Die wenigen verbleibenden Stunden bis zum Sonnenuntergang nutzten Elion, Blackwall, Vivienne, Varric und Solas, um nach den verschwundenen Spähern zu suchen. Am Strand kamen sie wieder an jener Stelle vorbei, an welcher das Schiff gesunken, oder besser gesagt explodiert, war. Die Sturmbullen waren dabei, einige Leichen zu bergen, die an Land gespült wurden. Sie hatten eine große Menge Holz gesammelt, um die Qunari wenigstens halbwegs würdig zu bestatten.
Cassandra und Sera waren im Lager geblieben, weil sie sich zusammen mit Hauptmann Aclassi um die verletzte Saarebas kümmern wollten, der sein Gepäck samt Nähzeug geholt hatte. Während der Sturmbulle nun ebenfalls seine Kleidung wechselte, zogen die beiden Frauen die bewusstlose Qunari aus. Dabei fielen ihnen etliche kreisrunde Narben an den Armen auf.
„Was ist das?“ Seras Fingerspitzen fuhren vorsichtig über die vernarbte Haut.
„Hatte der Bulle nicht etwas von einem Kontrollstab gesagt? Vielleicht wurde sie damit verletzt?“ Die Sucherin hatte nun auch den letzten Stofffetzen vom Körper der Saarebas entfernt und der Elfe entfuhr ein erstauntes: „Andraste! Sind Qunarifrauen gut bestückt!“
„Sera!“, ermahnte Cassandra die Elfe, nicht ohne selbst zur Kenntnis zu nehmen, dass die Frau vor ihr nicht nur sehr groß, sondern auch sehr muskulös war. Ihre Haut hatte einen dunklen Oliveton und die kastanienroten kurzen Haare der Saarebas bildeten einen interessanten Kontrast dazu. Eine dicke Haarsträhne hing ihr ins Gesicht bis hinab zum Kinn.
Die Sucherin starrte fasziniert auf die Hörner der Qunari. Sie waren mit Metall eingefasst und verliehen ihr ein kriegerisches Aussehen. Der Ansatz lag am Kopf an, bog sich erst nach hinten, um sich dann, wie Widderhörner, hinter den spitzen Ohren zu drehen.
„Wie schläft man mit diesen Dingern?“, murmelte Sera und fasste eines der Hörner vorsichtig an.
Hauptmann Aclassi hockte hinter ihr und sortierte sein Nähzeug, Harding brachte eine große Ledertasche herbei, in welcher sich die Reiseapotheke befand. Sie wühlte ein Desinfektionsmittel heraus und der Sturmbulle begann damit die riesige Wunde, so vorsichtig er konnte, zu nähen. Ab und zu stöhnte die Qunari, aber sie erwachte nicht. Beim Ausziehen hatten Sera und Cassandra noch weitere Verletzungen bemerkt und sie waren gerade fertig mit der Versorgung, als Elion mit seinen Begleitern ins Lager zurückkehrte. Gerade rechtzeitig, denn die Nacht war angebrochen.

Die Elfe trat ins Freie, steckte sich, schaute ihn neugierig an und bemerkte, dass er äußerst schlecht gelaunt war. „Mies gelaufen?“
Er setzte sich ans Lagerfeuer und seufzte, dabei blickte er zu Harding. „Wir haben die Späher gefunden. Sie sind tot.“
Die Zwergin fluchte unziemlich und trat einen Stein in die Dunkelheit.
„Au! Verdammt! Kann man hier nicht mal in Ruhe pinkeln?“
Varrics empörter Schrei machte sie noch wütender. „Was habe ich vorhin gesagt? Nicht so nahe am Lager!“
„Ging nicht mehr anders!“ Der Schatten des Zwerges schälte sich aus den Büschen und er nahm ebenfalls am Feuer Platz, um das man einige Kisten als Sitzgelegenheiten verteilt hatte. Er drehte sich etwas zur Seite und rief über seine Schulter: „Wie geht es unserer Schiffbrüchigen?“
Cassandra hatte gerade eine Öllampe angezündet und auf eine Kiste gestellt, die sich zwischen ihrer Schlafstatt und jener der Qunari befand. „So weit ich das beurteilen kann, ist ihr Zustand stabil, allerdings ist sie immer noch ohne Bewusstsein.“ Alle Wunden waren versorgt worden, außerdem hatten sie der Ärmsten die Nähte am Mund entfernt.
