zahl der Besänftigungen drastisch anstieg, kam es zur Revolte. Ein wahnsinnig gewordener Magier sprengte die Kirche von Kirkwall in die Luft, in der hunderte von Menschen gerade an einer Andacht teilnahmen, und setzte damit den Startpunkt für den Aufstand.
Der Gedanke der Revolution verbreitete sich von dort über das ganze Land. Überall begehrten die Magier auf und schließlich wurden die Zirkel abgeschafft, doch dies bedeutete nicht die Freiheit. Im Grunde waren sie nun alle Abtrünnige und wurden von den Templern gejagt.

Damit das Land nicht völlig im Chaos versank, berief die Göttliche Justinia Templer und Magier zum Konklave in den Tempel der Heiligen Asche nahe dem Dorf Haven. Was dort passierte, kann niemand genau sagen. Es gab eine gewaltige Explosion, eine Lichtsäule schoss in den Himmel und bildete dort einen Riss, aus dem Dämonen traten. Der Schleier ins Nichts war zerrissen, in jenes Reich, das nur Magier bereisen konnten und das von Dämonen bevölkert war. Überall im Land bildeten sich kleinere Risse, die grünlich schimmerten, waberten und ebenso viel Verderben brachten. Der große Riss am Himmel wurde „Die Bresche“ genannt und noch wusste niemand, wie er geschlossen werden könnte.

Als Soldaten kurz nach dem schrecklichen Ereignis im Tempel die Überreste des Bauwerkes betraten, tauchte eine Frau aus dem Riss unterhalb der Bresche auf und brach zusammen. Man nahm sie gefangen und machte sie für das Geschehen verantwortlich. Immerhin war sie die einzige Überlebende und sie schwieg hartnäckig über die Geschehnisse im Tempel, denn dass sie ihr Gedächtnis verloren hatte, glaubte ihr niemand. Allerdings konnte sich niemand das merkwürdig leuchtende Mal auf ihrer linken Hand erklären. Es hatte die gleiche Farbe wie die Risse. Schließlich fand man heraus, dass sie damit in der Lage war, diese zu schließen und man hoffte, dass es bei der riesigen Bresche genauso funktionieren würde. Allerdings benötigte man dazu mehr magische Energie.
Die Frau war eine Dalish Elfe. Ein Affront für die Kirche, denn die Dalish beteten die alten Götter der Elfen an, während die Kirche predigte, dass der Erbauer alles Leben erschaffen habe. Hinzu kam, dass die Menschen mit den Elfen nicht gerade freundlich umsprangen. Ein Dalish Clan tat besser daran, ständig umherzuziehen. Sie blieben nie lange an einem Ort und waren daher schwer auffindbar.
Und nun erdreistete sich eben diese Dalish Elfe, Salis Lavellan, sich Herold Andrastes zu nennen, seit sie den Riss im Tempel geschlossen hatte. Benannt nach Andraste, der Prophetin und Braut des Erbauers. Die Menschen glaubten fest daran, dass Salis von ihr gesandt wurde.
Man brachte die Elfe nach Haven. Dort erstand die Inquisition alter Tage wieder auf. Jene Institution, die schon früher den Frieden wiederhergestellt hatte. Einberufen von zwei ehemaligen Beraterinnen der Göttlichen. Das war vor sechs Wochen gewesen und seitdem hatte man in Haven einen großen Stützpunkt eingerichtet.

Joomla templates by a4joomla