Sera ließ sich nun vom Heiler der Sturmbullen, welche mit den anderen vom Strand zurückgekehrt waren, ebenfalls untersuchen. Lediglich der Bulle fehlte. Sie hatte sich zu Elion herumgedreht und legte ihr verletztes Bein auf die seinen, dabei wackelte sie mit dem Fuß. „Geht noch.“
Er inspizierte die Wunde sorgfältig. „Sieht aber recht schmerzhaft aus. Die Haut ist regelrecht abgerissen worden.“
Der Heiler machte einen Salbenverband, damit es nicht zu Entzündungen kam, empfahl aber, die Wunde später an der Luft trocknen zu lassen. „Haihaut ist schlimmer als ein grober Wetzstein“, murrte die Elfe und war Elion dankbar, dass er ihr Bein weiterhin festhielt, so dass sie es hoch lagern konnte.
Er unterrichtete Harding davon, dass eine Gruppe namens Hessarians Klingen für den Tod ihrer Leute verantwortlich war. Es hätte diese gerne heute schon aufgesucht, aber Blackwall hatte sich für eine friedliche Lösung ausgesprochen, also mussten sie den ganzen Strand zurücklaufen, um ein dämliches Amulett anfertigen zu können, mit dem sich Elion als Herausforderer des Anführers zu erkennen geben konnte.
Die Sucherin setzte sich ebenfalls an das Feuer. Es zog alle mit seiner heimeligen Wärme an, Harding fasste sich ein Herz und fragte den Herold: „Warum habt Ihr mir ins Gesicht gespuckt?“
Also erzählte er seine Geschichte von Kirkwall, Isabela und ihrem Schiff. Am Ende lachte Varric Tränen. „Ja, das ist sie, wie sie leibt und lebt.“
Die Späherin schien beruhigt, wusste sie doch nun, dass der Elf nichts gegen Zwerge hatte. Oft genug bekam sie dumme Bemerkungen wegen ihrer Größe ab. Im Zelt bewegte sich die Qunari unter leisem Stöhnen. Sie stemmte ihren Oberkörper hoch, stützte sich mit den Ellenbogen ab und schaute sich um, die Decke rutschte hinunter, aber das schien sie entweder nicht zu stören, oder sie bemerkte es nicht.
Draußen nahm man den Anblick hingegen schon zur Kenntnis. Blackwall pfiff kurz, Solas hüstelte nervös und Elion korrigierte sein Wissen über die weibliche Oberweite nach oben, da er bislang Isabelas üppige Brüste für das Maß aller Dinge gehalten hatte.
„Kerle.“ Sera verschwieg tunlichst, dass sie einige Zeit zuvor genauso gestarrt hatte.
Der Herold blickte sie ertappt an und wurde rot. Alleinig Cassandra handelte, kroch ins Zelt und setzte sich im Schneidersitz neben die Qunari, die sie aus großen Augen irritiert ansah. „Du bist in Sicherheit. Keine Angst“, sagte die Sucherin so sanft sie nur konnte. Zur Unterstreichung ihrer Worte nahm sie einen Becher, füllte ihn mit Wasser und hielt ihn der Saarebas hin. Deren rechte Hand griff vorsichtig und zitternd nach dem Becher, so dass Cassandra ihn weiterhin festhalten musste. Mit der anderen Hand stützte sie den Kopf der Qunari und half ihr beim Trinken. Nach einigen gierigen Schlucken tastete die Saarebas ihren Mund ab und blickte die Sucherin verwirrt an.
„Die haben wir entfernt“, beantwortete Cassandra die stumme Frage. „Wie heißt Du?“
Sie half der großen Frau dabei, sich wieder hinzulegen und zog ihr die Decke dabei wieder hoch. Hauptmann Aclassi steckte seinen Kopf durch die Zeltplane am Eingang. „Qunari haben keine Namen, sondern Nummern.“
„Was?“ Das sprengte Seras Vorstellungskraft.
In der Tat fand die Sucherin eine Tätowierung am Hals der Qunari. Eine Zahlenreihe. „Unter dem Qun gibt es kein Individuum“, fuhr Aclassi mit seinen Schilderungen fort. Er schien schon lange mit dem Bullen zusammenzuarbeiten, der ihm sicher viel über die Qunari erzählt hatte, vielleicht war er sogar selbst zum Qun übergetreten?
Sie entschieden sich alle dafür, schlafen zu gehen, Cassandra hatte es sich schon auf ihrem Schlafplatz gemütlich gemacht. Im Laufe der Jahre hatte sie gelernt, mit wenig Komfort auszukommen und Elion schien das Schlafen im Freien überhaupt keine Probleme zu bereiten. Er krauchte in sein Zelt neben Blackwall, dessen ausgezogene Rüstung sehr viel Platz wegnahm, wie Varric verärgert feststellte, der eine geeignete Stelle für seine Armbrust suchte. Solas legte sich auf den Rücken, schloss die Augen und niemand konnte sagen, ob er noch wach oder schon eingeschlafen war, allerdings interessierte das auch niemanden sonderlich.

Der Morgen brachte Kälte und Nässe mit sich. Am Wachen Meer dauerte es eine Weile, bis die Sonne den Nebel aufgelöst hatte und Vivienne hielt es im Zelt nicht aus, der Boden war hart und in der Nacht wurde die Kleidung durch die hohe Luftfeuchtigkeit klamm. Sie saß am Lagerfeuer und frühstückte, als Elion sich zu ihr gesellte. Dafür hatte er sich wie ein Wurm durch das Zelt geschlängelt.
„Da wir keine Templer dabei haben, wird Cassandra die Qunari überwachen müssen. Sie ist eine Sucherin mit ähnlichen Fähigkeiten.“ Die dunkelhäutige Magierin mit dem kahlgeschorenen Kopf blickte den Elf prüfend an. „Was habt Ihr mit der Saarebas vor?“
Er zuckte mit den Schultern. „Wäre wohl das Beste, sie mitzunehmen. Wir können sie nicht hier lassen und sie würde sich auch nicht alleine zurechtfinden.“
Hauptmann Aclassi wärmte sich am Feuer auf. „Sie ist nun eine Tal-Vashoth, eine Gesetzlose. Sie kann nicht zurück zu den Qunari, sie würden sie töten.“
„Wart Ihr die ganze Nacht am Strand, Hauptmann?“ Vivienne nippte an einem Becher mit Tee.
Er nickte. „Ich leistete dem Bullen Gesellschaft und bei Sonnenaufgang hatten wir die verbrannten Überreste der Qunari dem Meer überantwortet.“
„Eine großherzige Geste“, entgegnete die Magierin überrascht.
Sera stellte sich abwartend vor ihr Zelt. „Und was machen wir heute?“ Die Wunde an ihrem Bein konnte ihre Unternehmungslust nicht stoppen. Sie schnorrte einen Tee bei Vivienne, welche diesen extralange ziehen ließ, weil sie wusste, dass Solas dieses Getränk hasste. Je stärker der Tee war, desto angewiderter schluckte der Elfenmagier dieses Gesöff hinunter und niemand wusste, warum er sich das überhaupt antat.
„Wir statten Hessarians Klingen einen Besuch ab.“ Elion bediente sich in der kleinen Feldküche. Einer der Späher hatte belegte Brote vorbereitet. Wenigstens ein kleiner Luxus und auch Cassandra, die gerade gähnend auftauchte, lud sich den Teller voll, allerdings nicht ausschließlich für sich selbst.
„Gut, dann bleibe ich wohl im Lager.“ Mit diesem Worten krabbelte sie zurück ins Zelt und fluchte. „Sera! Ist es zu viel verlangt, wenn Ihr Euer Bett macht, statt die Decken herumliegen zu lassen?“
„Später, Mama“, erwiderte die Elfe grinsend.
Im Zelt raschelte es und die Sucherin murmelte einige leise Verwünschungen. Die Qunari war wach und auch in der Lage, sich aufzusetzen, um das Essen zu sich zu nehmen. „Du bist hart im Nehmen, oder?“ Wieder bekam Cassandra keine Antwort und sie fragte sich, ob die Qunari überhaupt sprechen konnte, sie war sich nicht einmal sicher, verstanden zu werden.
Seras Kopf tauchte im Zelt auf und sie griff sich ihre Dolche. „Strandspaziergang.“
Die Sucherin schüttelte tadelnd den Kopf, aber dann war die Elfe schon wieder verschwunden und sie hörte, wie sich Elion mit Blackwall beriet, der sich an der Küste nach Spuren der Grauen Wächter umsehen wollte. Er würde zwei Späher mitnehmen, während Elion Vivienne dazu verdonnerte, sie zu Hessarians Klingen zu begleiten. Zu viert machten sie sich auf den Weg, denn Varric schloss sich ihnen ebenfalls an. Freiwillig.
Zurück blieben Solas und Cassandra, die sich ans Lagerfeuer setzte und die Ruhe genoss. Lediglich Harding wieselte hektisch herum und teilte die Wachen ein. Die Sucherin zog einen Brief aus ihrer Brusttasche und las ihn erneut. Mittlerweile war das Papier zerknäult und eingerissen. Seit dem Konklave hatte sie fünf Briefe ihres Onkels Vestalus erhalten.
Sie war damals seiner Fürsorge entflohen, da er sie wie ein Porzellanpüppchen behandelt hatte. Ein goldener Käfig. Mittlerweile dachte sie darüber anders. Immerhin hatte Vestalus sie und ihren Bruder Anthony nach der Hinrichtung ihrer Eltern aufgenommen. Die Sucherin kramte sich einen Stift aus ihrem Gepäck heraus, eine mit Papier umwickelte Mine, und sie begann damit, den ersten Brief seit Jahren zu schreiben, genau beobachtet von der Saarebas.

„Sind wir endlich da?“ Seras Füße taten schon weh, weil die dünnen Ledersohlen ihrer Halbschuhe nicht geeignet waren, um ständig auf scharfkantigem Gestein zu laufen.
„In Haven sollten wir Dir robusteres Schuhwerk kaufen.“ Elions Stiefel waren für jedes Gelände geeignet, aber Vivienne stolperte mit ihren kleinen Füßen immer wieder oder rutschte auf nassen Steinen ab. Varric hatte mit seiner großen Schuhgröße dagegen keine Probleme.
Endlich konnten sie nach einem anstrengendem Anstieg ins Tal schauen und sahen ein mit Palisaden eingefasstes Lager. Wortlos machten sie sich an den Abstieg und versuchten diesmal dabei auf den Beinen zu bleiben. Die beiden Wachen am Eingang ließen sie dank des Amulettes friedlich passieren und nun standen sie also dem bärtigen Anführer gegenüber, der Elion gleich anpöbelte.
In einigen Käfigen wurden Mabari gehalten. Kriegshunde, welche vor allem bei den Grauen Wächtern sehr beliebt gewesen waren. Hochintelligente Tiere, die nun unruhig wurden und zu knurren begannen. Zu Seras Entsetzen öffnete man die Zwinger und der bärtige Kerl ging auf Elion mit der Axt los.
Vivienne hechtete einige Schritte aus der unmittelbaren Gefahrenzone und wunderte sich darüber, dass offensichtlich nur der Anführer und seine Hunde auf die Fremden losgingen. Zwei Mabari flogen zähnefletschend auf die Gruppe zu und Varric katapultierte sich mit einem Rückwärtssalto neben die Magierin. Die beiden nahmen sich den Anführer vor, der abwechselnd eine Ladung Bolzen abbekam und mit einem Kältezauber eingefroren wurde.
Wirklich gefährlich waren nur die Mabari. Elion glaubte, dass es nur zwei Hunde waren, aber hinter ihm schlich sich ein dritter an und als der Elf sich ebenfalls mit einem gekonnten Sprung in Sicherheit bringen wollte, landete er direkt auf dem Rücken des riesigen Hundes, welcher erschrocken aufjaulte und davonpreschte.
Elion klammerte sich am Halsband des Mabari fest, denn ihm war klar, dass er eine leichte Beute sein würde, wenn er zu Boden fiel. Selbst der Anführer erstarrte beim Anblick eines Elfen, der auf dem Kriegshund quer durch das Lager sauste, sämtliche Kämpfe ignorierte und schließlich vor ihm zum Stehen kam, wobei der Mabari laut hechelte, winselte und sich schließlich hinlegte.
Der grimmige Krieger schmiss die Axt in die Ecke, stellte sich vor Elion und klopfte ihm auf die Schulter. „Ihr seid ein wahrhafter Anführer. Noch nie hat jemand einen Mabari derart bezwungen. Einem solchen Mann überlasse ich gerne die Führung.“
Elion hockte immer noch auf dem Tier und wusste nicht, wie ihm geschah. „Was wollt Ihr jetzt machen?“
„Angeln gehen.“ Mit diesen Worten verließ der ehemalige Anführer das Lager und der Elf kletterte vorsichtig vom Hund herunter, der sich nicht regte, ihn aber genau im Auge behielt. Sera beäugte das Tier nicht minder misstrauisch, steckte aber ihre Dolche weg.
„Wenigstens ist er diesmal nicht in einen Baum gesprungen“, raunte Vivienne Varric zu.
„Oder in einen Misthaufen“, flüsterte der Zwerg zurück.
Hessarians Klingen versammelten sich um den Herold und versicherten ihm ihre Gefolgschaft. Es konnte nicht schaden, hier an der Küste Verbündete zu haben und mit ihm als Anführer würde diese Gruppe von Kämpfern auch keine Gefahr mehr darstellen. Elion wollte schon gehen, da hielt ihn ein Mann am Arm fest. „Ihr müsst ihn mitnehmen.“ Er wies auf den Hund, welcher nun auf den Hinterbeinen saß und traurig dreinblickte. „Ihr habt Ihn bezwungen und gebeugt. Er folgt Euch nun und hat Euch als Herr anerkannt.“
„Aber ...“ Der Elf zuckte hilflos mit den Schultern und schaute seine Begleiter der Reihe nach an.
„Seht mich nicht so an, Meister Lavellan. Ihr neigt dazu, jeden Streuner aufzunehmen, der Euch über den Weg läuft.“ Vivienne warf Sera einen geringschätzigen Blick zu, welchen die Elfe mit dem Herausstrecken der Zunge beantwortete.
Elion seufzte. „Na gut.“ Er streichelte den Mabari hinterm Ohr und dieser quittierte ihm die Zuneigung, indem er die Hand des Elfen ableckte.
„Igitt! Hundeschlabber.“ Sera rümpfte die Nase.
„Lasst uns zurückkehren und mit diesem Kerlchen mal ausgiebig Gassi gehen. Im Zwinger hat er nicht gerade viel Bewegung gehabt.“ Varric waren Hessarians Klingen unheimlich.

Cassandra zeigte sich überrascht, als die Gruppe so bald wieder auftauchte. Sie war gerade fertig geworden mit ihrem Brief und die Qunari saß zur Überraschung aller neben ihr, notdürftig gekleidet in Hemd und Hose. Schuhe hatten sie keine in ihrer Größe finden können und die Kleidung kam von der Sucherin selbst, welche bis dahin die größte Frau in den Reihen der Inquisition gewesen war, wobei sie stets betonte, dass alle Nevarranerinnen so groß waren. Aber selbst ihre Sachen passten der Qunari nicht wirklich, denn Hosenbeine und Ärmel waren viel zu kurz. Die Saarebas war fast zwei Köpfe größer als Cassandra und erreichte damit ungefähr die gleiche Körperhöhe eines Eisernen Bullen.
„Du bist echt zäh“, sprach Varric die Qunari an und es klang anerkennend.
„Das sind alle Ochsenmenschen“, warf einer der Späher ein und Sera fauchte ihn an.
„Schnauze!“ Es ging ihr gegen den Strich, wenn sie solche Ausdrücke hörte und auch Harding dachte wohl ähnlich, denn sie zog ihren Untergebenen zur Seite und schrie ihn zusammen.
„Ihr seid mit Verstärkung zurückgekommen?“ Solas hielt seine Teetasse hoch, damit der Mabari nicht daran schnüffeln konnte.
Elion tätschelte den großen Tier freundschaftlich die Seite. „Ja, er folgt mir und ich brachte es nicht übers Herz, ihn dazulassen.“
„Der ist vielleicht über den Strand geschossen!“ Sera gluckste vor Freude. „Hat überall mal geschnuppert und gebellt, weil es ihm so gut geht.“
Sie setzten sich wieder um das Feuer herum, aßen etwas und der Hund bekam eine Schüssel Fleisch ab. „Wie wollen wir ihn nennen?“ Der Herold betrachtete das Tier nachdenklich, aber es wollte ihm kein passender Name einfallen.
Die Elfe grübelte eine Weile. „Wie wäre es mit Fen'Harel, dem Schreckenswolf?“
Solas spuckte seinen Tee ins Feuer, verschluckte sich und röchelte: „Das könnt Ihr doch nicht ernst meinen, oder?“
„Warum nicht?“ Sera grinste. „Dann nennen wir ihn einfach Fen.“
„Einstimmig angenommen.“ Varric amüsierte sich köstlich und Elion nahm den riesigen Kopf des Mabari in seine Hände und schaute seinen neuen Begleiter ernst an.
„Nun gut. Du heißt also Fen.“ Irgendwie glaubte er, dass der Hund ihn verstanden hatte.

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